Nichts zu ernten für die NSU-Frauen beim BVB

Handball  Neckarsulmer Sport-Union verliert mit 25:35 beim Tabellenführer der Bundesliga. Dezimierte Gäste kassieren zu viele Kontertore.

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Nach langer Verletzungspause kommt Chantal Wick (rechts) Woche für Woche besser in Form und hat nun endlich ihre ersten fünf Saisontreffer erzielt.

Foto: Archiv/Veigel

Wie erwartet war die Dienstreise nach Dortmund nicht vergnügungssteuerpflichtig. Mit einer 25:35 (11:17)-Niederlage im Gepäck stiegen die Bundesligafrauen der Neckarsulmer Sport-Union am Samstagabend wieder in den Bus. "Eine Niederlage mit zehn Toren Differenz habe ich mir nicht unbedingt gewünscht", sagte Maike Daniels.

Die NSU-Trainerin war zwar froh, dass ihr personell ausgedünnter Kader bis zum Schluss gegen die schwarz-gelbe Übermacht ankämpfte. Ihr missfiel jedoch die hohe Fehlerzahl. "Wir wollten den BVB viel häufiger in den Positionsangriff zwingen. Doch durch Leichtsinnsfehler im Angriff haben wir die Dortmunderinnen zu Gegenstößen eingeladen. Damit machen wir es ihnen natürlich viel zu einfach."

Maike Daniels hat nur zwei Auswechselspielerinnen

Gerade einmal zwei Wechseloptionen fürs Feld hatten die Gäste aus dem Unterland mit ins Ruhrgebiet gebracht. BVB-Coach André Fuhr durfte dagegen nahezu aus dem Vollen schöpfen. "Dortmund kann wechseln ohne Ende und hat natürlich ganz viel Qualität auf der Bank", sagte Daniels.

Bereits in der siebten Minute setzten sich die Gastgeberinnen auf 5:2 ab, nach einer Viertelstunde hieß es 11:5. Immerhin wuchs der Rückstand der Gäste bis zum 17:11-Pausenstand nicht weiter an. Doch nach dem Seitenwechsel folgte eine bittere Phase. Gerade einmal fünf Minuten benötigte der Tabellenführer, um mit einem 7:0-Lauf zum 24:11 alles klar zu machen. BVB-Coach Fuhr war trotzdem nicht rundum zufrieden, denn sein Team ließ die Gäste im Anschluss weiterleben und blieb acht Angriffe in Folge ohne Torerfolg. "Da fehlten uns die zwei K - Konsequenz und Kondition", sagte der 48-Jährige.

Großer Vorsprung, viele Wechsel

Das war allerdings Kritik auf hohem Niveau. Mit dem großen Vorsprung und den vielen Wechseln ließen sich diese kleinen Brüche beim Meisterschaftsanwärter recht einfach erklären. Kurz nach Spielende blickte Fuhr daher schon nach vorne: "Es kommen noch schwierigere Aufgaben auf uns zu - und da müssen wir uns noch steigern."

Ganz so schnell wollte Daniels die Partie nicht abhaken. Ihr gefiel zwar, wie ihr Team durch drei Tore von Louisa Wolf sowie Treffer von Chantal Wick und Jill Kooij den Rückstand in der 45. Minute wieder auf weniger als zehn Treffer verkürzte. "Es war positiv, dass wir nach dem 0:7-Lauf nicht die Köpfe haben hängen lassen. Doch über die 19 Gegentore durch Konter werden wir nochmal reden müssen."

Chantal Wicks erste fünf Saisontreffer

Einen überzeugenden Auftritt auf Linksaußen legte Chantal Wick hin, die nach langer Verletzungspause langsam ihr Können andeutet, gegen den BVB ihre ersten fünf Saisontreffer erzielte und mit Birna Berg Haraldsdóttir sowie Louisa Wolf zu den Top-Torschützinnen ihres Teams zählte. "Sie hat ihre Sache gut gemacht und sich auf der Position gut eingefügt", sagte Daniels. Der Trainerin fehlen derzeit ja mit Michelle Goos und Selina Kalmbach beide etatmäßigen Spielerinnen auf dieser Position.

Das wird auch am kommenden Samstag der Fall sein, wenn nach drei Auswärtsspielen in Folge mal wieder in der heimischen Ballei aufgelaufen wird. Gegner ist dann der Buxtehuder SV, der im Hinspiel mit 33:29 bezwungen wurde.

Neckarsulmer Sport-Union: Wachter, Kaminska (Tor) - Wolf (5), Hendrikse (2), Knippenborg (2), Wick (5), Zeba, Haraldsdóttir (5/1), Reimer (2/2), Kooij (4/1). Beste Schützinnen des BVB: Sobiech (9/4), Dulfer (5), Roch (5/2). Siebenmeter: BVB 4/4; NSU 6/4. Zeitstrafen: 2/2. Zuschauer: 453.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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