Neckarsulmer Frauen zeigen Zuschauern Kantersieg

Handball  140 Fans und Helfer sehen beim letzten Test vor dem Bundesliga-Start ein solides 35:19 ihrer Sport-Union gegen Zweitligist Waiblingen.

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Ein kleiner Teil Neckarsulmer Fans sah zu, wie Natalie Hendrikse und die Neckarsulmerinnen einen klaren Sieg einwarfen.

Foto: Mario Berger

Das Positionsspiel passte. Auf dem Feld und vor allem abseits davon. Der letzte Neckarsulmer Test vor dem Start der Bundesliga-Saison war gleichzeitig auch der allererste vor Zuschauern seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. Über ein halbes Jahr hatten sich die Neckarsulmerinnen ihren Fans nicht auf dem Handball-Parkett der Ballei präsentieren können.

Gegen Zweitligist VfL Waiblingen zeigten sie gestern Abend beim kleinen Wiedersehen einen klaren 35:19 (18:11)-Kantersieg.

Deutlich wichtiger aber: Die NSU-Verantwortlichen und die zugelassenen 140 Zuschauer samt Helfer bewiesen viel Verantwortungsbewusstsein in der speziellen Situation. Konzept und Vorbereitung waren gewissenhaft, Durchführung und Mitarbeit aller Anwesenden tadellos.

Mit vorgeschriebenem Mindestabstand

Die markante Sirene aus den Hallenlautsprechern heulte wie immer, als die Neckarsulmerinnen aufs Feld schritten. Und doch war bei warmem, aber verhaltenem Applaus vieles anders. Wo sonst die "Blaue Wand" steht, eine geballte Ansammlung der treusten NSU-Fans, saßen zehn Zuschauer, zwei Ordner und Abteilungsleiterin Jutta Perger. Mit vorgeschriebenem Mindestabstand, der auf sämtlichen Sitzplätzen der gesamten Halle galt - unabhängig vom gemeinsamen Haushalt oder familiären Verbindungen.

Nach drei Minuten gab es dennoch erstes zaghaftes, rhythmisches Klatschen von der Gegentribüne. Die Sport-Union konnte es nach mittelmäßigem Start gebrauchen. Nach 2:2 (5.) und 4:3 (8.) setzte sich der Favorit, gestützt auf eine solide 5:1-Deckung, aber mit Tempo auf 7:3 ab.

Dank Louisa Wolf wieder in der Spur

Die erste Waiblinger Auszeit zeigte, dass das Ergebnis abseits der Platte aber ohnehin wichtiger war. Sofort gab es per Durchsage die Erinnerung an Maske außerhalb des eigenen Platzes und Mindestabstand beim Verlassen von selbigem. Und die Zuschauer folgten artig. NSU-Trainerin Tanja Logvin musste ihre Mädels zwischenzeitlich hingegen tadeln, als nach dem 12:5 (17.) zu viel Lockerheit einkehrte und der VfL auf 9:13 (23.) herankommen durfte. Louisa Wolf brachte das Team nach ihrer Einwechslung wieder in die Spur und führte die Sport-Union zum 18:11-Pausenstand.

In der zweiten Hälfte durften sich dann auch alle anderen Neckarsulmerinnen noch den auserwählten Zuschauern zeigen, denn Logvin wechselt komplett durch. Den Spielfluss bremste das gegen überforderte Waiblingerinnen nicht. Zügig spurtete die Sport-Union nach 35 Minuten mit dem 23:12 zur Vorentscheidung.

Vorgaben souverän umgesetzt

Beim 29:15 von Lucie-Marie Kretzschmar und der anschließenden Auszeit des VfL nutzte der Hallensprecher die Pause 13 Minuten vor der Schlusssirene bereits, um den Zuschauern zu sagen, in welcher Reihenfolge sie die Halle später zu räumen haben. Nach 60 Minuten und einer etwas ruppigen Schlussphase setzten sie die Vorgaben ähnlich souverän um wie ihre Neckarsulmerinnen mit dem 35:19.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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