Irene Espinola Perez' Nationalmannschaftsberufung "ist auch eine Prämie für Neckarsulm"

Handball  Obwohl die treffsicherste Werferin der Neckarsulmer Sport-Union in den erfolgreichen Olympia-Qualifikationsspielen gegen Schweden und Argentinien nicht zum Einsatz kam, nimmt die 28-jährige Spanierin viel Positives aus dem Trip nach Llíria mit.

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I. Espinola Perez

Foto: Veigel

Irene Espinola Perez ist keine Frau für markige Kampfansagen. Als die Spanierinnen bei der Olympia-Qualifikation das Ticket für Tokio lösten, stand Neckarsulms Halbrechte zwar im Kader, kam beim Heimturnier in Llíria aber keine Minute zum Einsatz. Ihre gute Laune lässt sich die 28-Jährige davon nicht verderben. Lieber freut sie sich über die veränderte Wahrnehmung des Nationaltrainers von sich und der Neckarsulmer Sport-Union, wie sie im Gespräch mit unserem Redakteur Dominik Knobloch verrät.

 

Frau Espinola Perez, Glückwunsch zur Olympia-Qualifikation mit Spanien. Dabei helfen ließ Sie Nationaltrainer Carlos Viver aber nicht. Warum?

Irene Espinola Perez: Ich war schon lange nicht mehr in der Nationalmannschaft und der Trainer hatte schon eine eingespielte Truppe. Weil am Freitag (28:28 gegen Schweden, Anm. d. Red.) nicht alle spielen konnten, wollte er auch am Sonntag an seiner Gruppe (31:16 gegen Argentinien, Anm. d. Red.) festhalten. Ich glaube, er hatte etwas Angst, etwas Neues zu probieren. Etwas schade.

 

War die Woche in Spanien also umsonst für Sie?

Espinola Perez: Nein, ich habe es trotzdem genossen. Mit dem Nationalteam zu trainieren - und das haben wir zweimal jeden Tag - ist immer etwas besonderes. Es ist etwas anders als im Verein. Ich habe viel gelernt und wusste, dass es schwierig wird, mich anzubieten. Aber es kann immer alles passieren. Vielleicht findet er noch das Vertrauen in mich bis Olympia.

 

In Neckarsulm sammeln sie ja momentan als beste Feldtorschützin reichlich Argumente...

Espinola Perez: Ja, deswegen war ich ja jetzt auch dabei. Für mich ist das eine absolute Auszeichnung. Und es ist auch eine Prämie für Neckarsulm, für unsere Arbeit und den Erfolg. Der Trainer hat mir auch gesagt, dass ich und meine Mannschaft jetzt gut sind. In den letzten Jahren hat er mich auch deshalb nicht angerufen, weil unsere Mannschaft generell nur unten in der Liga gestanden ist. Es ist nicht nur ein Kompliment für mich, sondern für alle. Deshalb bin ich auch zufrieden.

 

Wie zufrieden waren Sie denn zu Zeiten der Corona-Pandemie mit Ihrer Sicherheit?

Espinola Perez: Wir hatten wegen Corona jeden Tag einen Test und waren im Hotel komplett in einer Blase. Wir durften nicht raus, nicht einmal zum Spazieren. Wir durften auch nicht mit anderen Leuten in einen Aufzug. Wir konnten also nicht anders, als uns voll auf Handball zu fokussieren (lacht).

 

Wie sehr liegt Ihr Fokus denn darauf, bis Olympia Teil des Teams zu sein?

Espinola Perez: Ich habe kein schlechtes Gefühl, hätte mich aber natürlich gerne auf dem Feld gezeigt, gerade beim einfachen Spiel gegen Argentinien. In erster Linie zählt für mich aber mein Verein.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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