Eduard Popp übt nach frühem EM-Aus Selbstkritik

Ringen  Der Schwergewichtler von den Red Devils Heilbronn ärgert sich über eine Unachtsamkeit bei der EM, die ihm eine Medaille kostet. Roland Schwarz ist glücklich über Silber.

Von Alexander Bertok und Stefanie Wahl
Eduard Popp übt Selbstkritik

Nur Elfter in Bukarest: Die EM-Reise nach Rumänien ist für Eduard Popp kein Erfolgstrip geworden, der 28-Jährige hat bereits im ersten Kampf verloren.

Foto: Andreas Veigel

Der deutsche Freudentag bei der Ringer-Europameisterschaft ist der Samstag. Da haben die Spezialisten im griechisch-römischen Stil bei den Europameisterschaften in Bukarest geschafft, was bei Eduard Popp am Freitag nicht geklappt hat: um eine Medaille zu ringen.

Roland Schwarz vom deutschen Mannschaftsmeister Wacker Burghausen hat zwar sein Finale bis 77 Kilo gegen den zweimaligen Olympiasieger Roman Wlasow aus Russland verloren, dennoch hat sich der 22-Jährige über Silber gefreut. Wie auch der Olympia-Dritte Denis Kudla (bis 87 Kilo). Dank eines Erfolges über den Weißrussen Mikalai Stadub jubelt der Schifferstädter über Bronze.

Neues Ziel ist die WM 2020 in Tokio

Dritter im Bunde ist Schwarz Mannschaftskollege Fabian Schmitt. In der Kategorie bis 55 Kilo schlägt er den Norweger Anders Rönnigen und erhält dafür ebenfalls die Bronzemedaille. Eine überzeugende Ausbeute für die Truppe von Greco-Bundestrainer Michael Carl, die auch ohne einen Titel Mut schöpft auf dem Weg zu WM und der Olympia-Qualifikation für Tokio 2020.

"Das war eine unserer erfolgreichsten Europameisterschaften", sagt Sportdirektor Jannis Zamanduridis und zählt die zwei Medaillen der Frauen dazu. "Ein super Resultat." Gestern hat Hannes Wagner (bis 82 Kilo) noch mit der knappen Niederlage gegen den Türken Emrah Kus Bronze verpasst.

Keine zweite Chance auf Bronze

Auch Eduard Popp hätte gerne seinen Part beigesteuert. Doch in seinem ersten Kampf, dem Achtelfinale gegen den Esten Heiki Nabi, unterliegt der 28-Jährige vom Bundesligisten Red Devils Heilbronn im Schwergewicht bis 130 Kilo mit 3:5.

Die Gedanken, vielleicht über die Hoffnungsrunde eine zweite Chance auf Bronze zu erhalten, sind dahin, als der 32-Jährige gegen den alten und neuen Europameister Riza Kayaalp aus der Türkei verliert und Fünfter wird. Revanche geglückt: Denn noch bei der WM vor einem halben Jahr hat der Routinier aus Estland den Türken in Runde eins aus dem Turnier geworfen.

"Es war ein taktischer Fehler von mir und im Nachhinein betrachtet eine falsche Vorgehensweise", sagt Eduard Popp und übt nach seinem frühen Aus und Platz elf Selbstkritik. "Normalerweise geht der Kampf 1:1 aus", meint Popp zu seiner Niederlage. "Ich war in Bodenlage einen Moment unachtsam und habe die falsche Abwehr gewählt. Er hat mich so richtig gut erwischt. Gegen Nabi zu punkten, ist immer schwer, der lässt nicht viel zu."

Lehrreiches 3:5 gegen den Trainingspartner

Wenn man - wie Eduard Popp - gleich 0:5 hinten liegt, ist es schwierig, den Kampf noch zu drehen. "Das geht nur noch über die konditionelle Komponente. Ich habe alles versucht, aber es hat nur zum 3:5 gereicht. Ich war selbst schuld." Er wird seine Lehren daraus ziehen. Nabi und Eduard Popp kennen sich seit Jahren. Erst vor wenigen Wochen im Anschluss an die Thor Masters haben sie zusammen trainiert.

Nach dem ersten Höhepunkt wird es etwas ruhiger. Bewusst. Popp fliegt am Mittwoch mit der Familie nach Mallorca in Urlaub. "Danach geht es aber wieder in die Vollen", sagt der zweifache Vater. Im Trainingslager im brandenburgischen Kienbaum geht es um den Grundlagen-Aufbau mit Kraft- und Konditions-Einheiten. Der nächste Höhepunkt sind dann die deutschen Meisterschaften vom 24. bis 26. Mai in Westendorf.

 


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