Devils-Zweite jubelt, Frust beim ASV

Ringen  Frust und Jubel lagen in der Jagsttalhalle am Sonntag vor rund 400 Zuschauern nah beieinander. In einem Relegationsturnier kämpften der Landesliga-Vorletzte und Gastgeber ASV Möckmühl, Württemberg-Landesklassen-Vizemeister Red Devils Heilbronn II sowie der Arge-Bezirksliga-Zweite AB Aichhalden II (Bodensee/Alb/Schwarzwald) um die letzten beiden zu vergebenen Plätze in der Landesliga.

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Enttäuschte Gesichter bei den Athleten des ASV Möckmühl. Vor zwei Jahren war die Mannschaft über die Relegation in die Landesliga aufgestiegen, jetzt führte der gleiche Weg zurück in die Landesklasse.

Fotos: Alexander Bertok

Am Ende eines langes Tages, der um 10 Uhr begann und erst kurz vor 19 Uhr endete, freuten sich Aichhalden und Heilbronn über den Aufstieg, während Möckmühl in der nächsten Saison eine Klasse tiefer in der Landesklasse antreten muss.

"Ein paar knapp verlorene Kämpfe haben den Ausschlag gegeben", sagte ein enttäuschter Möckmühler Trainer Martin Engler. "Schade. Aber wir haben den Klassenerhalt nicht heute, sondern zum Ende der Runde mit den Niederlagen in Schwäbisch Hall und gegen Benningen II vergeigt. In Hall hätten wir gewinnen können, dann wäre unser Klassenerhalt sicher gewesen."

Spitze des Möckmühler Trainers Martin Engler Richtung Heilbronn

Nur ein Punkt aus vier Relegationsduellen war am Sonntag ebenfalls zu wenig. Eine kleine Spitze in Richtung Aufsteiger Heilbronn, die mit Sebastian Kolompar, Levan Metrevelli und Dustin Scherf drei Athleten aus dem Bundesliga-Team auf die Matte schickten, konnte sich Engler nicht verkneifen. "Mit Ringern anzutreten, die nicht in diese Klasse gehören, ist das keine Kunst. Aber das muss jeder Verein selbst entscheiden."

Die zweite Mannschaft der Red Devils musste auf Andre Timofeev, Damian Macun und Daniel Lenz verzichten, da diese zuletzt beim bitteren Aus im Bundesliga-Viertelfinale gegen Mainz zum Einsatz gekommen waren. Metreveli, Kolompar und Scherf gehörten da nicht zur Aufstellung und durften somit im unterklassigen Wettbewerb eingesetzt werden.

Jens Petzold bibbert und zittert

Nach den drei Kämpfen der Vorrunde führte Aichhalden II mit einem Sieg und einem Unentschieden (3 Punkte) vor den Red Devils II (zwei Unentschieden) und dem ASV Möckmühl (ein Sieg, eine Niederlage). "Unser Bibbern und Zittern geht weiter", meinte Heilbronns Ringer-Chef Jens Petzold vor dem zweiten Abschnitt mit dem Stilartenwechsel in den einzelnen Gewichtsklassen. Die Devils mussten nach der Pause zuerst gegen Möckmühl ran. "Das ist der entscheidende Kampf, gewinnen wir, dürfen wir für die Landesliga planen."

Devils-Zweite jubelt, Frust beim ASV

Levan Metreveli (rotes Trikot), Bundesliga-Ringer der Red Devils Heilbronn, hatte gegen den Möckmühler Lars Fleischmann erwartungsgemäß keine Mühe und feierte nach zwei Minuten einen Schultersieg.

Das Zittern von Petzold war schnell beendet. Kolompar, Vadim Pedschenko, Metreveli, Stefan Kamockij und Scherf brachten die Roten Teufel mit fünf Schultersiegen 20:0 in Front. Am Ende hieß es 24:15. Die Devils unterlagen danach Aichhalden 11:25. Damit standen der Turniersieg der AB-Oberliga-Reserve und der Abstieg des ASV Möckmühl fest. Der abschließende 20:15-Erfolg des Arge-Vertreters gegen den ASV hatte nur noch statistischen Wert.

Bundesliga-Trio holt 44 von 72 Mannschaftszählern

Für Dustin Scherf war der Einsatz in der Relegation ungewohnt. "Ich habe schon lange nicht mehr so viele Ligen unterhalb der Bundesliga gerungen. Aber man nimmt dennoch jeden Gegner ernst, auch wenn man während des Kampfes merkt, dass das Niveau des Kontrahenten nicht ganz so hoch ist", sagte Scherf (drei Kämpfe), der, wie auch seine zwei viermal auf die Matte gehenden Bundesliga-Kameraden, jeweils vorzeitig siegte. Das Trio holten 44 von 72 Mannschaftszählern der Red Devils.

"Das war stressig", sagte Devils-Coach Jozef Svajlenka, den das 20:20 im ersten Aufeinandertreffen gegen Möckmühl etwas ärgerte. "Letztlich bin ich mit der Mannschaftsleistung jedoch zufrieden. Aber ohne unsere drei Bundesliga-Ringer wäre das heute in die Hose gegangen. Klar ist, dass wir uns für die Landesliga verstärken müssen." Martin Engler und der ASV Möckmühl wollen nächste Saison in der Landesklasse vorne dabei sein. "Ziel ist schon, wieder aufzusteigen. Aber das zu schaffen wird schwer, da unter den Gegnern viele zweite Mannschaften sind." Und deren Aufstellung ist nicht kalkulierbar - wie die Red Devils Heilbronn II in der Relegation bewiesen haben.

 

Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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