Mit Wachter und Gois gleich zwei gute Keeperinnen für NSU-Spiel am Samstag

Handball  Auch vor Neckarsulms zehntem Bundesliga-Spiel gegen Bensheim am Samstag bleibt das Duell zwischen den Pfosten erfrischend offen. Sarah Wachter und Isabel Gois liefern sich einen Wettkampf auf Augenhöhe.

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Isabel Gois hat sich im Neckarsulmer Kasten gut eingelebt. Sie schätzt die gemeinsame Arbeit mit Wachter und Oliver Rieth.

Foto: imago images/wolf-sportfoto

Das wohl luxuriöseste Problem der Neckarsulmerinnen befindet sich an diesem Samstag erneut zwischen den Torpfosten der Ballei. Wer dort beim zehnten Bundesliga-Spiel der Sport-Union gegen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach ab 18 Uhr stehen sollte, "ist eine sehr gute Frage", sagt Oliver Rieth schmunzelnd. Der Neckarsulmer Torwarttrainer hat aktuell richtig gut lachen. Denn er erlebt bei seinen beiden formstarken Keeperinnen Sarah Wachter und Isabel Gois "einen absoluten Wettkampf auf Augenhöhe, das freut mich ungemein".

Eine Nummer 1 gibt es nur auf dem NSU-Trikot

Bei Sarah Wachter hielt sich die Freude über den Neuzugang Gois im Neckarsulmer Tor zum Beginn der Saison in Grenzen. Erst recht, als die Portugiesin gleich mal mit viel Spielzeit und zahlreichen Paraden auffiel. "Am Anfang war es für Sarah schon ein Schock", erinnert sich Rieth. Wachter war es aus der vergangenen Runde gewohnt, die unumstrittene Nummer 1 bei Neckarsulm zu sein, war durch Oliwia Kaminska kaum mal herausgefordert. Mittlerweile hat das Duo Wachter/Gois aber bestens zusammen gefunden, betont Oliver Rieth: "Die zwei verstehen sich top. Sarah geht sehr gut damit um. Sie ist froh, dass größere Konkurrenz da ist, das wird sie weiter bringen."

Mit nettem Akzent gibt es nur nette Worte

Auch Frohnatur Isabel Gois nimmt den Wettstreit auf hohem Niveau lieber mit einem Lächeln als mit giftigen Worten. Nach dem jüngsten 30:26-Erfolg gegen Leverkusen gab es von der 25-Jährigen keine Kampfansagen. Trotz satten 13 Paraden und der Auszeichnung zur Spielerin des Spiels. Mit nettem Akzent sprach Gois nur nette Worte: "Sarah ist so gut. Und ich bin auch gut. Und Oli ist auch gut."

Rieth ist sich sogar sicher, dass es noch besser wird: "Wir sind mit der Entwicklung am Anfang. Ich sehe noch viel mehr Potenzial." Was es in Neckarsulm hingegen nicht mehr zu sehen gibt, ist eine echte Nummer 1. Lediglich auf Isabel Gois" NSU-Trikot steht die Ziffer, bevorzugt ist aber keine der beiden Keeperinnen. Die Spielzeit im Neckarsulmer Tor ist nach neun Partien fast gleich auf das Duo verteilt. "Eine funktioniert immer wieder - meistens sogar beide", sagt Oliver Rieth. Wer insgesamt besser funktioniert? Beim Blick auf die bloßen Zahlen der Liga liegt Gois vorn. Für den Neckarsulmer Torwarttrainer ist das aber nur bedingt aussagekräftig: "Ich mache meine eigene Auswertung, die von der HBF finde ich komisch. Da zählt zum Beispiel eine Parade nicht, wenn es danach einen Siebenmeter gibt." Auch die Qualität der jeweiligen Torwürfe ist in der Statistik nicht erfasst.

Eine Nummer 1 gibt es nur auf dem NSU-Trikot

Sarah Wachter steht vor einer neuen Herausforderung. Die neue Konkurrenz bringt sie im Tor aber inzwischen weiter.

Foto: imago images/Eibner

Jede freie Minute wird für Videos genutzt

Da hilft das Auge eines erfahrenen Fachmanns wie Oliver Rieth. Ein Torwartproblem hat es in Neckarsulm mit ihm noch nie gegeben. Kein Zufall, denn er ist auch ohne Hauptamtlichkeit voll bei der Sache. "Jede freie Minute wird für Videos genutzt", sagt Rieth. Die Wurfbilder der Gegnerinnen sind schließlich ein wichtiger Teil seiner Arbeit. Bei Bensheim/Auerbach hat der 54-Jährige besonders bei Ines Ivancok genau hingeschaut. 41 Feldtore hat die Halblinke für die Flames bereits erzielt und ist eine "richtig gute Shooterin". Die HSG-Schlüsselspielerin spricht eher für vermehrte Einsatzzeit für Sarah Wachter im wichtigen Duell mit dem direkten Verfolger.

Die 20-Jährige hat ihre Stärken besonders bei Abschlüssen aus dem Rückraum. "Sie ist bei wurfstarken Spielerinnen sehr sicher. Im Eins-gegen-Eins ist Isi dagegen richtig stark - wobei ich bei beiden die jeweils andere Qualität nicht schmälern möchte", sagt Rieth.

Es zählt viel auch das Bauchgefühl

Wer von seinem Duo in das Spiel startet, ist für ihn nicht essentiell: "Man kann im Handball ja relativ schnell wechseln. Es zählt auch viel das Bauchgefühl. Ich versuche eher kleine Punkte zu finden und schaue nicht so auf die Quote." Das letzte Wort in Sachen Einsatzzeit hat ohnehin Cheftrainerin Tanja Logvin. Für Oliver Rieth kein Problem: "Entscheidend dafür, dass es gerade so gut läuft, ist das Riesenvertrauen, das alle zueinander haben. Ich kann tun und lassen, was ich will und im Training kreativ sein."

Eine Zusammenarbeit, die bisher maximal für Luxusprobleme sorgt.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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