Erste Belastungsprobe für die Neckarsulmer Ballei

Handball  Im Test gegen Waiblingen spielen die Bundesliga-Frauen der Neckarsulmer Sport-Union am Donnerstagabend wieder vor einer begrenzten Anzahl von Zuschauern. Tickets gab es nur auf Einladung.

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Neckarsulms neue Trainerin Tanja Logvin und ihren Spielerinnen stehen im Test gegen Waiblingen nicht alleine da. Erstmals lässt die Sport-Union einen Teil der Zuschauer in die Halle.

Foto: Ralf Seidel

Auf dem Feld dürfte sich die Komplexität des Tests an diesem Donnerstagabend in Grenzen halten. Wenn die Neckarsulmer Bundesliga-Frauen ab 19.30 Uhr gegen den Zweitligisten Tigers Waiblingen antreten, dann besteht die deutlich größere Herausforderung um das Handball-Parkett herum. Während sich die Neckarsulmerinnen schon am Ende ihrer Vorbereitung befinden, steht für ihre Heimspiel-Stätte Ballei die erste Belastungsprobe an.

Ein lange geplanter Stresstest

Denn dort dürfen sich erstmals seit dem Corona bedingten Abbruch der Saison 2019/20 wieder Zuschauer aufhalten. In begrenzter Anzahl und unter strikten Auflagen. Es ist ein lange geplanter Stresstest der Sport-Union in enger Abstimmung mit der Stadt. Schließlich soll bereits Anfang September die neue Runde starten, das erste Neckarsulmer Heimspiel ist für den 12. September gegen Göppingen geplant.

Doch zuzeiten der Coronavirus-Pandemie und steigender Infektionszahlen kann schon innerhalb weniger Tage wieder vieles anders sein. Auch deshalb haben sich die Neckarsulmer Verantwortlichen nicht direkt an die momentan maximal möglichen 240 Zuschauer in ihrer Halle gewagt. Es werden wohl hundert bis 120 NSU-Anhänger sein, die die Sport-Union für den Test gegen Waiblingen zulässt.

Einen freien Verkauf von Karten gab es nicht. "Wir haben hauptsächlich Sponsoren und Dauerkarteninhaber angeschrieben und eingeladen. Vor allem bei den Dauerkarteninhabern gab es gute Resonanz", sagt Sascha Göttler, der bei der Sport-Union unter anderem für das Ticketing zuständig ist.

Es wird aber kein gewöhnlicher Besuch in der Ballei für die treuen Fans. Ein- und Ausgänge sind klar getrennt, die Laufwege in der Halle gekennzeichnet, abseits des zugewiesenen Sitzplatzes herrscht durchgängige Maskenpflicht. Sechs Securities sorgen für die Einhaltung der Regeln. "Das sich sechs externe Helfer bei nur etwa 200 Zuschauern nicht wirklich lohnen, da müssen wir, glaube ich, nicht drumherum reden", blickt Göttler ehrlich auf die Saison-Planung: "Wir wollen aber schon vor Zuschauern spielen."

Spielerinnen freuen sich über Zuschauer in der Halle

Das wäre natürlich auch im Interesse der Neckarsulmer Spielerinnen. Schon der erste Belastungstest in der Ballei an diesem Donnerstag vor einem Teil der Fans sorgt bei NSU-Urgestein Selina Kalmbach für ein gewisses Kribbeln: "Natürlich waren auch die letzten Tests wichtig, um Spielpraxis zu bekommen, aber so ist es ein ganz anders Feeling, einfach schön."

Die Neckarsulmer Ballei mit über tausend lautstarken Zuschauern - für Kalmbach "etwas Einmaliges". Und natürlich würde die Neckarsulmer Außenspielerin am liebsten schnellstmöglich "vor vollem Haus" auflaufen: "Aber momentan steht die Gesundheit an oberster Stelle. Man sollte kein unnötiges Risiko eingehen."

Selbst wenn gegen Waiblingen nur wenige Zuschauer dabei sein können, freut sich Kalmbach auf das Treffen, auch ohne große Nähe: "Es ist ein erster kleiner Schritt in eine gute Richtung, auch wenn nur ein Bruchteil da ist. Trotzdem kommt ein erstes Gefühl auf. Wir haben hart gearbeitet und wollen uns den Fans präsentieren, ein bisschen Kontakt aufnehmen. Die Stimmung ist dabei gar nicht so wichtig."


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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