Akribische Arbeit im Aufstellungs-Puzzle der Red Devils

Ringen  Red-Devils-Cheftrainer Patric Nuding hat vor dem Playoff-Viertelfinale an diesem Samstag gegen den ASV Mainz 88 viel analysiert, gerechnet und getüftelt.

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Ein Ringer aus Leidenschaft: Red-Devils-Cheftrainer Patric Nuding ist ein akribischer Arbeiter, der den Kontrahenten Mainz bestens kennt.

Foto: Andreas Veigel

Dieser Mann lebt Ringen. Mit jeder Faser seines Körpers. Akribisch arbeitet Patric Nuding. Tüfelt. Denkt. Rechnet. Weil Ringen dank des Handicap-Systems - die eingesetzten zehn Ringer eines Teams dürfen in der Addition maximal 28 Punkte erreichen - mitunter zur höheren Mathematik wird.

Doch der Cheftrainer des Ringer-Bundesligisten Red Devils Heilbronn gibt sich nicht mit der erstbesten Variante zufrieden. Der 38-Jährige weiß: Nur wenn alle zehn Puzzleteile passen, entsteht ein harmonisches Bild. Ein Erfolgsbild. Dann haben seine Ringer alles gegeben - und im Idealfall genügt das für einen Sieg.

Patric Nuding weiß, was es für den Erfolgsfall in einem Playoff-Viertelfinale braucht. Auch und besonders gegen den ASV Mainz 88, den Kontrahenten im Hinkampf an diesem Samstag (19.30 Uhr) in der Römerhalle. Schließlich ist Nuding als Aktiver einst mit Aalen und Mainz (2013) deutscher Mannschaftsmeister geworden und hat das Team mit Coach David Bichinasvhili trainiert. "Sie werden mit der kompletten Mannschaft und voller Energie anreisen", sagt der Cheftrainer der Heilbronner.

Mainz will es besser machen

Der Georgier Bichinasvhili meint über das erneute Los Red Devils: "Es ist nicht einfach, aber wir nehmen es an und sind bereit. Vergangene Saison sind wir im Halbfinale ausgeschieden, nun versuchen wir es besser zu machen und geben einfach Gas." Zur Erinnerung: Durch einen 15:10-Erfolg im Hinkampf und ein 16:13 im Rückkampf sind die Roten Teufel im Januar 2019 ins Finale gegen den späteren Meister SV Wacker Burghausen eingezogen.

Auch Baris Baglan, Sportvorstand des ASV, geht von einer "sehr intensiven und spannenden Aufgabe aus." Als Tabellenführer der Gruppe Nordwest sind die Mainzer selbstbewusst. "Auch wenn wir wissen, dass der Gegner auf dem Papier stärker ist, werden wir es probieren", sagt Baglan, "mitten im Winter wird es ein ziemlich heißes Duell." Weil beide Kader ausgeglichen sind.

Die Aufstellungen bleiben geheim

Da versteht es sich von selbst, dass die Aufstellungen geheim bleiben, damit etwaige Überraschungseffekte nicht verpuffen. "Das Meiste wird im Vorfeld geklärt", sagt Patric Nuding, "am Kampftag sind es nur noch Feinabstimmungen."

Längst hat der Ringer-Fachmann mit dem ausgezeichneten Netzwerk die Kämpfe der Mainzer analysiert, die jeweilige Form der Athleten überprüft und sich Konstellationen zurechtgelegt, wer wem wie gut liegt. Obendrein besitzt Patric Nuding, der im Außendienst bei der Firma Würth arbeitet und in Aalen wohnt, das Gespür für den Moment und weiß, wie er seine Mannen vorbereitet und motiviert, damit sie auf der Matte ihr Maximum zeigen.

Die Rheinland-Pfälzer sind breit aufgestellt

Vorgabe für die Red Devils ist es, sich eine möglichst optimale Ausgangsposition für den Rückkampf mit Stilartenwechsel am 4. Januar in Mainz zu erarbeiten. Keine leichte Aufgabe, denn die Rheinland-Pfälzer sind breit aufgestellt.

Mit dem lettischen Griechisch-Römisch-Spezialisten Kristupas Sleiva (71 Kilo) hat der ASV beispielsweise einen starken Athleten, der alle Kämpfe mit Überlegenheit gewonnen hat, mit Ruhullah Gürler (75 Kilo, griechisch-Römisch) einen guten deutschen Ringer, auch in der Klasse bis 98 Kilo sind die Mainzer mit den Freistil-Assen Gabriel Stark und Wladimir Remel sehr ausgeglichen.

Im Schwergewicht wird es aller Voraussicht nach zu einem Duell zweier Bekannter kommen, wenn Eduard Popp auf den ehemaligen Neckargartacher Etka Sever trifft. "Mainz ist sicher ein Gegner, der uns liegt, aber da geht es gleich in die Vollen", sagt Red-Devils-Abteilungsleiter Jens Petzold und macht klar, dass es in den Playoffs gilt.

Patric Nuding hat seine Denksportaufgaben gelöst. Wer ihn kennt, der weiß um seine hohen Ziele, die er anstrebt. Für ihn gilt es stetig, das Maximale aus seiner Mannschaft herauszukitzeln.


Stefanie Wahl

Stefanie Wahl

Leiterin der Sportredaktion

Sport bedeutet mehr als Sieg und Niederlage: Seit 2005 leitet Stefanie Wahl das Ressort bei der Stimme. Die ehemalige Leichtathletin beschäftigt sich mit Wintersport und fungiert seit 2007 als Geschäftsführerin der Sporthilfe Unterland e.V.

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