Torfestival beim Test-Duell der regionalen Top-Teams

Handball  Frauen-Bundesligist Neckarsulm bezwingt Drittliga-Aufsteiger Schozach-Bottwartal in einem Handball-Testspiel mit 42:24.

Von Stephan Sonntag
Torfestival beim Test-Duell der regionalen Top-Teams

Im ungewohnten Rot verteidigt Svenja Kaufmann (li.) gemeinsam mit Sina Klenk (re.) gegen Neckarsulms Chantal Wick.

Foto: Andreas Veigel

Es war ein freundschaftliches Aufeinandertreffen in der Ballei - ohne jedwedes böses Blut. Die beiden höchstklassigen Frauenteams aus der Region boten am Donnerstagabend ein attraktives Handballspiel, das Bundesligist Neckarsulmer Sport-Union am Ende standesgemäß mit 42:24 (20:13) gegen Drittliga-Aufsteiger SG Schozach-Bottwartal gewann.

"Tempo, Tempo, Tempo, spielen, spielen, spielen", hatte Neckarsulms Trainer Pascal Morgant als Devise für die Partie ausgegeben und hinzugefügt: "Wenn wir schon ein Spiel gegen einen Drittligisten machen, dann ist es gut, wenn da ein bisschen Brisanz drin ist." Die resultierte daraus, dass gleich vier Spielerinnen der Gäste früher mal das Neckarsulmer Dress trugen, und spiegelte sich in der für ein Testspiel stattlichen Kulisse von 300 Zuschauern wider.

Aushilfe am Kreis

Da passte es, dass die einzige Wechselgängerin auf der anderen Seite den Torreigen eröffnete. Selina Kalmbach, die in der A-Jugend-Bundesliga für die SGSB spielte, traf für Neckarsulm zum 1:0. Und zwar aus ungewohnter Position - vom Kreis. Da die beiden etatmäßigen Kreisläuferinnen Jill Kooij und Seline Ineichen verletzt fehlten, half die etatmäßige Linksaußen wie schon beim vorangegangenen Testspiel in der Schweiz am Kreis aus. "Jetzt habe ich bald alle Positionen durch", lachte sie hinterher.

Die Gäste spielten aber von Beginn an munter mit. Cinja Wehe am Kreis und Neuzugang Denise Geiger aus dem linken Rückraum trafen immer wieder. Das Neckarsulmer Urgestein Svenja Kaufmann zog die Fäden bei der SGSB. "Ich hatte richtig Druckbetankung die letzten Wochen und Spielzüge gelernt", verriet sie hinterher. Das Playbook hat sie überall mit dabei. "Außerdem finde ich, dass mir das rote Trikot auch ganz gut steht."

Die Defensive des Bundesligisten vernachlässigte allerdings in der Anfangsphase auch etwas das Blockspiel und ließ die nötige Zweikampfhärte vermissen. Torhüterin Oliwia Kaminska war ebenfalls kein Faktor.

Auszeit von Trainer Morgant

Beim Stand von 12:10 (19.) hatte Morgant erst einmal genug gesehen und nahm eine Auszeit. Die zeigte Wirkung. Mit einem Drei-Tore-Lauf baute die Sport-Union den Vorsprung schnell auf 15:11 (21.) aus.

Deutlich setzte sich der Bundesligist aber erst im zweiten Durchgang ab. Nele Reimer spielte nun auf halblinks im Angriff für Lucie-Marie Kretzschmar und Sarah Wachter stand im Tor. "Nele hat viel Dynamik reingebracht", lobte Morgant.

Beim 25:15 (36.) betrug der Vorsprung erstmals zehn Treffer. Achtungszeichen auf der Gegenseite setzte Torhüterin Tabea Kraft, die nach dem Seitenwechsel die ehemalige Neckarsulmerin Jana Brauch ablöste. Zwei sicher gehaltene Geschosse von Reimer und Birna Haraldsdottir sorgten für Raunen im Publikum. "Ich war auch echt baff", sagte SGSB-Coach Michael Stettner. In der Schlussphase verließen den Drittligisten aber zusehends die Kräfte und der Rückstand wuchs noch beträchtlich an. "Wir haben sie zeitweise ein bisschen geärgert. Das war ganz gut", freute sich die Ex-Neckarsulmerin Tanja Brunn.


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