Neckarsulmer Fußballfans kritisieren Vereinspolitik 

Handball  Die Caballeros NSU hängten am Freitag ein Banner an die Ballei – dem Vorstand der Sport-Union wird ungerechte Verteilung der Gelder vorgeworfen. Fotos der Banner-Aktion machten am Freitag in den Sozialen Netzwerken und via WhatsApp die Runde.

Email
Foto: privat

In großen Lettern war am Freitagmorgen an der Rückseite der Neckarsulmer Ballei der Spruch zu lesen: „Beim Frauenhandball kriegt ihr einen Harten, drum schaut ihr weg bei andren Sparten. Wir sind NSU.“ Zunächst war unklar, von wem das Banner stammte. Eindeutig war nur die Kritik in Richtung des Vorstands der Sport-Union, den Frauen-Handball gegenüber den anderen Abteilungen des Großvereins zu bevorzugen.

Ausgelöst wurde die Aktion durch die Ankündigung, das Handballteam der Männer am Ende der Saison aus der Oberliga abzumelden.

„Wir sahen uns in der Pflicht darauf hinzuweisen, dass die Gelder der Großsponsoren nahezu vollständig in die Handballfrauenmannschaft fließen, während man die Mannschaft der Herren als Minusgeschäft betrachtet und aus der Oberliga zurückzieht. Mit der Aussage wollen wir nicht die Spielerinnen beleidigen, sondern klarstellen, dass zu viele Sparten viel zu sehr in den Schatten geraten sind“, teilten die Caballeros Neckarsulm am späten Freitagabend gegenüber der Heilbronner Stimme mit. Die Caballeros verstehen sich nach eigener Aussage als „Fangruppe, die jedes Mitglied der Sport-Union unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht und Sportart respektiert und akzeptiert“.

Forderung: „Eine gerechtete Verteilung der Gelder“

Ihnen missfällt allerdings, dass einige Abteilungen – genannt wurden Fußball, Rugby und Tischtennis – zu wenig Aufmerksamkeit erhalten würden und „dass die Gelder der Großsponsoren nahezu vollständig in die Handballfrauenmannschaft fließen“. Die Gruppe schlägt eine Ausgliederung des Handball-Bundesligateams vor und wünscht sich „eine gerechtete Verteilung der Gelder und eine Prioritätenumsetzung“.

Bereits am Freitagnachmittag hatte der Vereinsvorsitzende gegenüber der Stimme einen Kommentar zu dem Banner abgelehnt: „Ich muss mich nicht zu allem äußern“, sagte Rolf Härdtner. Wenn es vereinsintern Kritik gebe, dann stehe seine Tür immer offen und sein Handy sei eingeschaltet. Er sei für jede Anregung und jegliche Mitarbeit dankbar.

Im Bezug auf die Oberliga-Handballer teilte Härdtner mit, dass er inzwischen mit jedem Spieler noch einmal ein persönliches Gespräch am Telefon geführt habe, um die sportlichen Perspektiven auszuloten. „Die Gespräche liefen sehr vielversprechend. Es gibt gute Chancen, dass die Mannschaft zu 80 Prozent zusammenbleibt und damit in der nächsten Saison ein Start in der Württembergliga möglich ist“, erklärte Härdtner. 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

Kommentar hinzufügen