Militärweltspiele: Eduard Popp trifft in Wuhan auf die Weltelite

Ringen  Der Schwergewichtler des Bundesligisten Red Devils Heilbronn startet am Donnerstag in China bei den Militär-Weltspielen. Der Ringer hofft auf einen Podestplatz.

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Militärweltspiele: Eduard Popp trifft in Wuhan auf die Weltelite

Nach der WM ist vor den Weltspielen: Eduard Popp weilt nun in Wuhan.

Foto: dpa

Seit 1995 werden neben den Militärweltmeisterschaften in verschieden Sportarten auch Militärweltspiele ausgerichtet, die in Anlehnung an Olympia in Sommer- und Winterspiele unterteilt sind. Die siebte Auflage des Sommerevents findet seit vergangenen Freitag und noch bis zum 30. Oktober in China statt.

In 25 Sportarten werden in verschiedenen Disziplinen Medaillen vergeben. Mit dabei in der Millionenmetropole Wuhan ist auch Ringer Eduard Popp. Das Eigengewächs des Bundesliga-Vizemeisters Red Devils Heilbronn geht im griechisch-römischen Stil bis 130 Kilogramm diesen Donnerstag auf die Matte.

Fast 400 deutsche Sportler sind in Wuhan mit dabei

Was dem Wahl-Neckarsulmer und Unterländer Sportler des Jahres von 2016 bei internationalen Meisterschaften des Ringer-Weltverbandes bisher verwehrt blieb, gelang dem Soldaten der Sportfördergruppe Bruchsal bei den normalen Militärweltmeisterschaften im Jahr 2016. Er schaffte es auf das Podest. Vor drei Jahren dekorierte sich der Olympia-, EM- und WM-Fünfte mit Silber und hofft nun bei den Weltspielen auf einen ähnlichen Erfolg.

Am Montag vergangener Woche flog die deutsche Delegation nach China. "Wir sind fast 400 deutsche Sportler", berichtet Popp via WhatsApp. "Der Zeitpunkt des Turniers nach dem Saisonhöhepunkt Weltmeisterschaft im September und zwischen den Bundesliga-Kämpfen ist zwar von der Jahresplanung her nicht optimal, aber ich versuche dennoch meine beste Leistung abzurufen."

Zu welchem Platz es am Ende reichen kann, ist aber ungewiss. Die Konkurrenz zeigt sich einer internationalen Meisterschaft würdig. "Unter anderem ist Weltmeister Riza Kayaalb gemeldet", sagte der aktuelle deutsche Meister, der im WM-Halbfinale dem türkischen Ausnahme-Ringer unterlag, aber damit dennoch die Olympia-Qualifikation für Tokio 2020 in der Tasche hatte.

Ein Platz auf dem Podest zu erreichen, wird schwer, da vor allem viele Top-Athleten aus dem Osten Europas Militärangehörige sind. So wie der WM-Dritte Heiki Nabi aus Estland oder der ungarische Top-Mann Balint Lam.

Veranstaltung braucht Vergleich mit Olympischen Spielen nicht zu scheuen

Vom ganzen Drumherum ist Popp begeistert. Die Militärweltspiele brauchen den Vergleich mit Olympischen Spielen nicht zu scheuen. "Die Chinesen sind mit einem riesen Budget ausgestattet und fahren richtig groß auf", ist Popp fasziniert. "Das ist Olympia-Niveau und noch einen Ticken besser organisiert. Die Unterkünfte sind aufgebaut wie ein Olympisches Dorf, das hatte ich so nicht erwartet. Es ist für mich eine Ehre, hier teilzunehmen."

Im Gegensatz zu Olympia 2016 in Rio de Janeiro kam Popp in Wuhan in den Genuss der Eröffnungsfeier und wird auch bei der Abschlussparty dabei sein. Anders als in Brasilien bleibt dem Unterländer Vorzeigeringer auch Gelegenheit für Sightseeing. "Das ist auf großen Wettkämpfen sonst nicht möglich", sagte Popp. "Die Hauptsehenswürdigkeit, den Gelber-Kranich-Turm habe ich schon besucht. Nach meinem Turnier werde ich schon noch das ein oder andere von China sehen." Am Montag, 28. Oktober, geht es zurück nach Deutschland.

 


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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