Das Ziel der Neckarsulmer Handballerinnen: Vier Punkte in drei Tagen

Handball  Zwei Pflichtaufgaben stehen den Neckarsulmer Bundesliga-Handballerinnen am Freitagabend und am Sonntag in der Ballei bevor. Zu Gast sind der SV Halle-Neustadt und der FSV Mainz 05.

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Gut aufwärmen ist nicht nur für die beiden Neckarsulmer Keeperinnen Sarah Wachter (links) und Isabel Gois wichtig.

Foto: Andreas Veigel

Tanja Logvin hat im Handball eigentlich schon alles erlebt. Die 46-Jährige war selbst in sechs verschiedenen Ländern am Ball und gewann dabei zweimal die Champions League. Auch als Coach hat sie in zehn Jahren zahlreiche Erfahrungen gesammelt. "Aber so etwas sehe ich zum ersten Mal in meiner Karriere", sagt die Neckarsulmer Trainerin schmunzelnd.

Zwei Begegnungen innerhalb von nur drei Tagen - der Bundesliga-Fahrplan hält für Spieltag 20 und 21 eine echte Besonderheit bereit. "Das ist natürlich ein schweres Programm, aber die anderen müssen ja auch so spielen", nimmt es Logvin mit einem Schulterzucken.

Tanja Logvin erwartet zwei Siege von ihrem Team

Am Freitagabend empfängt ihre Sport-Union um 19.30 Uhr den SV Union Halle-Neustadt, ehe dann bereits am Sonntag (17 Uhr) der 1. FSV Mainz 05 in die Ballei kommt. "Ich will keine Ausreden - das sind zwei Pflichtsiege. Ich erwarte eine klare Antwort und hundert Prozent Einsatz", betont die NSU-Trainerin: "Wir spielen diesmal nicht gegen Blomberg und Bietigheim. Das ist jetzt schon ein Unterschied an Qualität und noch dazu sind es zwei Heimspiele - wir können nicht klagen."

Einiges zu beklagen hatte Tanja Logvin nach der jüngsten Neckarsulmer 24:36-Schlappe in Bietigheim, als ihr Team sich vergangenen Samstag nach 35 manierlichen Minuten ohne jedwede Gegenwehr dem Favoriten ergab. Das bittere 29:30 drei Tage zuvor bei Blomberg-Lippe schien noch in den Neckarsulmer Köpfen zu sein und den sonst so tadellosen Kampfgeist entscheidend zu hemmen.

Sicher auch deshalb möchte die NSU-Trainerin vor dem Heimspiel-Doppelpack nichts von Kräftesparen und Schonung ab gewissen Spielständen hören: "Wir sind professionell genug, um genau zu wissen, um was es geht."

Enttäuschendes Hinspiel bei Logvins Ex-Club

Für Logvin zählt dazu neben vier Punkten ebenfalls, sich für das enttäuschende 24:24-Unentschieden im Hinspiel bei Halle-Neustadt zu rehabilitieren. "Vielleicht 50 Prozent unseres Niveaus", sah sie bei ihren Neckarsulmerinnen damals und erwartet gegen ihren Ex-Club nun bei allem Respekt, "dass sich unsere Qualität durchsetzt". Mängel machten sich zuletzt besonders in der Defensive bemerkbar: "Da müssen wir wieder deutlich besser stehen."

Richtig gut standen hinten zuletzt nur die Neckarsulmer Torhüterinnen Sarah Wachter und Isabel Gois. Gerade letztere wird gegen Halle-Neustadt noch einmal besonders motiviert sein, schließlich stand sie dort zwei Jahre lang zwischen den Pfosten. Für Tanja Logvin ist die Partie gegen den Ex-Club ebenfalls "etwas besonderes", es gehe aber in erster Linie um den Erfolg der Mannschaft und nicht um persönliche Verbindungen. Die Trainerin der Sport-Union weiß genau: "Halle braucht die Punkte."

Aufsteiger hält sich bisher oberhalb der Abstiegsränge

Der Aufsteiger hat sich seit dem Duell mit Neckarsulm in der Tabelle vor den Abstiegsplätzen eingependelt und feierte am vergangenen Wochenende einen wichtigen 30:23-Sieg bei den Ketscher Kurpfalz Bären. Mit 12:24 Punkten hat die Mannschaft von Trainer und Geschäftsführer Jan-Henning Himborn ein dünnes Vier-Punkte-Polster auf den Relegationsplatz.

Weil Halle-Neustadt am Sonntag Topteam Bietigheim empfängt, dürfte klar sein, auf welcher der beiden Begegnungen der SV-Fokus besonders liegt. Wenn überhaupt Punkte zu holen sind, dann sicher eher gegen den Sechsten, lautet die Devise. Die Neckarsulmer Devise ist ebenfalls unschwer zu erahnen: Vier Punkte innerhalb von drei Tagen. Ohne Ausreden.

Besondere Begegnung
Für Sophie Lütke hat die Bundesliga-Partie Neckarsulm gegen Halle-Neustadt wohl die speziellsten Rahmenbedingungen. Die beiden Clubs haben bereits bekannt gegeben, dass die 30-Jährige nächste Saison zur Sport-Union wechselt. An diesem Freitag aber wird sie noch das Trikot der Wildcats tragen. "Ich gehe das ganz professionell und locker, mit nicht so viel persönlichem Druck an. Wir haben nichts zu verlieren", sagt Lütke. NSU-Trainerin Tanja Logvin ist voll des Lobes für ihren künftigen Zugang: "Sie ist eine absolute Spielführerin und Kämpferin. Sie wird wie immer 120 Prozent geben und extrem motiviert sein." 


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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