Neckarsulm will negativen Gegentor-Trend umkehren

Handball  Bei Buchholz-Rosengarten zählt am Samstag neben einem erfolgreichen NSU-Ergebnis auch die Zahl hinter dem Doppelpunkt. Zuletzt gab es deutlich mehr Gegentore als noch in der Hinrunde.

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Die Neckarsulmer Deckung um Irene Espinola Perez (links) und Nathalie Hendrikse soll wieder deutlich dichter zusammenstehen als zuletzt.

Foto: Imago Images/Eibner

Die entscheidenden Zahlen stimmen. Ganz vorne und ganz hinten. Dort stehen für die Sport-Union beim Blick auf die Bundesliga-Tabelle nach 21 Begegnungen ein starker fünfter Platz und satte 29:13 Punkte. Vier Zähler mehr als noch vor dem jüngsten Doppelspieltag mit zwei Neckarsulmer Siegen.

Dazwischen aber, da wo im Tableau Tore und Gegentore aufgelistet sind, sollte eine Kennziffer künftig einem anderen Trend folgen. Am besten schon an diesem Samstag, wenn ab 19 Uhr die Pflichtaufgabe beim Viertletzten des Klassements, den Handballluchsen Buchholz-Rosengarten, wartet. Dann zählt neben einem erfolgreichen Ergebnis auch die Zahl hinter dem Doppelpunkt.

Rund vier Gegentreffer pro Partie mehr

Denn was die Gegentreffer betrifft, hat Neckarsulm seit dem Start der Rückrunde nachgelassen. In den zwölf Hinrundenspielen bis 13. Januar mussten die Neckarsulmerinnen im Schnitt nur 24,66 Gegentore hinnehmen. Bei den darauffolgenden sechs Rückrundenpartien kassierte die Sport-Union in jeder Begegnung - mit Ausnahme von Göppingen - mehr Tore als beim ersten Aufeinandertreffen, durchschnittlich 28,83.

Nimmt man die drei Nachholspiele noch hinzu, hat sich die Sport-Union seit dem Rückrundenstart auf einen Wert von 29,55 verschlechtert. "Die Mädels machen schöne Tore im Angriff, sind selbstbewusster. Natürlich denkst du dann schnell, dass du die Abwehr ein wenig vernachlässigen kannst - aber das ist nicht so. Wir müssen arbeiten und lernen, unsere Abwehr nicht zu vernachlässigen", betont Trainerin Tanja Logvin.

Der Hinspielsieg basierte auf einer starken Abwehrleistung

Von einer Defensivschwäche will sie nicht sprechen, der Erfolg gibt ihrer Mannschaft ohnehin Recht und macht Kritik schwierig. Aber natürlich ist auch der 46-Jährigen aufgefallen, dass die NSU-Deckung nicht mehr diesselbe Stärke wie noch in der ersten Saisonhälfte besitzt. Mit 33:25 besiegten ihre Neckarsulmerinnen Buchholz-Rosengarten beim Hinspiel in der Ballei. Besonders in der zweiten Hälfte ließ die Sport-Union Ende Oktober defensiv mit nur sieben Gegentreffern ganz wenig zu. Lediglich einen einzigen Treffer schaffte der abgemeldete Kontrahent damals in der Schlussviertelstunde.

"Diese Stärke wollen wir auch jetzt wieder beweisen und dazu noch unser Tempospiel aufziehen", beschreibt Tanja Logvin den Fahrplan zu den nächsten fest eingeplanten Punkten. Die Neckarsulmer Offensive dürfte dabei voraussichtlich etwas leichteres Spiel haben. Denn bei Buchholz-Rosengarten währte die Freude über das überraschende 28:28 in Blomberg am vergangenen Sonntag nicht lange - Torfrau Mareike Vogel erlitt einen Kreuzbandriss. Die erfahrene Keeperin ist für die Luchse eine wichtige Führungsspielerin und Leistungsträgerin. Ansonsten ist das Team mit 18 Spielerinnen aber sehr breit aufgestellt.

Zwei Spielerinnen der Sport-Union waren beim Lehrgang der Nationalmannschaft

Im Neckarsulmer Tor gab es in dieser Woche hingegen erfreuliches zu vermelden. Keeperin Sarah Wachter durfte im Kreis der deutschen Nationalmannschaft wichtige Erfahrungen sammeln. Auch Linksaußen Selina Kalmbach war beim DHB-Regionallehrgang in Ruit von Sonntag bis Mittwoch dabei. Beiden bescheinigte Bundestrainer Henk Groener in einem langen Anschlussgespräch mit Tanja Logvin am Telefon eine sehr positive Entwicklung.

Eine solche soll die Sport-Union nun an diesem Samstag auch bei Buchholz-Rosengarten in der Defensive zeigen. Die entscheidenden Zahlen sind bei allem Abwehr-Anspruch aber letztlich zwei Punkte. "Nach dem Ergebnis fragt später keiner mehr", sagt Tanja Logvin.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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