Sport-Union startet bei Buxtehude in eine spezielle Saison

Handball  Neckarsulmer Bundesliga-Auftakt trotz Corona: Nur im Bus darf die Pandemie dem runderneuerten Team von Trainerin Tanja Logvin den Rhythmus nehmen.

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Für Neckarsulms neue Trainerin Tanja Logvin (links) soll es mit viel Tempo nach vorne gehen. Sprints müssen Nathalie Hendrikse und Co. also eine Menge hinlegen.

Die Vorfreude ist enorm. Trotz der speziellen Umstände. Ein halbes Jahr haben sich die Neckarsulmerinnen gedulden müssen, ehe an diesem Samstag ab 16 Uhr endlich wieder ein Pflichtspiel auf dem Plan steht, die Sport-Union nach dem Corona bedingten Saisonabbruch Anfang März nun beim Buxtehuder SV in die neue Runde starten darf. Eine normale Reise ist die 600-Kilometer-Strecke zum Bundesliga-Auftakt im Norden aber noch immer nicht.

Wenn das Team der Sport-Union an diesem Freitag-Vormittag in den Mannschaftsbus steigt, dann wird ein gewisses Unbehagen zwangsläufig mit an Bord sein. Auf der Acht-Stunden-Fahrt müssen schließlich alle durchgängig auf ihrem Platz sitzen bleiben. Mit Mund- und Nasenschutz. Trotz Corona-Tests Mitte der Woche. Die Hygiene-Vorgaben der Liga wollen es so. "Vom Gefühl ist das alles nicht so schön, merkwürdig für den Kopf und wenig verständlich - bei allem Respekt vor der Gesundheit der anderen Menschen", sagt Tanja Logvin.

Nach ihrem Kurzeinsatz auf der NSU-Bank als Interimstrainerin für zwei Monate und sieben Spiele im Jahr 2018 hatte sich die 46-Jährige ihre Rückkehr natürlich auch etwas anders vorgestellt. Zumindest was die Rahmenbedingungen betrifft. Sportlich sah es aber zuletzt sehr gut aus. Die Neckarsulmer Vorbereitung hat durchaus Hoffnung geweckt. Die Fitness wirkte so gut wie selten zuvor, das Tempo hat sich merklich erhöht und auch die deutlich offensivere Abwehr wusste mit Aggressivität und Variabilität zu überzeugen.

Buxtehude ist nicht gerade ein Neckarsulmer Lieblingsgegner

Sport-Union startet beim BSV in eine spezielle Saison

Die Neckarsulmerinnen um Rückraum-Neuzugang Carmen Moser wollen sich nicht aufhalten lassen und aggressiv zu Werke gehen.

Fotos: Mario Berger

Dass Buxtehude nicht gerade ein Neckarsulmer Lieblingsgegner ist und bei den bisherigen sieben Liga-Duellen nur ein einziges Mal geschlagen wurde, interessiert Logvin nicht: "Gegen Metzingen hat Neckarsulm auch nie gewonnen und in der Vorbereitung haben wir sie besiegt - es ist wichtig, dass die Mädels sich nicht selbst Grenzen im Kopf setzen. Es gibt keine Ausreden. Die Vergangenheit ist egal."

Beim BSV macht der Blick nach hinten ohnehin wenig Sinn, denn Buxtehude hat eine ordentliche Frischzellen-Kur hinter sich. Vom aktuellen Kader ihres Ex-Clubs dürfte NSU-Spielmacherin Lynn Knippenborg kaum noch jemanden kennen. "Buxtehude ist eine ganz junge Mannschaft mit gutem Potenzial. Sie hatten zwar viele Abgänge, aber wir müssen trotzdem Respekt haben. Allerdings nicht zu großen", sagt die Neckarsulmer Trainerin zum Kontrahenten.

Trainerin will Ergebnis sprechen lassen

Über die Favoritenrolle redet Tanja Logvin nur sehr ungern: "Wir haben natürlich unsere internen Ziele, wollen aber lieber das Ergebnis sprechen lassen." Keiner wisse außerdem beim Auftakt so richtig, wo er steht: "Perfekten Handball kann man da noch nicht erwarten. Es ist ganz normal, dass es über 60 Minuten mitunter noch einen Leistungsabfall gibt. Aber natürlich wollen wir ambitionierten und kämpferischen Handball zeigen. Das zu hundert Prozent."

Personell hat sich in Neckarsulm zwar nicht so viel getan wie bei Buxtehude, trotzdem ist das NSU-Team runderneuert. Und zwar, was den Spiel-Stil betrifft. "Wir laufen richtig viel, sind fit, geben immer Gas", sagt Knippenborg. Mit schnellen Ballgewinnen soll es zumeist aus einer aggressiven 5:1-Deckung über Gegenstöße zum Erfolg gehen.

Aus dem Rhythmus kommen darf Neckarsulm dabei maximal bei der speziellen An- und Abreise mit Maske im Mannschaftsbus.

 

Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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