Neckarsulmer Sport-Union trifft am Samstag auf Meister Borussia Dortmund

Handball  Es ist das letzte Saisonspiel für die Neckarsulmer Handballerinnen. Ob es, wie schon beim Hinspiel (29:31) auch, ein knappes Resultat wird, wird sich zeigen. Fest steht: Beide Teams wollen die zwei Punkte holen und Dortmund kämpft laut Trainer André Fuhr dafür, ihre historische Saison mit null Minuspunkten zu beenden.

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NSU-Cheftrainerin Logvin will im letzten Saisonspiel gegen den BVB zwei Punkte holen.

Foto: Mario Berger

Wenn die Neckarsulmer Handballerinnen an diesem Samstagabend (18 Uhr) aufs Bundesliga-Parkett schreiten, dann wird es in zweierlei Hinsicht ein besonderes Spiel. Zum einen, weil sie auf den vorzeitigen deutschen Meister Borussia Dortmund treffen und zum anderen, weil es das letzte Saisonspiel ist. Die Bundesliga wird zu Ende sein und neun Monate sowie 30 Spieltage werden hinter Cheftrainerin Tanja Logvin und ihrer Mannschaft liegen. "Ich denke, wir werden uns alle freuen, dass die Saison vorbei ist. Ohne Zuschauer zu spielen und das ganze Drumherum mit Corona war ermüdend", gibt Tanja Logvin zu.

Auch wenn die 29:36-Niederlage gegen Thüringen vom Mittwoch noch etwas im Nacken sitzt, liegt der Fokus auf dem Spiel heute Abend. "Man spielt jedes Partie, um zu gewinnen. Wir müssen jetzt weiter nach vorne schauen und werden unser Bestes gegen Dortmund geben." Schon das Hinspiel Mitte Januar konnte sich mit einem Endstand von 29:31 gegen den damaligen Spitzenreiter und heutigen vorzeitigen Meister sehen lassen. Zwar kein Sieg, aber die ganz große Niederlage war es auch nicht.

"Das war einer unserer knappsten Siege"

BVB-Trainer André Fuhr gesteht: "Wir haben uns im Hinspiel sehr schwer getan. Das war einer unserer knappsten Siege, auch im Rückblick auf die gesamte Saison gesehen. Von daher nehmen wir das Spiel sehr ernst."

Die Sport-Union habe eine gute Entwicklung hingelegt. Vor allem Lynn Knippenborg ist in den Augen von André Fuhr eine NSU-Schlüsselspielerin. Und auch Lucie-Marie Kretzschmar habe sich im Rückraum gut gezeigt. "Das Team ist in den letzten Jahren konstanter in der Leistung geworden und dementsprechend auch in der Tabelle nach oben geklettert." Auch wenn Dortmund der Meistertitel sicher ist, soll es kein Schaulaufen werden. "Wir wollen definitiv gewinnen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir die zwei Punkte im letzten Heimspiel nach Neckarsulm geben wollen", gibt sich André Fuhr mit Blick auf die im Anschluss stattfindende Meisterehrung kampflustig.

Dortmund war schon vergangenes Jahr Spitzenreiter

"Wir sind sehr motiviert, diese historische Saison mit null Minuspunkten zu beenden. Es wäre schön gewesen, wenn wir schon das zweite Mal deutscher Meister gewesen wären", sagt er mit Anspielung auf das vergangene Jahr und den coronabedingten Abbruch.

Anders als bei den Männern des THW Kiel, wurden an André Fuhr und seine BVB-Frauen vom Verband keine Meisterehren vergeben. In gewisser Weise doppelt zum Haareraufen, weil Dortmund zum Zeitpunkt des frühzeitigen Saisonendes an der Tabellenspitze stand. "Wir haben die letzte und diese Saison nur ein einziges Mal verloren, das ist sensationell. Jeder kann selbst beurteilen, ob die Entscheidung dann die richtige war oder nicht."

Johanna Stockschläder wechselt vom BVB nach Neckarsulm

Wenn Dortmund und Neckarsulm am Samstagabend aufeinander treffen, dürfte Tanja Logvin vor allem auf eine Spielerin ein ganz besonderes Auge werfen: Johanna Stockschläder wird nach vier Jahren beim BVB zur Sport-Union wechseln und Selina Kalmbach am linken Flügel unterstützen. Die 26-Jährige hat in ihrer jungen Karriere bereits Europapokal und Championsleague gespielt. In Neckarsulm sieht sie ein Team mit internationalen Ambitionen. "Ich würde mich freuen, ihnen meine Erfahrungen weiter zu geben", sagt Stockschläder, die vor allem die familiäre Atmosphäre bei der Sport-Union sehr schätzt und sich dort gut aufgehoben sieht. "Ich freue mich auf eine neue Umgebung und neue Leute."

Ob der Meistertitel mit dem BVB die Krönung ihrer vierjährigen Zeit in Dortmund ist? Für Stockschläder ist es mehr als das: "Das ist bis jetzt der Höhepunkt meiner Karriere", sagt sie. "Es ist schön, dass ich das miterlebt habe. Aber jetzt ich bin an einem Punkt, an dem ich mich auf ein neues Kapitel in Neckarsulm freue." NSU-Cheftrainerin Tanja Logvin sieht in ihrem baldigen Neuzugang eine unglaublich gute Spielerin, "die perfekt in mein Spielkonzept passt. Auch menschlich gesehen. Ich mag Spielerinnen mit Gewinner- und Killerinstinkt."

Joanna Rode verlässt die Neckarsulmer Sport-Union
Die Linksaußen wechselte im vergangenen Sommer vom TSV Bayer 04 Leverkusen zur Neckarsulmer Sport-Union und verletzte sich frühzeitig in der laufenden Saison schwer am Knie. "Nachdem mein Knie nach der ersten Operation nicht optimal verheilt ist, musste ich mich im Frühjahr leider erneut operieren lassen und bin seitdem auf dem Weg der Besserung. Aktuell mache ich in meiner Heimat die Reha und kann bereits erste Erfolge sehen", erklärt Rode. "Zunächst bin ich unheimlich traurig", äußert sich NSU-Trainerin Tanja Logvin. Aber: "An allererster Stelle steht ihre Gesundheit. Sportlich ist und bleibt Jojo immer ein absolutes Vorbild für jede Handballerin. Wir werden sie definitiv vermissen." 

 


Lisa Könnecke

Lisa Könnecke

Volontärin

Lisa Könnecke arbeitet seit Februar 2020 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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