Frank Stäbler ist beim Derby-Sieg doppelt gefordert

RINGEN  Bundesligist Red Devils Heilbronn lässt beim 23:10 gegen den Aufsteiger ASV Schorndorf nichts anbrennen. Am Samstag steht beim punktlosen Schlusslicht AC Lichtenfels der Abschluss der Hauptrunde an. Anschließend werden die Achtelfinal-Kämpfe ausgelost.

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Frank Stäbler ist beim Derby-Sieg doppelt gefordert

Frank Stäbler (rotes Trikot) wird bei seiner Saisonpremiere für die Red Devils Heilbronn gefeiert und muss nach seinem Kampf viele Autogramme schreiben.

Foto: Alex Bertok

Das beste zum Schluss. "Franky, Franky", hallte es durch die mit 800 Zuschauern bevölkerte Römerhalle in Neckargartach. Der Weltmeister von 2015 (66 Kg), 2017 (71 Kg) und 2018 (72 Kg) und WM-Dritte 2019 (67 Kg) feierte am Samstag seinen Saisoneinstand für den Bundesliga-Zweiten Red Devils Heilbronn und holte im Derby gegen den ASV Schorndorf mit einem 12:0-Erfolg die letzten drei Mannschaftspunkte zum klaren 23:10-Erfolg.

Stäbler hatte gegen den starken Idris Ibaev völlig verausgabt. Zeit zum Ausruhen bekam der 30-Jährige aber nicht. Kaum von der Matte gegangen, war er auch schon umringt von kleinen und großen Fans. Geduldig schrieb der Musberger Autogramme und strahlte für unzählige Selfies. Eine gute halbe Stunde lang gab der deutsche Vorzeige-Ringer auch neben der Matte alles.

Stäbler: Der Rummel macht mir nie etwas aus

"Die Kombination ist es. Der Rummel macht mir nie etwas aus. Ich war nach dem Kampf so platt und meine Unterarme verkrampft, ich konnte keine Faust mehr machen. Die Unterschriften sind deswegen ganz schön verzittert", antwortete Stäbler auf die Frage was, anstrengender war, der Kampf gegen Ibaev oder der anschließende Fan-Hype. "Ich orientiere mich da immer an Muhammad Ali (Boxweltmeister 1964, 1967, 1974 bis 1978, Anmerk. d. Red.). Er hat gesagt: Wenn du eine einfache Unterschrift einem Kind verweigerst, darfst du dich nie einen wahren Champion nennen."

Schon vor dem ersten Duell lagen die Red Devils 4:0 vorne, da Schorndorf im Freistil bis 75 Kilo keinen Vertreter stellte. Saba Bolaghi siegte kampflos. Sebastian Kolompar holte zwei weitere Teampunkte. Anschließend unterlag Andre Timofeev zum 6:4. Sein Debüt für die Red Devils gab Muslim Sadulaev. Der Russe überzeugte mit einem 16:2-Erfolg zum 9:4.

Tagesform entscheidet im Duell der Trainingskumpel

Zwei Kumpels und Trainingspartner trafen im Duell Jan Zirn (DM-Zweiter) gegen den Schorndorfer Ilja Klasner (DM-Dritter) aufeinander. "Er weiß, was ich mache, und ich weiß, was er machen will", sagte Zirn nach dem Wiegen. "Letztlich kommt es auf die Tagesform an, und ich fühle mich gut." Doch Klasner war an diesem Tag einen kleinen Tick stärker und 3:0 siegte zum 9:6-Pausenstand.

Die 0:16-Niederlage von Konstantin Schmidt gegen den Weltklasse-Ringer und Ex-Heilbronner Abdolmohammad Papi war danach eingeplant. Schorndorf lag das erste und einzige Mal in Front (10:9). Es folgten klare Gastgeber-Siege von Patryk Dublinowski (technisch überlegen), George Bucur (13:1), Pascal Eisele (Schultersieg) und Frank Stäbler (12:0). "Ich bin erst ganz zufrieden, wenn alle 100 Prozent liefern. Der eine oder andere Kampf hätte besser laufen können", sagte Trainer Patric Nuding. "Am Ende war das mit einem deutlichen Ergebnis von 23:10 aber in Ordnung."

Fiebrige Bronchitis sitzt bis heute im Körper

Zufrieden war "Franky" Stäbler mit seinem ersten Kampf seit dem Gewinn der Bronze-Medaille bei der WM im September. "Ich habe mich danach fünf Wochen komplett herausgenommen, weil ich wieder zu Kräften kommen musste nach der Tortur des Abnehmens. Ich war im Urlaub in Kanada, danach hat mich ein Magen-Darm-Infekt eine Woche verspult", erzählte Stäbler, dass er sich erst wieder aufbauen musste, um danach von einer fiebrigen Bronchitis erneut zurückgeworfen zu werden. "Die sitzt bis heute drin und hat meinen Körper extrem runtergezogen. Ich wusste daher nicht, wo ich stehe."

Stäbler legte sich eine kräftesparende Taktik zurecht: "Bis 4:30 Minuten zum 12:0 ging es. Danach konnte ich kaum noch stehen und habe die Sache nur noch über die Zeit gebracht."

Stäbler tankt bis zu den Playoffs Kraft

Bis zum Start in die Playoffs wird Frank Stäbler weiter Kraft tanken. Dazwischen liegt noch der letzte Kampf der Hauptrunde beim punktlosen Schlusslicht AC Lichtenfels am Samstag. Auch dann kommt das Beste am Schluss: Die Auslosung für die Playoffs, die am 28. Dezember beginnen.

57 Kg Griechisch-Römisch: Sebastian Kolompar - Engin Cetin 6:2 (2:0), 61 Kg Freistil: Muslim Sadulaev - Marin Filip 15:2 (3:0), 66 Kg GR: Konstantin Schmidt - Abdolmohammad Papi 0:16 (TÜ 0:4), 71 Kg F: George Bucur - Dawid Wolny 13:1 (3:0), 75 A Kg GR: Frank Stäbler - Idris Ibaev 12:0 (3:0), 75 B Kg F: Saba Bolaghi - kein Gegner 4:0, 80 Kg GR: Pascal Eisele - Maximilian Schwabe Schultersieg (4:0), 86 Kg F: Patryk Dublinowski - Zalik Sultanov 17:2 ( TÜ 4:0), 98 Kg GR: Jan Zirn - Ilja Klasner 0:3 (0:2), 130 Kg F: Andre Timofeev - Fatih Yarsali 2:18 ( TÜ 0:4).


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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