Einheits-Motto bei Heimpremiere der Red Devils Heilbronn

Ringen  Nach dem erfolgreichen Auftakt will Bundesligist Red Devils Heilbronn gegen Rotation Greiz den zweiten Sieg nachlegen. Allerdings sind die Ostdeutschen eine harte Nuss und haben mehr als nur einen Star im Team.

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Einheits-Motto bei Heimpremiere

Am Donnerstag wird die Neckargartacher Römerhalle wieder voll besetzt sein. Die Red Devils wollen im ersten Heimkampf den zweiten Saisonsieg feiern.

Foto: Archiv/Berger

Acht Monate herrschte Ruhe. Doch die lange Zeit ohne Bundesliga-Ringen ist seit vergangenem Samstag zu Ende. Zum Auftakt in die Saison 2019/2020 geht es dafür gleich in die Vollen. Drei Kämpfe in acht Tagen sorgen für einen Turbo-Start, der zumindest für die Red Devils Heilbronn richtungsweisenden Charakter hat. Nach dem 17:12-Erfolg beim SV Hallbergmoos erwartet der deutsche Vizemeister bereits an diesem Donnerstag (15 Uhr) den RSV Rotation Greiz zur Heimpremiere in der Römerhalle. "Die Vorfreude ist groß", fiebert nicht nur der Heilbronner Ringer-Chef Jens Petzold dem ersten Heimkampf in der Neckargartacher Römerhalle entgegen.

Am Samstag steht dann die zweite Auswärtsfahrt nach Bayern auf dem Programm. Auf die Unterländer wartet das erste Aufeinandertreffen der Finalisten der vergangenen Runde, die Red Devils sind zu Gast beim Meister SV Wacker Burghausen.

Eine Standortbestimmung beim Mitkonkurrenten

"Das ist ein ambitioniertes Auftakt-Programm, und für uns schon eine Standortbestimmung", sagt Petzold, der nach dem Erfolg in Hallbergmoos, einem Mitkonkurrenten im Kampf um einen Playoff-Platz in der Bundesliga-Gruppe Südost, "absolut zufrieden" war.

Es ist jedoch eine Zufriedenheit mit Einschränkungen, denn nach der ersten Hälfte der zehn Duelle lagen die Roten Teufel 8:10 in Rückstand. "Zur Pause hatten wir schon etwas Fracksausen", blickt Petzold zurück. Die zwei Vierer-Niederlagen von Dustin Scherf und Neuzugang Patryk Dublinowski waren so nicht eingeplant. "Doch dann hat die Mannschaft eindrucksvoll begonnen, das Ruder herumzureißen."

Es war der Team-Spirit, der die Wende zum Sieg brachte. Und so soll auch an diesem Donnerstag der Name des Feiertags "Tag der Deutschen Einheit" zum Motto der Red Devils werden. Es soll "der Tag der Heilbronner Einheit" werden. Denn nur ein funktionierendes Team garantiert Erfolge. "Greiz hat den ersten Kampf deutlich gewonnen, das ist für uns erneut ein schwerer Gegner. Da müssen wir abermals fokussiert an die Sache rangehen, um die Punkte in der Römerhalle zu behalten. Das gibt eine heiße Kiste", zollt Petzold dem Gast aus der historisch-sehenswerten Stadt in Thüringen, der "Perle des Vogtlandes", großen Respekt.

Greiz hat merh als nur einen Star im Team

Der RSV Greiz besiegte im ostdeutschen Derby den FC Erzgebirge Aue mit 18:8, und dass ohne ihren WM-Dritten Magomedgadji Nurov (98 Kg Freistil). Der Nordmazedonier ist nicht der einzige Star im Greizer Team. Da wäre noch Martin Obst, der Vize-Europameister von 2018 ist aktuell deutscher Meister im Freistil bis 80 Kilogramm. Auch Mateusz Wolny (86 Kg GR) ist eine Hausnummer.

Eine ambitionierte Aufgabe wartet auf Red-Devils-Eigengewächs Eduard Popp. Der Schwergewichtler, frischgebackener WM-Fünfter, könnte auf den Rumänen Alin Alexuc-Ciurariu treffen, den EM-Dritten der vergangenen beiden Jahre. "Gegen den hat Eddi schon gewonnen, aber auch schon verloren", erzählt Red-Devils-Trainer Patric Nuding. Das Duell im griechisch-römischen Stil bis 130 Kilogramm könnte zu einem Schlüsselkampf werden.

Nuding erwartet einen Kampf auf Augenhöhe

"Wir sind uns bewusst, dass gegen einen sehr unangenehmen Gegner allen alles abverlangt wird", erwartet Nuding einen Kampf auf Augenhöhe, in dem jeder Punkt über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. "Greiz hat sich extrem verstärkt. Die Gäste haben den Anspruch, in unserer Gruppe Zweiter zu werden. Da müssen wir gegenüber dem Auftritt in Hallbergmoos eine Schippe drauflegen, um zu gewinnen."

Welche Athleten Nuding auf die Matte schicken wird, bleibt sein Geheimnis. "Über Aufstellungen spreche ich generell nicht", sagt Nuding. Ausnahmslos alle Ringer-Trainer lassen sich beim Aufstellungspoker ungern in die Karten schauen.

Shuttle-Bus

Wie bereits in den vergangenen beiden Jahren bieten die Verantwortlichen der Red Devils Heilbronn zu den Heimkämpfen einen Shuttle-Bus an. An diesem Donnerstag fährt der Bus von 13.30 an im Zehn-Minuten-Takt vom Parkplatz Gesundbrunnen an die Römerhalle. Die Rückfahrt ist bis eine Stunde nach Kampfende möglich.


Emotionaler Moment in Greiz

Einen emotionalen Moment erlebten die etwas mehr als 1000 Zuschauer im ersten Heimkampf des RSV Rotation Greiz bereits bei der Begrüßung der Ringer in der Greizer Sporthalle. Alin Alexuc-Ciurariu, der EM-Dritte, hatte vor Längerem seine in Bukarest gewonnene Bronzemedaille für einen guten Zweck versteigert. Das Erlös wurde für die Operation eines jungen rumänischen Mädchens in einer Spezialklinik in München verwendet. Was Alexuc-Ciurariu nicht wusste: Der Greizer Ringerverein hatte die Medaille ersteigert und überreichte sie zum Saisonstart nun wieder ihrem rechtmäßigen Besitzer. Daumen hoch, für den Athleten, wie auch für den Verein.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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