Ein Neckarsulmer Handball-Helfer aus vollem Herzen

Handball  Matthias Albrecht ist eine der freiwilligen Stützen, die den Neckarsulmer Bundesliga-Frauen im Hintergrund Halt gibt. Vor allem bei Umzügen und handwerklichen Arbeiten ist sein Händchen gefragt.

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Daumen hoch: Matthias Albrecht hilft dem Bundesliga-Team abseits der Halle bei Umzügen oder Renovierungsmaßnahmen.

Foto: NSU

Die Bundesliga-Saison der Neckarsulmerinnen ist vorzeitig abgebrochen worden. Der Sport steht in Zeiten der Coronavirus-Pandemie so still wie selten. Wann es mit Handball so richtig weitergehen kann, weiß niemand. Und doch ist Matthias Albrecht in ständiger Rufbereitschaft für seine Sport-Union. "Was genau ansteht, ist noch nicht klar. Wir nehmen es, wie es kommt", sagt er pflichtbewusst.

Vom Sehen dürften ihn viele kennen, die die Ballei an Handball-Spieltagen bereits besucht haben. Dann steckt Albrecht in einem grünen Helfer-Shirt und kümmert sich vorwiegend um den Auf- und Abbau der Tribünen. Doch sein Engagement geht über die Halle hinaus.

Ein besonderes Händchen für Umzüge oder Renovierungen

Als Hausmeister an der Christian-Schmidt-Schule in Neckarsulm hat Matthias Albrecht ein besonderes Händchen. Und ist mitunter ein gefragter Mann. Gerade dann, wenn es um Umzüge oder Renovierungsmaßnahmen rund ums Erstliga-Team geht. "Abseits des Sports, wenn man was renoviert, entsteht schon ein engerer Kontakt."

Aus dem Spielerinnen-Nähkästchen plaudern, will Albrecht aber trotzdem nicht. Eine Anekdote lässt er sich zumindest entlocken: "In Erinnerung ist mir die Küchenzeile von Torfrau Oliwia Kaminska geblieben. Herd und Wasseranschluss waren vertauscht, es brauchte mehrere Meter Flexschlauch für Wasser bei nur 15 Zentimetern Abstand zur Wand."

Für Matthias Albrecht brauchte es vor sechs Jahren nur einen Besuch in der Neckarsulmer Handball-Halle: "Ein Freund hat mich mitgenommen, damals noch zu Zweitliga-Zeiten. Seitdem bin ich vom Handballvirus infiziert." Da war es nur naheliegend, zwei Jahre später auch zum Helferteam zu stoßen. NSU-Kapitänin Louisa Wolf weiß um die Wichtigkeit vom Team hinter dem Team: "Sie sind mit Herz und Blut und Herzblut dabei. Bei den Ausländerinnen, die am Anfang noch kein Wort Deutsch konnten, war Matthias mit Händen und Füßen da. Er ist jemand, der in der Halle immer nett und freundlich ist, uns den Rücken stärkt und positiv bleibt."

Kein Bruddler, sondern ein Beschützer

Nein, "das Bruddeln ist nicht mein Ding", weiß auch Albrecht. Ebenso wenig wie Fanatismus. Nur "ab und an geht der Gaul während des Spiels trotzdem mit mir durch". Sind die Emotionen verflogen, stellt sich Matthias Albrecht aber stets schützend vor seine Neckarsulmerinnen. Auch in den Sozialen Medien. "Wenn es zu sehr negativ wird, dann suche ich auch mal den persönlichen Kontakt und lade dazu ein mitzuhelfen", sagt Albrecht. Bloßstellen möchte er damit niemanden. Im Gegenteil. Er will für die NSU-Familie werben.

"Das Helferteam ist sehr offen und besteht aus sehr verschiedenen Leuten mit verschiedenen Fähigkeiten und Begabungen. Das läuft mittlerweile wie eine gut geölte Maschine", sagt Albrecht, betont aber: "Trotzdem wären oft mehr Helfer notwendig."

Mehr Helfer wären wichtig

Er würde sich sehr freuen, "wenn weitere Fans mithelfen. Man sieht oft nur die Arbeit - das schreckt viele ab und man vergisst dabei, wie viel man selber davon profitiert. Gerade jetzt, wo kein Handball möglich ist, wird uns allen sehr bewusst, wie viel uns dieser Sport und die Events bedeuten. Wir vermissen es sehr."

Ein bisschen Hilfe abseits der Halle wird von Matthias Albrecht aber sicher bald schon gebraucht. Wieder einmal. Er wird in Rufbereitschaft sein.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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