Kein zweiter Neckarsulmer Coup gegen den THC

Handball  Beim Comeback von Kapitänin Nathalie Hendrikse verliert die Sport-Union mit 29:36 beim früheren Abonnement-Meister. Noch ein Spiel steht in der besten Saison der Vereinsgeschichte auf dem Programm.

Email

Zu oft hatten Lucie-Marie Kretzschmar (2.v.r.) und ihre Teamkolleginnen gegen Kerstin Kündig (am Ball) und den Thüringer HC das Nachsehen.

Foto: imago-images/foto2press

Einen Spieltag vor Saisonende steht Platz sechs in der Abschlusstabelle für die Neckarsulmer Sport-Union fest. Nach der 29:36 (14:20)-Niederlage im Nachholspiel am Mittwochabend beim Thüringer HC ist Rang fünf außer Reichweite und damit auch die Minimalchance auf eine Europapokalteilnahme.

Das wird für die Sport-Union kurz vor Ende der besten Bundesligasaison der Vereinsgeschichte aber zu verschmerzen sein. Zum Saisonabschluss gastiert das Team von Trainerin Tanja Logvin am Samstag (18 Uhr) beim frischgebackenen deutschen Meister Borussia Dortmund.

Tanja Logvin ist stolz auf die Saison, aber frustriert wegen der Niederlage

"Natürlich haben die Mädels ein Lob für diese Saison verdient. Sie haben sich gezwungen, über ihre Grenzen zu gehen. Doch heute bin ich erst einmal frustriert über die Niederlage", nahm Logvin die Komplimente von Seiten des Gegners zwar an, haderte aber doch mit der Niederlage. Im Hinspiel hatte ihr Team den ersten Sieg überhaupt gegen den früheren Abonnement-Meister gefeiert.

Logvins früherer Coach auf der Gegenseite lobte besonders Neckarsulms Spielmacherin Lynn Knippenborg: "Sie war noch nie so gut, wie in dieser Saison." Mit seinem Team war der 58-Jährige an diesem Abend selbstredend auch zufrieden. "Wir wollten mit aller Konsequenz eine gute Abwehr stellen. Das haben wir über weite Strecken umgesetzt."

Nach gutem Start unterlaufen Neckarsulm zu viele Fehler

Es waren jedoch die Gäste, die selbstbewusst starteten und nach nach vier Minuten mit 2:0 führten. Die 5:1-Deckung mit Knippenborg in der Spitze hatte der THC offenbar nicht bereits zu Beginn erwartet. Doch die erfahrene Truppe schüttelte sich kurz und fand dann Lösungen. Mit einem 4:0-Lauf war die Partie in nur zwei Minuten gedreht. Es entwickelte sich in der Folge eine schnelle, allerdings auch fehlerbehaftete Partie.

Die Sport-Union verpasste mehrfach den Ausgleich, ließ sich jedoch nicht abschütteln. In der 13. Minute feierte Kapitänin Nathalie Hendrikse nach einer Halswirbelstauchung ihr Comeback, brachte gleich Schwung auf die rechte Außenbahn und steuerte bis zur Schlusssirene noch fünf Treffer bei.

Doch nach dem schönsten Treffer der Gäste zum 13:14-Anschluss durch Jill Kooij kam nicht mehr viel. Aus dem Rückraum häuften sich die Fehlwürfe von Irene Espinola Perez und Lucie-Marie Kretzschmar. Dadurch hatte der THC über die pfeilschnelle und enorm treffsichere Nina Neidhart immer wieder leichtes Spiel. Zudem landete praktisch jeder Abpraller in den Händen einer Spielerin mit rotem Trikot. Die Folge war eine schon deutliche 20:14-Führung für die Gastgeberinnen zur Pause. "Das war vorentscheidend", konstatierte Müller hinterher.

Ausgeglichene, aber spannungslose zweite Hälfte

Die zweiten 30 Minuten verliefen ausgeglichener, ohne jedoch noch einmal spannend zu werden. Beim 23:28 (46.) waren die Gäste am dichtesten dran. Doch den Mini-Lauf unterbrach THC-Coach Müller umgehend mit einer Auszeit. Sein Team blieb in der Spur. Neckarsulm schaffte es einfach nicht, die Abwehr dauerhaft dicht zu bekommen. Die clevereren Thüringerinnen fanden immer Lösungen, im Zweifelsfall mit gekonnten Einzelaktionen.


Neckarsulmer SU: Gois, Wachter (Tor) - Kalmbach, Hendrikse (5), Kretzschmar (5), Knippenborg (7/2), Perez (6), Nieuwenweg (1), Senvald, Kooij (4), Wick (1).


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

Kommentar hinzufügen