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Peking (dpa)
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Fecht-Trainer Kaspar und Schreck Erfolgsgaranten

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Der eine Goldschmied geht von der Werkbank an den Schreibtisch, der andere will noch lange Rohlinge polieren. Manfred Kaspar und Uli Schreck sind die Garanten deutscher Fecht-Erfolge.

Von Marc Zeilhofer und Imke Hendrich, dpa
Benjamin Kleibrink (l) bekommt von Uli Schreck Anweisungen.
Benjamin Kleibrink (l) bekommt von Uli Schreck Anweisungen.

Die Olympiasiege ihre Schützlinge Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink sind die jüngsten Kapitel einer gemeinsamen Erfolgsgeschichte am Bonner Olympiastützpunkt. Während Schreck noch lange Florett-Bundestrainer bleiben will, wird Kaspar nach den Spielen Nachfolger von Claus Janka als Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB). «Vor 20 Jahren gab es den Olympiasieg in Seoul mit Arnd Schmitt, nun mit Britta. Da schließt sich ein Kreis», sagte der 55-Jährige, der kein klassischer Bürohengst sein will. «Meine künftige Rolle sehe ich noch sehr am Sport. Ich werde nicht mit Anzug und Krawatte auf der Tribüne sitzen.»

Durch die Hände des erfolgreichsten Bundestrainers gingen zahlreiche Weltmeister und Olympiasieger. «Ich bin sehr stolz auf viele Sportler. Aber ich habe auch als Trainer verdammt viel Glück gehabt, sagt er. Im Olympiastützpunkt Bonn versammelt er so unterschiedliche Charaktere wie Heidemann, Duplitzer und früher Claudia Bokel (Weltmeisterin 2001) um sich. Er gibt jeder Athletin eine individuelle Ansprache, bleibt sich aber immer selbst treu. «Ich krampfe nicht, um am Puls der Zeit zu sein», betont Kaspar.

Erst seit 2005 trägt Uli Schreck die Verantwortung bei den Florettherren. Als Heimtrainer von Peter Joppich, der 2003 den ersten von drei Weltmeistertiteln im Einzel holte, formte er in Bonn zudem Olympiasieger Kleibrink. «Ich bin auch Begleiter im Verarbeiten von Niederlagen. Mit jungen Leuten bin ich sehr nahe und agiere nicht dogmatisch von oben herab», sagt der Mannschafts-Olympiasieger im Florett von 1992. Schreck kann aber auch ganz anders: «Ohne Disziplin geht's überhaupt nicht. Das geht bei Pünktlichkeit los.» Schludrigkeiten duldet er nicht, da kann der auf an der Fechtbahn immer betont ruhig agierende Trainer sehr ungemütlich werden.

Seine Schützlinge, die seit seinem Amtsantritt jedes Jahr WM-Medaillen gewinnen, lassen nichts auf ihn kommen. «Der Uli ist einer der besten Trainer der Welt. Es gibt niemanden, der für den deutschen Fechtstil eine bessere Lektion gibt als Uli Schreck», sagt Olympiasieger Kleibrink. Der Trainer verlangt von seinen Sportlern wie von sich selbst: «Ordne alles dem Erfolg unter.» Bereits im noch relativ jungen Trainer-Alter von 46 Jahren hat er alle Titel erreicht, doch das ist noch lange nicht genug: «Ich sehe nicht, dass ich satt bin. Ich will das Fechten weiter voran bringen.»

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