Bissige Red Devils feiern mit den Fans

Ringen  Wenn die Römerhalle mit 1200 Zuschauern zur Ringer-Hölle wird, stehen die Playoffs an: In einem spannenden und intensiven, aber auch dominanten Viertelfinal-Hinkampf schlagen die Red Devils Heilbronn am Samstagabend den ASV Mainz 88 mit 22:8. Damit besitzt der deutsche Vizemeister eine perfekte Ausgangslage für den Rückkampf am Samstag in Mainz-Mombach.

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Die Römerhalle ist am Samstagabend bestens besucht. Foto: Stefanie Wahl

Schon zur Halbzeit haben die Anhänger der Red Devils reichlich Gesprächsstoff. 18:0 führen die Heilbronner, weil die Mainzer schon beim Wiegen für die erste Überraschung sorgen – und die Klasse bis 57 Kilo unbesetzt lassen. Anatoli Buruian holt sich seine vier Mannschaftspunkte ohne eine einzige Aktion ab. Auf einen alten Bekannten hingegen trifft Olympia-Starter Eduard Popp. Der WM-Fünfte der Red Devils ringt im Schwergewicht gegen seinen langjährigen Trainingspartner Etka Sever, der bis vor zwei Jahren noch das Trikot der Neckargartacher getragen hat. Wenn zwei sich in- und auswendig kennen, entscheiden Nuancen. Griechisch-Römisch-Ass Popp zeigt mit einem souveränen 5:0-Punktsieg, dass er erneut der Stärkere ist.

Einstieg nach Maß für Neuzugang Rüstem

Einen furiosen Einstieg gibt Hammet Rüstem (61 Kilo) für die Roten Teufel. Bissig präsentiert sich das Greco-Ass und schultert Dogus Ayazci nach zweieinhalb Minuten. Trainer Andrej Puscas jubelt und auch Chefcoach Patric Nuding ballt die Fäuste. Diese Variable in der Ringer-Rechnung geht voll auf. Wie auch die Entscheidung, Taimuraz Friev eine Klasse höher als gewöhnlich zu stellen. Im Limit bis 98 Kilo ist er Gabriel Stark eine Sekunde vor Ablauf der Kampfzeit dank seiner brillanten Durchdreher technisch überlegen – nochmals vier Punkte für die Heilbronner. Weil auch George Bucur (bis 66 Kilo) auf Kurzarbeit setzt und nach zwei Minuten auf der Matte zum Überlegenheitssieger ernannt wird, herrscht ausgelassene Stimmung in der Römerhölle.

Warum der ASV Mainz 88 Tabellenführer in der Gruppe Nordwest geworden ist, zeigt sich nach der Pause. Bis 86 Kilo wehrt sich Ex-Europameister Pascal Eisele mit all seinem Können gegen den starken Burhan Akbudak, unterliegt jedoch trotz großen Kampfes mit 3:7. Christian Fetzer erringt im Wortsinne einen 2:1-Erfolg gegen den klug, aber passiv agierenden Dawid Ersetic – und das, obwohl er sich nach wenigen Sekunden am Finger verletzt. Nut zwei Mannschaftspunkte gibt Saba Bolaghi (bis 80 Kilo) gegen den türkischen Meister Batuhan Demircin ab. Ein ungleiches Duell wartet auf den jungen Red Devil Daniel Lenz, der nach einer Minute von Timur Bizhoev auf die Schulter gedrückt wird.

Souveräner Weltmeister Stäbler

Beim Stand von 19:8 zeigt der dreimalige Weltmeister Frank Stäbler (bis 75 Kilo) gegen Ruhullah Gürler, dass er in Playoff-Form ist. In souveräner Manier sammelt er neun Punkte, sichert seinem Team drei Mannschaftszähler und vollendet zum 22:8 - ein Ringerabend, der Lust auf ein mögliches Halbfinale macht. 


Stefanie Wahl

Stefanie Wahl

Leiterin der Sportredaktion

Sport bedeutet mehr als Sieg und Niederlage: Seit 2005 leitet Stefanie Wahl das Ressort bei der Stimme. Die ehemalige Leichtathletin beschäftigt sich mit Wintersport und fungiert seit 2007 als Geschäftsführerin der Sporthilfe Unterland e.V.

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