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Vancouver (dpa)
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Olympia-Arzt Lutz wehrt sich gegen Friesinger

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Olympia-Arzt Gerald Lutz hat sich vehement gegen die Angriffe von Eisschnelllauf-Star Anni Friesinger-Postma gewehrt und behält sich rechtliche Schritte vor.

Dr. Gerald Lutz ist der Mannschaftsarzt der Eisschnelllläufer für die Olympischen Winterspiele 2010.
Dr. Gerald Lutz ist der Mannschaftsarzt der Eisschnelllläufer für die Olympischen Winterspiele 2010.

«Die gegen mich erhobenen Vorwürfe sind inakzeptabel für mich. Ich weise sie von mir», sagte er in einer Stellungnahme des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Vancouver. Bernhard Schwank, der Chef de Mission des 153-köpfigen deutschen Teams bei den Winterspielen, betonte: «Wir haben volles Vertrauen in die von uns nominierten Betreuer.» Wegen der Nominierung von Lutz als Olympia-Arzt hatte Friesinger-Postma scharfe Kritik an der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) geübt.

Es sei jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um weiter auf das Thema einzugehen, meinte Lutz: «Die volle Konzentration liegt in der Betreuung der Athleten aus der deutschen Olympia-Mannschaft, deren Vertrauen ich genieße. Weitere rechtliche Schritte behalte ich mir aber vor.» Schwank verwies darauf, dass alle Betreuer die Ehren- und Verpflichtungserklärung unterschrieben haben. «Es gibt für uns keinen Grund, an der Integrität einzelner oder ganzer Mannschaftsteile zu zweifeln. In Vancouver wird aus unserer Sicht die bestmögliche medizinische Betreuung von allen Athletinnen und Athleten gewährleistet sein», sagte er.

Auch die gesperrte Claudia Pechstein hat den Erfurter Mediziner Lutz verteidigt. «Ihn grundlos öffentlich anzugreifen, kommt einem Rufmord gleich. Ich glaube nicht, dass Anni sich über die Folgen ihrer Aussagen bewusst ist», erklärte Pechstein. Die Berlinerin ist bis zum 8. Februar 2011 wegen auffälliger Blutwerte gesperrt.

Lutz war Teamarzt, als Pechstein bei der Mehrkampf-Weltmeisterschaft im Februar 2009 in Hamar erstmals vom Weltverband ISU über ihre erhöhten Retikulozyten-Werte informiert wurde. Er hatte seinerzeit einen Infekt diagnostiziert. «Lutz hat mir damals gar kein Attest ausgestellt. Letztlich lag die Entscheidung der Absage der WM allein bei mir», sagte Pechstein. Sie habe zwischen der EM und WM tatsächlich einen Infekt gehabt, von dem sie sich nicht zu 100 Prozent erholt hatte. «Dr. Lutz jetzt zu unterstellen, er habe eine falsche Diagnose gestellt, ist aus meiner Sicht absurd», erklärte Pechstein.

Die mit permanenten Knieproblemen kämpfende Olympiasiegerin Friesinger-Postma wird in Vancouver vom Team-Arzt der Shorttracker, Mario Bottesi, betreut. «Auf mich macht es den Eindruck, als wolle Anni lediglich von ihren bislang nicht zufriedenstellenden sportlichen Leistungen in dieser Saison ablenken», sagte Pechstein über ihre langjährige Erzrivalin.

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