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Peking (dpa)
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Gold-Vierer durch Krankheit geschwächt

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Nach den Ruderern hat der Infekt im deutschen Team nun die Kanuten erwischt und dort ein wenig Bedenken für die anstehenden Gold-Projekte geweckt.

Der deutsche Vierer ist durch Krankheit geschwächt.
Der deutsche Vierer ist durch Krankheit geschwächt.

«Wir haben das von den Ruderern gehört. Und natürlich ist jetzt die Sorge, dass dieser Infekt nicht weggeht und sich ein anderer noch ansteckt», sagte Cheftrainer Reiner Kießler in Peking. Nachdem die dreimalige Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin bereits erkrankt anreiste, hat es in Peking auch die Athen-Goldmedaillen-Gewinnerin Carolin Leonhardt erwischt. Der Start der beiden Zimmerkolleginnen sei derzeit nicht gefährdet, sagte DKV-Sportdirektor Jens Kahl.

Sechs bis sieben Medaillen, davon drei goldene, sind das Ziel des deutschen Kanu-Teams um ihren Vorzeigepaddler Andreas Dittmer. Am 18. August starten die Vorläufe, die Finals finden am kommenden Freitag und Samstag statt. Wagner-Augustin und Leonhardt sitzen gemeinsam mit Fanny Fischer und Nicole Reinhardt im Kajak-Vierer, der als einer der aussichtsreichen Gold-Kandidaten gilt. Wagner-Augustin schlenderte mit verschnupfter Nase am Slalom-Kurs entlang und gab teilweise Entwarnung. «Es geht mir zumindest nicht schlechter und wir haben ja genug Ärzte dabei.»

«Das ist natürlich meine Sorge, dass alle bis zum 18. August gesund bleiben und dann ihre Leistungsfähigkeit in den Wettkampf einbringen», sagte Kießler und ist vor allem durch den ständigen Wechsel von Hitze im Freien und Kälte in klimatisierten Räumen beunruhigt: «Ich habe darauf hingewiesen, dass sich die Sportler sehr sorgfältig verhalten. Doch ein Rest an Gefahr bleibt.» Der leicht erkrankte Slalom-Trainer Sven Peiler sollte möglichst schnell aus dem olympischen Dorf ausquartiert werden, weil er das Appartement mit Rennsportler Max Hoff teilt.

Seit dem Mittwoch sind die Rennsport-Kanuten in Peking. Ihr Trainingsplan wurde bereits durch das Unwetter am Donnerstag durcheinander gewirbelt. Jetzt hofft Kießler, dass keine Krankheitswelle das Vorhaben durchkreuzt. «Wir haben eine sehr gute Vorbereitung in Duisburg durchgeführt und sind vor zwei Tagen hier angekommen. Wir müssen jetzt erst einmal in Rhythmus kommen», erklärte der Bundestrainer. Am Montag stehen im Shunyi-Park die ersten Vorläufe auf dem Programm, dann soll auch der Damen-Vierer über 500 Meter an den Start gehen. Auch der dreimalige Olympiasieger Andreas Dittmer, der am Freitag für Erinnerungsfotos und Autogrammwünsche herhalten musste, beginnt dann sein Medaillen- Projekt im Canadier-Einer über 1000 Meter.

Der Deutsche Ruderverband (DRV) hatte bei der olympischen Regatta den leichten Männer-Vierer ohne Steuermann wenige Stunden vor dem Halbfinale abmelden müssen. Bastian Seibt (Hamburg), Jochen Kühner (Saarbrücken) und Jost Schömann-Finck (Treis-Karden) waren an einem fiebrigen Infekt erkrankt.

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