Der nächste Neuzugang: Daphne Gautschi verstärkt die Neckarsulmer Sport-Union

Handball  Beim Handball-Bundesligist arbeitet man weiter eifrig am Kader für die nächste Spielzeit - Daphne Gautschi ist bereits der dritte Neuzugang. Unterdessen läuft jedoch der normale Liga-Alltag weiter: Am Mittwoch kommt es zum Spitzenspiel in Blomberg.

Email

Selina Kalmbach (links), hier im Spiel gegen den Thüringer HC, wird auch bei der HSG Blomberg-Lippe energische Gegenwehr erwarten können.

Foto: Mario Berger

Das Hier und Jetzt spielt in Neckarsulm dieser Tage nicht unbedingt die Hauptrolle. Denn bei den Bundesliga-Handballerinnen stehen zurzeit vor allem Vergangenheit und Zukunft im Mittelpunkt. Der Blick zurück richtet sich heute Abend (19.30 Uhr/Sportdeutschlandtv) zunächst auf den elften Spieltag, der eigentlich im vergangenen Dezember hätte ausgetragen werden sollen. Doch wegen der Corona-Infektion rund um die Neckarsulmerinnen musste das Duell bei der HSG Blomberg-Lippe verschoben werden. Heute Abend werden also letzte Altlasten abgearbeitet.

Zugleich richtet sich der Blick nach vorne bereits auf die nächste Spielzeit, die - sollte das Formbarometer der NSU weiterhin so steil nach oben zeigen, auch auf internationalem Parkett stattfinden könnte - seit Wochen eifrig geplant wird. Die 20-jährige Schweizerin Daphne Gautschi, aktuell noch Rückraumspielerin beim französischen Top-Club Metz Handball, ist bereits die dritte bestätigte Neuverpflichtung für die Saison 2021/22. Es geht zurzeit also Schlag auf Schlag rund um das Team von Trainerin Tanja Logvin - keine Atempause, es geht voran.

Duell zweier formstarker Teams

Doch bis Daphne Gautschi die ersten Bälle für die Neckarsulmerinnen durch die Ballei werfen wird, müssen ihre Teamkolleginnen in spe erst einmal ihre Hausaufgaben in Blomberg erledigen. Und das wird beim schlechter positionierten Tabellennachbarn auf Rang fünf kein Selbstläufer.

Beide Teams gehen mit einer Fünf-Siege-Serie in das Nachholspiel - allerdings aus unterschiedlichen Gründen: Während die Blomberger Defensive überzeugt, punkten die Neckarsulmerinnen vor allem dank ihrer Offensive. Für die Sport-Union ist es bereits der zweite Zehn-Punkte-Lauf, nachdem der erste zum Jahresauftakt endete. Was macht Tanja Logvin also optimistisch, dass er dieses Mal ausgebaut wird? "Wir glauben an die eigenen Stärken", sagt die Trainerin dem neuen Selbstverständnis der Sport-Union entsprechend.

Das Auf und Ab beim Sieg am vergangenen Samstag gegen die Kurpfalz Bären mit durchwachsenem Start und dominantem Schlussspurt ist indes sorgsam aufgearbeitet worden: "Zehn gute Minuten haben uns gereicht, aber das ist schon Vergangenheit und bringt uns nicht mehr weiter." Man könne eben auch schlecht spielen und gewinnen, sagt Tanja Logvin und unterschlägt nonchalant, dass niemand gewinnt weil, sondern obwohl er schlecht spielt.

Reichlich Vorschusslorbeeren für Daphne Gautschi

Dafür, dass schlechte Spiele zukünftig eine Seltenheit bleiben, soll dann auch Daphne Gautschi sorgen. "Sie ist eine wirkliche Granate. Ich bin mir sicher, dass sie uns mit ihrer internationalen Erfahrung weiterbringt", ist Logvin überzeugt.

Die 20-Jährige kennt die Bundesliga und hat auch schon einmal in der Ballei gespielt. 2018 war das, bei einem Testspiel mit der Schweizer Nationalmannschaft. Die 1,73 große Rückraumspielerin hat bereits mit 16 Jahren ihre Heimat verlassen und ist in die große weite Handballwelt aufgebrochen. Bereits mit 17 debütierte sie für Metz in der Champions League. 2019/20 lieh der französische Topclub das Talent an die SG BBM Bietigheim aus, wo sie unter ihrem Nationaltrainer Martin Albertsen spielte. In der aktuellen Saison spielt sie mit Metz um die Meisterschaft und um den Einzug ins Final Four der Champions League.

"Es sind die spannendsten Partien der ganzen Saison, die in den nächsten Wochen vor uns liegen und ich freue mich sehr darauf", sagte Gautschi laut einer Vereinmitteilung. Mit dem Wechsel nach Neckarsulm verspricht sie sich "mich durch viele Spielminuten zu einer Leistungsträgerin zu entwickeln".

Neckarsulms Transfer-Erfolgsgeheimnis

Johanna Stockschläder, Sharon Nooitmeer und jetzt Daphne Gautschi - die Neckarsulmer Sport-Union bedient sich bei ihren Neuverpflichtungen aus dem obersten Regal. Mit Geld allein gelingt das nicht. "Unser Budget für die nächste Saison ist nicht höher als für die aktuelle Spielzeit", sagt Geschäftsführer Kai Stettner. Es zählten eben auch andere Faktoren. "Das familiäre Umfeld, sportlicher Erfolg und eine Trainerin, die Spielerinnen weiterentwickeln kann", erklärt Stettner das Transfer-Erfolgsgeheimnis.

 

Nils Buchmann

Nils Buchmann

Volontär

Nils Buchmann arbeitet seit Oktober 2020 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

Kommentar hinzufügen