Kann NSU-Keeperin Góis die Deutschen noch ärgern?

Handball  Das DHB-Team muss im WM-Playoff-Rückspiel gegen Portugal einen Fünf-Tore-Vorsprung verteidigen. Unterdessen hofft die NSU-Handballerin Selina Kalmbach auf einen Einsatz.

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Isabel Góis will mit Portugal Deutschland das Tor zur WM verschließen. Für ihren Vereinstrainer hat sie gegen die Außen noch Luft nach oben.

Foto: imago-images/Global Images

Nein, die eigene Nation möchte er nicht scheitern sehen. Und doch wäre Oliver Rieth ganz froh, wenn der ein oder andere deutsche Wurf nicht den Weg ins Netz findet. Schließlich steht mit Keeperin Isabel Góis ein Schützling des Neckarsulmer Torwarttrainers zwischen den portugiesischen Pfosten.

"Natürlich fiebere ich auch mit Isa", sagt Rieth vor dem WM-Playoff-Rückspiel an diesem Dienstag (17.30 Uhr/Sport 1) in Hamm. Bereits die erste Begegnung hat er sich am vergangenen Samstag ganz genau angesehen. Und beim deutschen 32:27 (17:10)-Auswärtserfolg naturgemäß besonders auf die Details im Kasten geachtet.

NSU-Torwarttrainer Rieth sieht bei Góis noch Luft nach oben

Portugals Nummer eins, Isabel Góis, bescheinigte Oliver Rieth einen ganz guten Auftritt, sah bei der 25 Jahre alten Bundesliga-Torfrau aber dennoch Steigerungspotenzial: "Es war schon in Ordnung, sie kann aber mehr. Je länger das Spiel gedauert hat, desto schwerer hat sie sich getan. Ich möchte ihre Leistung nicht schmälern, Isa hat auch starke Paraden gezeigt. Gegen die guten deutschen Außenspielerinnen hat sie aber noch Luft nach oben."

Außenspielerin des deutschen A-Kaders ist erstmals auch Selina Kalmbach. Zum Einsatz ist die Abstatterin im Hinspiel jedoch noch nicht gekommen. Auch, weil ihre künftige Neckarsulmer Vereinskollegin Johanna Stockschläder auf Deutschlands linker Seite als beste Werferin einen richtig starken Job machte.

"Für uns steht an oberster Stelle, dass wir das Spiel gewonnen haben und mit einem Fünf-Tore-Vorsprung ins Rückspiel gehen können, in der Hoffnung, dort mein Debüt feiern zu können", sagte Kalmbach.

Bei aller Diplomatie gestand die 23-Jährige aber auch: "Natürlich hätte ich mich sehr gefreut, wenn schon im ersten Spiel mein Länderspiel-Debüt stattgefunden hätte."

Bundestrainer nimmt die erfahrenen Spielerinnen in die Pflicht

Frustriert ist sie trotzdem nicht. Im Gegenteil: "Ich freue mich auf das zweite Spiel und hoffe, dass ganz viele Fans am Dienstagabend einschalten und mitfiebern werden." Ob Bundetrainer Henk Groener ihr dann eine Chance gibt? "Ich erwarte, dass die gestandenen Spielerinnen das Zepter an sich reißen", sagte Groener vor dem Rückspiel: "Sie müssen vorangehen - und werden das auch tun." Klappt es zeitig mit einer klaren deutschen Führung, könnte es auch mit Kalmbachs Debüt funktionieren.

Dass die Portugiesinnen noch einmal für große Spannung im Streit um das WM-Ticket sorgen können, glaubt Oliver Rieth nicht: "Isa darf aber gerne trotzdem ein Riesenspiel machen." Im deutschen Tor muss Rieth neidlos anerkennen: "Dinah Eckerle ist schon eine Klasse für sich." Und damit knallharte Konkurrenz für die andere Neckarsulmer Torfrau, Sarah Wachter.

Die Nationalmannschaft soll für das NSU-Toptalent in Zukunft trotzdem ein Thema werden. In den erweiterten Kader hat es die 21-Jährige bereits geschafft. Mit Deutschlands Nummer zwei für Portugal, Katharina Filter, sieht Oliver Rieth Wachter absolut auf Augenhöhe: "Da muss sie sich nicht verstecken. Aber Sarah hat noch Zeit."


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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