Trainerin Tanja Logvin fordert Punkte von Sport-Union

Handball  Obwohl ihre Mannschaft ersatzgeschwächt ist, reduziert die Cheftrainerin der Neckarsulmer Sport-Union ihre Erwartungen nicht. Gegen Bensheim-Auerbach wünscht sie sich "Sieg und Kampfgeist".

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Ist stets voll dabei: Es sind zwar nur noch drei Spiele, doch Tanja Logvin überlässt weiterhin nichts dem Zufall. Nun zählt ein Sieg gegen die Flames.

Foto: Archiv/Veigel

Trainerin Tanja Logvin braucht nicht viele Worte, als sie gefragt wird, was sie beim Auswärtsspiel heute Abend gegen Bensheim-Auerbach (19.30 Uhr) von ihren Bundesliga-Spielerinnen erwartet: "Sieg und Kampfgeist." Es gehe nicht nur darum, zu zeigen, dass ihr Team zu den besten Sechs auf dem Bundesliga-Parkett gehört, sondern vor allem auch darum, die Platzierung für "die Seele und das Selbstvertrauen" zu verteidigen. "Die Saison ist noch nicht zu Ende", mahnt die Cheftrainerin mit Blick auf die insgesamt drei Begegnungen, die immerhin noch bevorstehen.

Zwei Spielerinnen fallen nach wie vor aus

Auch wenn die Motivation hoch im Kurs steht und die Neckarsulmerinnen ihre bisher erfolgreichste Erstliga-Saison spielen, so schwingen dennoch zwei Wehmutstropfen in Form von personellen Einschränkungen mit: Für Carmen Moser hat die Saison nach dem 40:31-Heimsieg gegen Bad Wildungen mit einem Kreuzbandriss ein ebenso abruptes wie schmerzliches Ende gefunden und auch Kapitänin Natalie Hendrikse setzt wegen der Stauchung ihrer Halswirbelsäule weiter aus.

"Man fühlt sich hilflos"

"Man fühlt sich hilflos", sagt die Kapitänin, die beim letzten Heimspiel gegen Metzingen aufgrund von Kopfschmerzen gar nicht erst in der Ballei war. "Klar ist es schöner, mein Team vor Ort anzufeuern, als nur vor dem Livestream zu sitzen", gibt sie zu.

Mit Carmen Moser, die die Partie gegen Metzingen in der vergangenen Woche mitverfolgte, hatte sie die gesamte Zeit über auf Whatsapp Kontakt. "Ich wollte wissen, wie die Stimmung ist und ob alles klappt", sagt Natalie Hendrikse und hofft, nächste Woche gegen Thüringen wieder einsatzbereit zu sein. Ihr ginge es schon besser, berichtete sie, allerdings mache sie nicht so schnell Fortschritte wie erhofft. "Mal geht es besser, mal schlechter." Das sei von Mal zu Mal unterschiedlich. Jeden Tag geht Hendrikse zur Physiotherapie und versucht auf diesem Weg, ihren Teil zu einer schnellen Genesung beizutragen. Am wichtigsten ist der 26-Jährigen jedoch, dass sich nicht noch jemand aus dem Team verletzt.

Logvin hat dennoch hohe Erwartungen

Trainerin Tanja Logvin hält die Erwartungen derweil trotzdem hoch. "Die Verantwortung liegt jetzt bei den Anderen. Sie haben es in der Hand, wie erfolgreich sie sein werden. Ich will keine Ausreden, sondern Punkte sehen", stellt die Cheftrainerin unmissverständlich klar. Punkte, die gab es bei elf Heimsiegen in der Ballei allemal. Und geht es nach Tanja Logvin sollen sie auch am Freitagabend gegen die Flames nicht ausbleiben. Ob dies ein leichtes Unterfangen wird, wird sich zeigen. "Bensheim-Auerbach ist eine unglaublich starke Mannschaft. Sie werden auf jeden Fall kämpfen", sagt Tanja Logvin.

Nach wie vor zu schaffen mache allen Beteiligten die ungewisse Situation rund um Corona. Die Tests, die kurzfristigen Absagen - wie zuletzt das Spiel gegen den Thüringer HC nur wenige Stunden vor dem Anwurf aufgrund eines positiven Corona-Schnelltests bei den Gegnerinnen. "Es ist psychisch ermüdend", sagt Logvin.

Dazu kommen die fehlenden Fans und leeren Hallen. "Das gleicht einem Trauerspiel", meint Tanja Logvin offen. Eine Begegnung ohne die Anwesenheit der Fans sei wie ein Konzert ohne Zuschauer. "Man kann dieses Gefühl nicht erklären, aber jeder, der Ähnliches durchmacht, weiß, wie ernüchternd das ist." Trotz der schwierigen Umstände habe ihr Team bisher Kampfgeist bewiesen und das Beste herausgeholt. "Ich freue mich aber, wenn die Saison zu Ende ist und hoffe, zur nächsten wird es besser."


Lisa Könnecke

Lisa Könnecke

Volontärin

Lisa Könnecke arbeitet seit Februar 2020 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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