Gipfeltreffen der Spitzenringer in der Römerhölle

Ringen  Es ist der Showdown in der Ringer-Bundesliga Nordwest. Am Samstag (19.30 Uhr) erwartet Tabellenführer Red Devils Heilbronn den punktgleichen Verfolger SC Kleinostheim in der Neckargartacher Römerhalle zum Gipfeltreffen.

Von Alexander Bertok

Gipfeltreffen in der Römerhölle

Bundesliga und WM-Vorbereitung: Eduard Popp ist derzeit doppelt gefordert, stellt sich aber vorbildlich in den Dienst der Mannschaft und geht dabei an seine Leistungsgrenze.

Foto: Andreas Veigel

 

Es ist der letzte Kampf der Hinrunde. Danach verabschieden sich die Bundesligisten in die WM-Pause. Die zweite Hälfte der Hauptrunde startet für die Unterländer am 3. November mit einem weiteren Heimkampf gegen den KSV Witten. Bereits um 17.30 Uhr erwartet die zweite Mannschaft der Roten Teufel diesen Samstag in der Landesklasse die KG Kirchheim/Köngen.

"Dass wir gegen Kleinostheim den vielleicht vorentscheidenden Kampf um den Gruppensieg bestreiten werden, damit war vor Rundenbeginn nicht zu rechnen", blickt Red-Devils-Ringerchef Jens Petzold auf den siebten Wettbewerb voraus. "Der SCK ist die Überraschungs-Mannschaft, die hatte keiner auf dem Zettel stehen."

"Es geht um Platz eins"

Heilbronns Chefcoach Andrei Puscas erwartet ein Duell auf Augenhöhe. "Es geht um Platz eins. Da zählt jeder Punkt, in jedem Einzelkampf", sagt Puscas. "Das wird vom Niveau her wie gegen Mainz, also eine sehr enge Angelegenheit." Die große Frage, ob wegen der anstehenden Weltmeisterschaft auf beiden Seiten alle Top-Ringer zur Verfügung stehen, verschärft die Spekulationen im Aufstellungspoker.

"Wir werden die Römerhalle in eine glutheiße Römerhölle verwandeln", verspricht Petzold. "Wir haben uns mit fünf Siegen in Folge eine sehr gute Ausgangslage erarbeitet, die wollen wir jetzt nicht aus der Hand geben." Die Gäste aus Bayern, vom Rand des Spessarts im Landkreis Aschaffenburg, haben als Aufsteiger die Liga kräftig durcheinander gewirbelt und unterlagen lediglich in Mainz (8:24). Wobei Kleinostheim beim ASV nicht in Bestbesetzung antrat.

Ihre ersten Auftritte beendeten sie gegen Aachen-Walheim (14:9) und den KSV Witten (18:3) siegreich. Mit auf der Matte waren da die Sieg-Garanten Ioan Raul Donu, Aleksandar Maksimovic und Roman Duscov. In veränderter Aufstellung gewann der SCK auch seine Kämpfe gegen Dühren-Merken (24:6), Lübtheen (25:3) und Nackenheim (18:8).

Souveräne Siege

Donu ist rumänischer Meister im Freistil bis 61 Kilogramm. Seine drei Bundesliga-Einsätze für die Gäste absolvierte er jedoch im Limit bis 57 Kilo. Er siegte jeweils souverän. Der Serbe Maksimovic (EM-Zweiter 2016, WM-Fünfter 2016, EM-Dritter 2017) ist ein Top-Athlet im griechisch-römischen Stil bis 75 Kilogramm. Roman Duscov, Dritter der rumänischen Meisterschaft (66 Kg Freistil), hat in der Bundesliga seine sechs Kämpfe siegreich bestritten.

"Maksimovic verkörpert Weltklasse", erinnert sich Petzold an einen Kampf vor zwei Jahren im Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft zwischen Ispringen und dem späteren Meister Weingarten. Der Serbe (Ispringen) hatte Weltmeister Frank Stäbler am Rand einer Niederlage. "Frank lag 0:2 hinten und drehte das Blatt mit der letzten Aktion in einen 3:2-Sieg", erzählt Petzold.

Stellen die Kleinostheimer ihre drei Erfolgsgaranten auf die Waage, bleibt personell nicht mehr viel Spielraum. Das Trio bringt es zusammen auf 18 Handicap-Punkte. Für die restlichen sieben Ringer blieben bei erlaubten 28 Zählern nur noch zehn übrig. Ein weiterer Top-Ringer auf Seiten des SCO ist Felix Radinger, deutscher Vizemeister im griechisch-römischen Stil bis 96 Kilo. In der Hinrunde kämpft Radinger ein Klasse höher im Schwergewicht und wird auf Eduard Popp treffen. Ein Vorteil für das Red-Devils-Eigengewächs dürfte das Plus von rund 25 Kilogramm sein.

Viele Kämpfe für Eduard Popp

"Das wird für Eddi ein Geduldspiel gegen diesen Modellathleten", sagt Petzold und lobt Popp für seine Leistungen bei zuletzt vier Kämpfen in acht Tagen. "Und das trotz einer kräftezehrenden WM-Vorbereitung. "Es ist ihm hoch anzurechnen, dass er sich trotzdem in den Dienst der Mannschaft stellt und an seine Leistungsgrenze geht."