Kader des Ringer-Bundesligisten Red Devils steht

Ringen  Heilbronns Cheftrainer Patric Nuding startet Ende September mit zwölf Neuzugängen in die Erstliga-Saison 2019/20.

Von Alexander Bertok
Trainer Patrick Nuding. Foto: Bertok

Rien ne va plus - nichts geht mehr. Das Transferfenster für die Saison 2019/20 ist seit 1. Juni geschlossen. Es hat sich viel getan bei den 23 Vereinen in den drei Staffeln auf höchster deutscher Ringerebene. Auch bei den Red Devils Heilbronn. Der Vizemeister startet mit Patric Nuding als neuem Trainer und gleich zwölf Neuzugängen in die dritte Bundesliga-Runde, die für die Unterländer am 28. September mit einem Auswärtskampf beim SV Hallbergmoos beginnt.

Playoffs sind absolute Pflicht

"Wir wollen an den Erfolg der zurückliegenden Saison anschließen. Das Erreichen der Playoffs ist absolute Pflicht", sagt Chefcoach Nuding. Viertel- oder Halbfinale, der erneute Einzug in den Endkampf? So weit will der 38-jährige Aalener noch nicht in die Zukunft blicken, denn die Konkurrenten haben nicht geschlafen und ihre Kader ebenfalls aufgewertet. "Favorit ist erneut Burghausen, die haben sich brutal verstärkt", meint Nuding. Und mit dem deutschen Meister bekommen es die Heilbronner bereits in der Hauptrunde zwei Mal zu tun.

Analyse Die Mattenfüchse aus der Römerhalle müssen mit ihrem Kader jedoch keinen Gegner fürchten. Nuding hat die Mannschaft der vergangenen Saison akribisch auf ihre Stärken und Schwächen analysiert - und entsprechend umgebaut. Für die Gewichtsklassen 57 und 61 Kilo Freistil wurde Anatoli Buruain verpflichtet. Der 28-jährige gebürtige Moldawier mit rumänischem Pass war zuletzt in der Konkurrenzliga DRL in Ispringen aktiv. "Anatoli ist ein europäischer Topathlet im 57-er Freistil", hebt Nuding hervor.

Weltcupsieger Sadulaev wird ein Teufel

Ebenfalls für diese beiden Gewichtsklassen sicherten sich die Roten Teufel die Dienste von World-Cup-Sieger Muslim Sadulaev aus Russland. "Den habe ich gescoutet. Sadulaev hatte bei seiner Verpflichtung noch keine internationalen Erfolg vorzuweisen, wurde jetzt aber Vizeeuropameister", sagt Nuding.

Als Neunter der U 23-WM 2018 und Siebter der U 23-EM wechselt der Serbe Sebastian Kolompar (57 kg GR) nach Neckargartach. "Das ist einer, der sein Herz auf der Matte lässt und in sechs Minuten Kampfzeit alles gibt", lobt Nuding den erst 21-Jährigen. Hamet Rustem (61/66 kg GR) ist mit 31 Jahren ein erfahrener Athlet, "der vor Jahren in Mainz ein Sieg-Ringer war". Der Türke, geboren in Kasachstan, ist mehrmaliger WM-Teilnehmer.

Christopher Kraemer (61/66 kg GR) hat seine Qualitäten vor gut einer Woche mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft unter Beweis gestellt. "Da hat er gezeigt, warum wir ihn geholt haben. Das ist einer, der alles gibt", sagt Nuding. Kraemer vertritt Deutschland bei den zweiten Europaspielen vom 21. bis zum 30. Juni in Minsk. Samet Dülger (71/75 kg FS), DM-Dritter von 2017, war mit dem ASV Nendingen schon deutscher Mannschaftsmeister. "Das ist ein erfahrener Bundesliga-Ringer und deutscher Spitzenmann in seiner Klasse", sagt Nuding über den 31-Jährigen, der zuletzt verletzungsbedingt ein Jahr pausiert hat.

Türke mit attraktivem Kampfstil

Als "absoluten Topmann für die Bundesliga mit sehr attraktivem Kampfstil", bezeichnet der Chefcoach den 25-jährigen Türken Haydar Yavuz (71 kg FS), der bisher nur im Ausland antrat, 2017 war er Zweiter der U 23-EM und Fünfter der U 23-WM. Aus Königshofen haben die Red-Devils-Verantwortlichen den EM-Dritten von 2011, Saba Bolaghi (71/75 kg FS), geholt. "Er war dort eine Säule der Mannschaft", sagt Patric Nuding.

Ein Mann für die 75 Kilo Freistil ist auch der 24-jährige Offensivringer Avtandil Kentchadze. "Das ist eine absolute Rakete. Der Georgier ist Bundesliga-Neuling. Der WM-Zweite von 2018 wie EM-Dritte bei den Männer gewann 2018 die U23-WM. Der 28-Jährige Khusey Syunchev (80 FS) ist als russischer Vizemeister und World-Cup-Sieger ebenfalls ein internationaler Topmann.

Für das Limit bis 86 Kilo Freistil wurde Patryk Dublinowski unter Vertrag genommen. "Das ist ein verlässlicher mannschaftsdienlicher Ringer, der Niederlagen gegen Topleute in Grenzen halten kann und ansonsten ein Punktegarant sein sollte", sagt Nuding über den 27-Jährigen Polen mit deutschem Pass.

In die starke Griechisch-Römisch-Achse der Red Devils reiht sich Jan Zirn (86 kg GR) ein. Trotz seiner erst 21 Jahre hat er bereits Erfolge vorzuweisen, wurde 2017 Dritter der Junioren-WM, 2018 DM-Dritter und diese Saison Zweiter.

Der Trainer

In Patric Nuding haben sich die Red Devils einen akribisch arbeitenden Kenner der Szene als neuen Cheftrainer geholt, der sich selbst als Ringer-Verrückten bezeichnet. Der 38-jährige Außendienstmitarbeiter des Würth-Konzerns wohnt in Aalen und wurde als Aktiver (86 kg GR) 2010 wie auch 2013 mit dem ASV Mainz deutscher Mannschaftsmeister, war früher deutscher Junioren-Vizemeister und bei den Männer schon DM-Vierter. Heimatverein ist der SVH Königsbronn. Als Trainer arbeitete Nuding drei Jahre für den Regionalligisten Unterelchingen und war auch schon drei Jahre Coach beim ASV Aalen, als dieser noch Erstligist war. Zudem führte er den ASV Schorndorf zur Oberliga-Meisterschaft. 

 

Die Mannschaft der Red Devils 2019/20

Griechisch-Römisch - 57 kg: Konstantin Schmidt (18, D), Sebastian Kolompar (21, Serbien), 61/66 kg: Hamet Rustem (Türkei), Dustin Scherf (31, D), Christopher Kraemer (24, D), 71/75 kg: Frank Stäbler (30, D), 71 kg: Christian Fetzer (35, D); 75 kg: Fabian Fritz (30, D), Mario Guldi (D); 80 kg: Pascal Eisele (27, D); 86 kg: Marius Braun (27, D); 86/98 kg: Bogdan Eismont (37, D); 98/130 kg: Jan Zirn (22, D): 130 kg: Eduard Popp (28, D).

Freistil - 57/61 kg: Anatoli Buruian (28 Jahre, Rumänien), Levan Metreveli (35, Spanien); 61 kg: Muslim Sadulaev (24, Russland), Nico Breischaft (16, D); 61/66 kg: Michele Rauhut (46, D): 66 kg: George Bucur (33, Rumänien); 71/75 kg: Samet Dülger (31, D), Julian Meyer (27, D); Saba Bolaghi (30, D): 71 kg: Haydar Yavuz (25, Türkei); Avtandil Kentchadze (24, Georgien), 75/80 kg: Oleg Motsalin (33, D); 80 kg: Khusey Syunchev (29, Russland), Christian Maier (29, D); 86 kg: Taimuraz Friev (33, Spanien), Patryk Dublinowski (27, D); 86/98 kg: Andre Timofeev (24, D); 98/130 kg: Stefan Kehrer (34, D); 130 kg: Eduard Popp (28, D).

Trainer: Patric Nuding, Andrei Puscas, Josef Svajlenka.

Abgänge: Abdolmohammad Papi (Schorndorf), Valentin Lupu (AV Sulgen), Kemal Malikov (Dühren-Merken), Florin Tita (KSV Witten), Bekir Sahin (Mainz), Recep Topal (unbekannt). 

 

 

 


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