Knifflige DHB-Pflicht mit interessanter NSU-Note

Handball  Gegen Portugal muss für Deutschland an diesem Samstag das WM-Ticket her. Auf Linksaußen kommt es dabei im deutschen Team zum Positionsduell zwischen der künftigen Neckarsulmerin Johanna Stockschläder im Positionsduell mit Selina Kalmbach.

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Ab nächster Saison das NSU-Duo auf Linksaußen, schon jetzt bei der Nationalmannschaft vereint: Selina Kalmbach (li.) und Johanna Stockschläder. Fotos: Imago Images

Der Blick nach Linksaußen lohnt sich aus regionaler Sicht in jedem Fall. Denn die Frau, die dort an diesem Samstag (21.30 Uhr/Sportdeutschland.tv) für das deutsche Team gegen Portugal spielen wird, hat Bezug zum Neckarsulmer Bundesliga-Team. So oder so.

Nach der erstmaligen Nominierung der Ur-NSUlerin Selina Kalmbach berief Bundestrainer Henk Groener kurzfristig auch Johanna Stockschläder ins Aufgebot für das Playoff-Hinspiel um das WM-Ticket. Auf Deutschlands linker Außenbahn beginnt der Wettstreit des Duos also schon, bevor Stockschläder nächste Saison von Dortmund zur Sport-Union wechselt.

Kalmbach konnte in der Vorbereitung die besseren Argumente sammeln

Die besseren Argumente während der Vorbereitung in Frankfurt konnte ganz klar Kalmbach sammeln. Denn ihre künftige Vereinskameradin war noch gar nicht anwesend. Wie sechs weitere Nationalspielerinnen musste sie in Corona-Quarantäne bleiben. Als einzige des Septettes stieg die 26-Jährige am Freitag aber trotzdem in den Flieger nach Portugal.

"Sie ist ja schon geimpft und war in den Tests immer negativ. Es war auf Anhieb klar, dass sie mitfliegen könnte, wenn sie nicht positiv ist, was mit der Impfung hoffentlich ausgeschlossen ist", sagt Henk Groener und betont: "Auf der Linksaußenposition haben wir nur Selina Kalmbach zur Verfügung gehabt. Und somit war das für mich klar und das haben wir mit Johanna auch so besprochen. Sie hat sich schon beim Lehrgang im März sehr gut und wertvoll gezeigt. Sie spielt eine super Saison in Dortmund, hat sich da sehr gut entwickelt und wir haben Vertrauen, dass sie das auch in diesen beiden Spielen bei uns zeigt."

Das DHB-Team ist trotz zahlreicher Ausfälle Favorit

Zwar nimmt der Bundestrainer die Favoritenrolle gegen die Portugiesinnen gerne an. Die Ausfälle der Stammkräfte aus Dortmund und Bietigheim machen die DHB-Pflicht jedoch "nicht einfach, aber es nutzt ja nichts, sich darüber zu beschweren - es ist so, wie es ist".

Der Zustand des zusammengewürfelten deutschen Teams ist für den niederländischen Cheftrainer jedenfalls zufriedenstellend: "Die Mannschaft ist schon ganz ordentlich zusammengewachsen. Wir spielen in einer Konstellation, die wir bis jetzt noch nicht hatten. Das heißt, die müssen sich aneinander gewöhnen, gucken, wer am besten mit wem passt. Wir gehen gut damit um. Die, die dabei sind, die freuen sich, dass sie dabei sind und arbeiten gut miteinander." Der Bundestrainer hat Vertrauen, "dass wir zwei gute Spiele abliefern werden".

Die neuen Gesichter haben ihre Sache bisher gut gemacht

Fiese Einführungsrituale müssen die Debütantinnen vor dem Auftakt nicht fürchten, verrät DHB-Schlüsselspielerin Emily Bölk: "Es ist nicht so, wie man das vielleicht aus Vereinen kennt, dass es bestimmte Rituale gibt. Nach dem ersten Länderspiel ist dann eigentlich immer nochmal eine Kleinigkeit geplant, aber das ist natürlich für die Neuen erstmal noch eine Überraschung."

Bölk spricht nach dem "Corona-Boom " auch von "einigen Überraschungen im Vorfeld". Trotzdem ist die Goalgetterin überzeugt von den "neuen Gesichtern, die das supergut machen - ich glaube, dass wir die Trainingseinheiten bestmöglich genutzt haben, auch wenn noch nicht alles perfekt funktioniert".

Welche Linksaußen letztlich besser funktioniert, ist nicht nur aus regionaler Sicht interessant.

 

Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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