Kommen und Gehen in Neckarsulm: Ineichen hört auf, Senvald kommt

Handball  Die Kapitänin der Neckarsulmer Sport-Union verlässt den Bundesligisten nach fünf Jahren. Eine kroatische Nationalspielerin kommt als Kreisläuferin ins Unterland.

Von unserer Redaktion
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Seline Ineichen hat sich nach ihrer Knieverletzung und der vorzeitig abgebrochenen Bundesliga-Saison nicht mehr von den Neckarsulmer Handballfans verabschieden können. Das soll aber in würdigem Rahmen nachgeholt werden.

Foto: Andreas Veigel

Nach fünf Jahren verlässt die Mannschaftskapitänin Seline Ineichen den Frauen-Bundesligisten Neckarsulmer Sport-Union. Die Schweizerin hat sich nach der inzwischen abgebrochenen Saison entschieden, sich vom Spitzensport zu verabschieden. Neu in den Kader kommt die kroatische Kreisläuferin Sara Senvald, die von RK Lokomotiva Zagreb ins Unterland wechselt.

Im Sommer 2015 ist die inzwischen 29-Jährige über ihre erste deutsche Zwischenstation Frisch Auf Göppingen zur NSU gekommen - wie schon Maike Daniels und Melanie Herrmann - und maßgeblich am Aufstieg ins deutsche Oberhaus beteiligt gewesen. Seline Ineichen entwickelte sich zur Stammspielerin, lief zudem für die Schweizer Nationalmannschaft auf und übernahm in den vergangenen zwei Jahren mit Louisa Wolf das Amt der Kapitänin. In der abgebrochenen Saison hat die Kreisläuferin bis zu ihrer Knieverletzung im Februar 25 Tore erzielt.

Die Entscheidung fiel Ineichen nicht leicht

"Nach fünf schönen Jahren in Neckarsulm habe ich für mich entschieden, dem Spitzensport den Rücken zu kehren und mich neu zu orientieren", sagt Seline Ineichen in einer Vereinsmitteilung vom Freitag. "Der ständige Kampf gegen den Abstieg und die vielen Umbrüche in der Mannschaft waren anstrengend, haben aber trotzdem sehr viel Freude bereitet. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da ich für den Handball gelebt habe und die letzten 15 Jahre dafür alles hinten angestellt habe. Das ist nun keine Entscheidung gegen den Sport, sondern die Freude auf etwas Neues.", sagt Ineichen.

Die Verdienste der Schweizerin streicht auch Kai Stettner, Geschäftsführer der Neckarsulmer Sport-Union, in seinen Worten zum Abschied heraus, hat Ineichen doch die prägenden Jahre der NSU miterlebt. "Wir hätten wir sie gerne noch bis zum letzten Spiel auf dem Feld gesehen und solch eine verdiente Spielerin gebührend vor unseren Fans verabschiedet. Das werden wir aber hoffentlich in der neuen Saison in der Ballei nachholen", sagt Stettner.

Mit der kroatischen nationalspielerin Sara Senvald hat die Neckarsulmer Sport-Union den Wegfall von Ineichen bereits kompensiert. Die 24-jährige Kreisläuferin war in ihrer Heimat bei den Top-Clubs Podravka Vegeta und zuletzt Lokomotiva Zagreb auch schon international aktiv. Zuletzt hätte Senvald auch bei den inzwischen abgesagten Qualifikationsspielen gegen Frankreich im Kader der Kroatinnen gestanden.

"Sara ist eine unglaublich ambitionierte und ehrgeizige Spielerin, die uns verstärken wird. Dabei hat sie ihre Stärken vor allem in der Abwehr. In der kroatischen Schule wurde sie sehr gut ausgebildet", sagt die Neckarsulmer Cheftrainerin Tanja Logvin und fügt hinzu: "Ich bin mir sicher, dass sie uns als anderer Spielertyp im Vergleich zu Jill Kooij sehr weiterbringen wird."

Höheres Niveau in Deutschland

Da in der kroatischen Liga mit Podravka Vegeta und Zagreb vor allem zwei Vereine das Geschehen dominieren und den anderen Mannschaften deutlich überlegen sind, wagt Sara Senvald nun den Schritt nach Deutschland. Sie sagt: "Die kroatische Liga hat im Vergleich zu anderen Ligen in Europa nicht das höchste Niveau, aber ich will mich mit dem Wechsel nach Neckarsulm einer neuen Herausforderung stellen. Für mich ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen."

Die Neckarsulmer Sport-Union ist die erste Station im Ausland für die junge Frau, die in der Region nicht nur ihr Handball-Können vervollkommnen, sondern auch Deutsch lernen möchte.


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