Noch ein Klecks mehr Oranje für die NSU-Frauen: Nieuwenweg kommt vom THC

Handball  Die Neckarsulmer Bundesliga-Frauen sind am Samstag gegen Buchholz 08-Rosengarten gefordert. Anouk Nieuwenweg steht dabei als sofortige Verstärkung im Kader.

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Neckarsulms Trainerin Tanja Logvin will Lynn Knippenborg und Co. zu einem weiteren Heimsieg beglückwünschen.

Foto: Mario Berger

Gewinnt die Sport-Union zu Hause, dann fordert Kapitänin Nathalie Hendrikse gerne ein ganz spezielles Lied. Sollte am Samstagabend nach dem Spiel gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten (18 Uhr) wieder der Neckarsulmer Siegersong durch die Ballei tönen, dann weiß eine neue Neckarsulmerin direkt, worum es geht. Schließlich trällert Guus Meeuwis sein Zug-Chanson "Kedeng, Kedeng" auf Niederländisch. Der Muttersprache von Hendrikse, Lynn Knippenborg und Jill Kooij. Und eben auch Anouk Nieuwenweg, die die Sport-Union ab sofort verstärkt. Ein weiterer wichtiger Klecks Oranje für Neckarsulm.

"Mit Anouk Nieuwenweg hat sich bereits früh in der Saison eine mögliche Verstärkung für unser Team ergeben. Wir haben im Sommer bewusst eine Position im Kader offen gelassen, um sie passend zu besetzen und haben diese Spielerin mit Anouk nun gefunden", erklärt Kai Stettner, Geschäftsführer der Neckarsulmer Sport-Union, in einer Pressemitteilung: "Sie bringt bereits viel Bundesliga-Erfahrung mit nach Neckarsulm und kann die vorhandene Lücke auf der rechten Seite perfekt schließen. Wir sind froh, dass der Transfer schnell und unkompliziert funktioniert hat und bedanken uns auch beim Thüringer HC für die gute Zusammenarbeit."

Gute Zusammenarbeit mit THC-Verantwortlichen

Beim Topclub THC hatte sich Nieuwenweg nicht durchsetzten können. Das war auch NSU-Trainerin Tanja Logvin nicht verborgen geblieben. Bereits vor Wochen erkundigte sie sich beim Thüringer Trainer Herbert Müller, ihrem einstigen Coach, darüber, ob er überhaupt noch Verwendung für die niederländische Linkshänderin hat. Letztlich hatte Müller sie nicht mehr, traute der 24-Jährigen keine Weiterentwicklung zu. "Wir freuen uns, dass die Zusammenarbeit mit den THC-Verantwortlichen gut funktioniert hat und der Wechsel kurzfristig zustande gekommen ist. Anouk wird etwas Zeit benötigen, um in unser System zu kommen, aber ich bin mir sicher, dass sie uns sehr helfen wird", sagt Logvin zu ihrer neuen Nummer 26.

Noch ein Klecks mehr Oranje für Neckarsulm: Nieuwenweg kommt vom THC

Vom roten THC-Dress in den Neckarsulmer Blaumann: Anouk Nieuwenweg wechselt von Thüringen zur Sport-Union und darf direkt spielen.

Foto: imago

Für Nieuwenweg soll der Wechsel ein Weg zu mehr Spielzeit sein. Ihr reichte es nicht, "nur auf einem hohen Niveau zu trainieren - ich benötige Spielanteile, um mich weiter entwickeln zu können". Bis zum Ende der Saison 2021/22 hat sie bei der Sport-Union einen Vertrag unterschrieben und soll Dauerläuferin Irene Espinola Perez entlasten. "Mit ihr kommt ein völlig anderer Spielertyp und eine sehr gute Ergänzung zu Irene nach Neckarsulm. Deshalb ist der Wechsel ein großer Gewinn für unsere Mannschaft und genau das, was wir gesucht haben", betont Tanja Logvin. Sie kennt Anouk Nieuwenweg schon aus ihrer Zeit in der niederländischen Jugend-Nationalmannschaft, hat gesehen, wie sich die Linkshänderin sich über vier Jahre beim aktuellen Liga-Konkurrenten HSG Bad Wildungen Vipers zu einer Führungsspielerin und Identifikationsfigur entwickelt hat.

Auch als Nieuwenweg 2019 den Schritt zum französischen Erstligisten Chambray Tourraine wagte, zählte sie in der abgebrochenen Saison mit 74 Toren zu den besten Torschützinnen der Liga. Zu dieser Form soll sie nach dem missglückten THC-Intermezzo zurückfinden. Auch wenn Anouk Nieuwenweg gegen Buchholz-Rosengarten direkt spielberechtigt ist, wird sie wohl nicht sofort die ganz große Hilfe sein können.

Neckarsulm braucht ein paar Prozentpunkte mehr

Ein paar Prozentpunkte mehr würden der Sport-Union gegen Buchholz-Rosengarten aber nicht schaden. Weder beim jüngsten 27:21 in Mainz noch beim 24:24 zuvor bei Halle-Neustadt kamen die Neckarsulmerinnen an die Leistungsgrenze. Gerade in der vermeintlichen Favoritenrolle tut sich das Team von Tanja Logvin schwer.

Die hat Neckarsulm auch gegen den nächsten Gegner inne - ob es der Trainerin gefällt oder nicht. Am Ende des Samstagabends sollte Nathalie Hendrikse ihren Siegersong fordern dürfen - nicht nur, weil Anouk Nieuwenweg ihn versteht.

 

Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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