Eduard Popp jubelt über vierten DM-Titel

Ringen  Die Red Devils Heilbronn sind im griechisch-römischen Stil eine Macht. Die sechs Vertreter des deutschen Mannschafts-Vizemeisters holten in der Eissporthalle in Kaufbeuren drei deutsche Titel, einen zweiten und zwei dritte Plätze.

Von Alexander Bertok
Eduard Popp jubelt über vierten DM-Titel

Die erfolgreichen Teammitglieder der Red Devils Heilbronn (von links): Trainer Patric Nuding, Jan Zirn, Eduard Popp, Christopher Kraemer, Christian Fetzer, Pascal Eisele und Marius Braun.

Foto: privat

Wobei die Goldmedaille von Eduard Popp alles überstrahlt, ist der Schwergewichtler doch der einzige Athlet der Roten Teufel, der auch unter dem Vereinsnamen der Neckargartacher bei Einzelmeisterschaften auf die Matte geht - die weiteren fünf Vertreter des Clubs aus der Römerhalle starten für ihre Heimatvereine.

Deutscher Meister wurden auch Pascal Eisele (SV Fahrenbach) und Neuzugang Christopher Kraemer (TSV Westendorf). Bronze gewannen Christian Fetzer (TSV Herbrechtingen) und Marius Braun (KSV Musberg). Jan Zirn (KG Baienfurt), ein weiterer Neuzugang der Unterländer, erkämpfte sich Silber.

"Die Red Devils haben gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist", lobte der neue Heilbronner Trainer Patric Nuding seine Schützlinge mit einem ersten Blick auf die Ende September beginnende Saison.

Seit sechs Jahren die Nummer eins im Schwergewicht

2013, 2014, 2015 und 2019 - "Eddy" Popp gewann in Kaufbeuren seinen vierten nationalen Titel. Der Olympia- und WM-Fünfte ist seit sechs Jahren die deutsche Nummer eins im Greco bis 130 Kilogramm. Da in dieser Gewichtsklasse nur sieben Athleten gemeldet waren, wurde in zwei Vorrundenpools gekämpft. Popp wurde der Dreiergruppe zugelost und gewann seine zwei Duelle, unter anderem gegen seinen Hauptkonkurrenten Jello Krahmer.

Im Halbfinale folgte ein souveräner Sieg gegen den Mühlenbacher Patrick Schwendemann. Im Kampf um Gold kam es erneut zum Duell mit Krahmer, abermals siegte der Unterländer Sportler des Jahres 2016 mit 3:1.

"Jello hat sich zuletzt gut weiterentwickelt. Er ist ein Trainingspartner von mir und kennt meine Schwächen und Stärken. Ich wurde schon ordentlich gefordert", sagte Popp. "Zudem hatte ich nach dem Grundlagen-Training in Kienbaum schwere Beine. Aber ich bin auf dem richtigen Weg und habe meine mir gesetzten Vorgaben erfüllt und technische Wertungen gebracht."

Pascal Eisele (82 kg) siegte zwei Mal vorzeitig technisch überlegen, setzte sich im Halbfinale gegen Florian Neumaier, deutscher Meister 2018 im Limit bis 77 Kilo, durch und besiegte im Finale Lucas Lazogianis. Das Talent der SG Weilimdorf holte vor wenigen Wochen souverän DM-Gold bei den Junioren. Lazogianis hatte sich im Halbfinale nach Punkten gegen den Red Devil Marius Braun durchgesetzt. Braun besiegte im Kampf um Platz drei den Aichhaldener Roman Brüstle.

Von alter Verletzung geplagt, dennoch Bronze geholt

Christian Fetzer (72 kg) war durch eine alte Verletzung im Bizeps-Muskel gehandicapt. Für den Herbrechtinger in Diensten der Heilbronner wurde die DM zu einem gelungenen Test. Nach je einem Punkt- und Schultersieg unterlag Fetzer dem Burghausener EM-Achten Michael Widmayer knapp. Im kleinen Finale setzte Fetzer sich gegen Alexej Nagorniy technisch überlegen durch und bejubelte Bronze. "Christian hat nur gegen den souveränen Meister verloren und am Ende verdient Bronze geholt", sagte Trainer Patric Nuding.

Christopher Kraemer (63 kg) zog nach zwei technischen Überlegenheitssiegen in das Finale ein und traf dort auf Etienne Kinsinger (KSV Köllerbach), dem er 2018 im DM-Finale der 60-Kilo-Klasse unterlegen war. Dieses Jahr drehte er den Spieß um und siegte 7:5. In Jan Zirn (97 kg) qualifizierte sich ein weiteres Red-Devil-Mannschaftsmitglied mit drei Siegen ebenfalls für das Duell um Gold. Gegner war Denis Kudla (EM-Dritter 87 kg 2018 und 2019, DM-Erster 2018). Der favorisierte Ringer des SV Alemannia Nackenheim siegte technisch überlegen.

Trainer Nuding spricht von Schritt in richtige Richtung

"Jan hat sich gegenüber Platz drei aus dem Vorjahr verbessert, es war ein Schritt in die richtige Richtung", hob Nuding hervor. "Christopher hat vor heimischer Kulisse gegen die eigentliche deutsche Nummer eins eine Energie-Leistung gezeigt, er lag bereits 0:5 hinten. Es war am Sonntag der letzte und der beste Kampf der Meisterschaften."

 


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