Unverhoffte Osterruhe für NSU-Frauen

Handball  Positive Schnelltests bei Bensheim-Auerbach sorgen für kurzfristige Spiel-Absage. Ein Nachholtermin ist noch nicht gefunden.

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NSU-Trainerin Tanja Logvin schmeckte die Spielabsage nicht. Letztlich war sie aber froh, von weiteren Unannehmlichkeiten verschont geblieben zu sein.

Foto: Archiv/Veigel

Als das Thema Osterruhe vom politischen Tisch war, hatte sich Tanja Logvin extrem erleichtert gezeigt. Dem Profisport trotz funktionierendem Hygienekonzept einen Riegel vorzuschieben - dafür war der Neckarsulmer Trainerin kein Verständnis zu entlocken.

Und dann kam sie doch, die Osterruhe für ihre Neckarsulmer Sport-Union. Nicht von der Politik verordnet, sondern durch das Hygienekonzepts erforderlich. "Erstmal war ich böse - schon wieder dieses Corona", sagte Logvin am Montag, zeigte sich aber letztlich doch erleichtert, kein gesundheitliches Risiko für alle Beteiligten eingegangen zu sein.

Teile des NSU-Teams hatten sich am vergangenen Samstagnachmittag bereits um den Mannschaftsbus für die Abfahrt versammelt, als das Telefon von Teambetreuerin Jutta Perger klingelte. Ein Bundesliga-Vertreter informierte sie über die kurzfristige Absetzung der geplanten Partie bei der HSG Bensheim-Auerbach.

Bensheim-Auerbach, Bietigheim und Dortmund in Quarantäne

Zwar war die wöchentliche PCR-Testung bei den Bensheimerinnen negativ ausgefallen. Wenige Stunden vor Spielbeginn wiesen allerdings Personen im HSG-Team positive Schnelltests auf, so dass die Partie abgesagt werden musste. "Ein Mädchen hat sich wohl schlecht gefühlt, deshalb haben sie nochmal getestet. Es würde mich nicht wundern, wenn ein Zusammenhang mit Bietigheim besteht", sagt Logvin.

Bei den Bietigheimerinnen hatte es bereits am Donnerstag einen positiven Corona-Fall gegeben, auch ihre Begegnung in Leverkusen musste abgesagt werden. In der Vorwoche waren Bensheim-Auerbach und Bietigheim aufeinander getroffen. Beide Teams befinden sich ebenso in Quarantäne wie Dortmund. Der BVB war noch am Mittwoch gegen die Bietigheimerinnen angetreten und deshalb vom zuständigen Gesundheitsamt in Isolation geschickt worden. Die Dortmunderinnen verpassten damit am Samstag ebenfalls den 25. Spieltag und müssen womöglich zudem an diesem Wochenende in Quarantäne bleiben. Neckarsulm ist deshalb natürlich froh, nicht mit diesem Kreis in Kontakt gekommen zu sein. So lässt es sich verschmerzen, vor dem Topspiel an diesem Freitag gegen Blomberg-Lippe etwas aus dem Rhythmus gekommen zu sein.

Füchse Berlin mit Zwischenstopp in Neckarsulm

Ein Nachholtermin für die Partie gegen Bensheim-Auerbach steht noch nicht fest, wie NSU-Pressesprecher Sascha Göttler mitteilt: "Bensheim wollte eigentlich mittwochs, aber am Wochenende des Pokal-Final-Fours Mitte Mai wäre ja auch noch ein Termin offen."

Zumindest eine Mannschaft hatte sich in Neckarsulm über die vergangenen Tage nicht vergeblich vorbereitet. Weil Männer-Bundesligist Füchse Berlin am Sonntag in Göppingen spielte, war das Team am Donnerstag für ein Kurz-Trainingslager nach Neckarsulm gekommen, um sich in der Pichterichhalle vorzubereiten. Berührungspunkte hat es wegen Corona nicht gegeben - bis auf einen naheliegenden.

Kretzschmar-Familientreffen in der Pichterichhalle

NSU-Youngster Lucie-Marie Kretzschmar ließ es sich am Karfreitag nicht nehmen, am Nachmittag beim Füchse-Training auf der Tribüne zu sitzen. Der Berliner Sportvorstand heißt schließlich Stefan Kretzschmar und ist ihr Vater. So gab es wenigstens für die Neckarsulmer Nummer 33 vor der unverhofften Osterruhe auch ein unverhofftes Ostertreffen.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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