Neckarsulmer Sport-Union will gegen Buxtehude Revanche für Auftaktniederlage

Handball  Mit dem Schwung von Sarah Wachters Vertragsverlängerung sind die Bundesliga-Frauen auch darum bemüht, das Abrutschen ins Tabellenmittelfeld zu vermeiden.

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Rückraumspielerin Anouk Nieuwenweg (li.) und ihre Kolleginnen zeigten gegen Borussia Dortmund trotz Niederlage eine ansprechende Leistung. "Wir haben ihnen das Leben sehr schwer gemacht", lobte Trainerin Tanja Logvin.

Foto: Mario Berger

Erfreuliche Nachrichten gab es von der Neckarsulmer Sport-Union zuletzt besonders abseits des Feldes: Torhüterin Sarah Wachter verlängerte unter der Woche ihren Vertrag bis 2023 und gab damit "ein wichtiges Signal für die Zukunft", wie Geschäftsführer Kai Stettner sagte - und sich damit auf die mittelfristige Perspektive des Vereins bezog.

Für den eher kurzfristigen Blick auf den weiteren Saisonverlauf wäre jedoch am Samstag (18 Uhr) zuvorderst ein Sieg im Heimspiel in der Ballei gegen die Tabellennachbarinnen des Buxtehuder SV ein wichtiges Signal. Nach zwei knappen Niederlagen zum Jahresauftakt kämpft die NSU zugleich auch gegen ein Abrutschen ins triste Tabellenmittelfeld.

Trainerin zieht positive Erkenntnisse aus der Niederlage gegen Borussiua Dortmund

Zehn spielfreie Tage hatte das Team von Tanja Logvin nach der Zwei-Tore-Niederlage gegen die noch immer verlustpunktfreie Borussia aus Dortmund. Zeit genug, um das Spiel gegen die Profis aus dem Ruhrgebiet und auch die Geschehnisse des ersten Spieltages intensiv aufzuarbeiten. "Wir haben keinen Urlaub gemacht", sagt die Trainerin lachend. Trotz der Niederlage ließe sich auf den ersten 50 Minuten gegen Dortmund aufbauen: "Es hat uns zwar Kräfte gekostet, aber wir haben ihnen das Leben sehr schwer gemacht und sie mit einer hervorragenden Leistung lange unter Druck gesetzt."

Sport-Union will die Hinspiel-Niederlage in Buxtehude vergessen machen

Dass noch mehr Potenzial in der Mannschaft steckt, als es der aktuell achte Tabellenplatz vermuten lässt, hat das erste Saisondrittel gezeigt. "Aus manchen Niederlagen lernt man", doziert Logvin daher und sieht vor allem einen Zugewinn an Erfahrung aus Top-Spielen gegen Meisterschaftsfavoriten wie Dortmund.

Wie groß die Lerneffekte tatsächlich sind, wird sich nicht nur am Samstag, sondern auch beim vergleichenden Rückblick auf den Saisonauftakt zeigen. Denn damals verloren die Neckarsulmerinnen mit 26:28 beim Buxtehuder SV. "Das schmerzt immer noch", gibt die Trainerin zu. Aber ihre Spielerinnen seien damals wie heute mit sich selbst und ihrer Leistung gegen den BSV unzufrieden gewesen. Es gibt in der Ballei also mehr gutzumachen als Plätze im Klassement.

Das relativ junge Team aus Niedersachsen reist unterdessen mit mächtig Rückenwind nach Neckarsulm an. Neben den beiden jüngsten Erfolgen - darunter ein 15-Tore-Sieg gegen Buchholz-Rosengarten - kletterten die Norddeutschen unter der Woche auch am HC Leipzig vorbei auf den zweiten Platz der ewigen Bundesliga-Tabelle. NSU-Trainerin Tanja Logvin dürfte im Vorfeld vor allem auf die stark besetzte linke Seite der Gäste hingewiesen haben. Mit Annika Lott (Rückraum links) und Lone Fischer (Linksaußen) stehen dort zwei Spielerinnen mit Nationalmannschaftserfahrung im Kader.

Vorbildliches Duo zwischen den Pfosten

In der Nationalmannschaft sieht Logvin perspektivisch auch ihre Torhüterin Sarah Wachter. "Sie hat absolut das Potenzial dafür und muss in den nächsten Jahren den Schritt dorthin machen." Mit Isabel Gois bilde sie ein Torfrau-Duo, wie man es "nur selten findet. Beide arbeiten zusammen, unterstützen sich gegenseitig und es gibt eine gesunde Konkurrenz. In dieser Form habe ich das noch nie gesehen", sagt Tanja Logvin.

Umso glücklicher ist sie, dass Wachter noch mindestens zwei Jahre bleibt: "Wir haben alle auf die Vertragsverlängerung gewartet und waren froh, als es endlich offiziell war." Das gebe der gesamten Mannschaft noch einmal einen zusätzlichen Schub. Bis auf die langzeitverletzte Joanna Rohde sind am Samstag alle Spielerinnen mit dabei.

Historie

Die Gäste des Buxtehuder SV sind ein Schwergewicht in der Handball-Bundesliga. Seit 1989 spielt das Team aus Niedersachsen ununterbrochen in der Beletage des Frauen-Handballs und kommt dabei auf 736 Partien. Vier Vizemeisterschaften (zuletzt 2015) und zwei DHB-Pokal-Siege (2015 und 2017) stehen zu Buche. Die Neckarsulmerinnen, die von den vergangenen neun Duellen nur eines gewannen, gehen am Samstag in ihre 109. Erstliga-Partie.


Nils Buchmann

Nils Buchmann

Volontär

Nils Buchmann arbeitet seit Oktober 2020 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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