Neckarsulmer Handballerinnen schaffen Einstand nach Maß

Handball  Die Neckarsulmer Sport-Union feiert beim ersten Bundesliga-Heimspiel ein deutliches 30:21 gegen Aufsteiger Mainz. Die Zugänge zeigen sofort ihren Wert, außer vielleicht bei den Zutaten für das anschließende Kabinenfest.

Neckarsulmer Handballerinnen schaffen Einstand nach Maß

Die Richtung stimmt: Neckarsulms Trainer Pascal Morgant weiß mit Spielmacherin Lynn Knippenborg eine erfahrene Leaderin an seiner Seite. Auch die anderen Zugänge konnten beim ersten Heimauftritt überzeugen.

Foto: Andreas Veigel

Ein bisschen klang es schon nach einer Drohung. Zumindest für die Bundesliga-Konkurrenz - sofern Deutsch mit starkem niederländischem Akzent bedrohlich klingen mag. "Ich kann auf jeden Fall noch viel besser", versicherte Lynn Knippenborg am Samstagabend mit dem sympathischen Zugenschlag aus dem Nachbarland.

Ihr Gesicht leuchtete in ähnlichem Rot wie das 30:21, welches von der Anzeigetafel der Neckarsulmer Ballei strahlte. Die Halle "kannte ich ja schon aus meiner Zeit bei Buxtehude. Es ist schön, die blaue Wand jetzt hinter sich zu haben. Es hat mich wirklich gefreut, dass so viele Leute gekommen sind. Richtig geil, wenn man das erste Heimspiel so gewinnen kann. Das tut gut", sagte die Spielmacherin nach dem erfolgreichen Heimspiel-Auftakt gegen den überforderten Aufsteiger FSV Mainz 05.

Qualität und Charakter der Zugänge stimmt

Und die 27-jährige Leaderin tat der Sport-Union mit vollem Einsatz bei ihrem Einstand in Neckarsulm ebenfalls richtig gut. Genau wie die anderen Neuzugänge. "Ich denke schon, dass wir gute Qualität bei den neuen Spielerinnen haben. Noch wichtiger ist aber, dass wir auch sehr, sehr gute Charakteren dazu gewonnen haben", lobte Trainer Pascal Morgant. "Hart und harzlich, hart und harzlich", skandierten die Neckarsulmerinnen den neuen Teamslogan später beim Feiern in der Kabine immer wieder lautstark und hämmerten dazu mit den Händen rhythmisch gegen die Wand.

Auch auf dem Spielfeld hatten sie vorab von Anfang an einen guten, gemeinsamen Takt gefunden - angeführt durch klare Ansagen von Knippenborg. Beim 10:5 der Sport-Union nach 14 Minuten griff Gäste-Coach Thomas Zeitz erstmals zur Auszeit. Den Schwung der starken Sport-Union bremste er damit aber nicht. Erst nach Zeitz" zweiter Auszeit beim 14:7 (22.) kam Neckarsulm nach einigen Wechseln und ohne Knippenborg etwas aus dem Tritt und strauchelte mit einem unnötig knappen 16:13 in die Pause.

NSU-Trainer Pascal Morgant ärgert Schwächephase

"Das ärgert mich total, weil ja weiter die Chancen da waren. Wir hatten in der Phase, glaube ich, fünf Pfostenwürfe. Dann hatten wir kurz hängende Köpfe, was eigentlich gar nicht nötig war, weil wir nicht schlechter gespielt haben", monierte Pascal Morgant, der aber auch betonte: "Das jetzt noch nicht alles passen kann, ist ganz normal. Auch, dass es auf diesem Niveau noch kleine Rhythmusstörungen gibt."

Anfang der zweiten Hälfte waren die noch immer zu sehen. Beim 16:17 (36.) hatte Außenseiter Mainz plötzlich den Anschluss geschafft. Doch die Sport-Union verfiel nicht in altbekannte Panik. Irene Espinola Perez fand im rechten Rückraum rechtzeitig ins Spiel und auch Rechtsaußen Nathalie Hendrikse zeigte mit insgesamt fünf Treffern sofort ihren Wert. Allerspätestens bei ihrem 26:17 war die Partie neun Minuten vor der Schlusssirene vorentschieden. Der Wille des tapferen Aufsteigers gebrochen. Morgant konnte allen Akteurinnen Spielzeit geben und Kräfte sparen.

Gemüse und Brot

Ins Zeug legten mussten sich die Neuzugänge dann erst nach der Partie noch einmal. Jede hatte etwas zu essen vorbereitet, um das Team beim anschließenden Kabinenfest zu verwöhnen. Keeperin Sarah Wachter hielt sich, nachdem sie auf dem Feld fast alles gehalten hatte, auf Gemüse mit Dips.

Lynn Knippenborg brachte Brot mit. "Ich bin nicht so gut im Kochen", gestand die Niederländerin mit entwaffnendem Lächeln. Zumindest auf dem Feld kann sie aber noch viel besser.


Neckarsulm: Wachter (15 Paraden), Kaminska (1) - Kalmbach (1 Tor), Wolf (1), Hendrikse (5), Knippenborg (3), Wick, Zeba, Haraldsdóttir (6/6), Goos (1), Ineichen (3), Reimer (2), Espinosa Perez (6), Kretzschmar (2).

Beste Schützinnen Mainz: Bauer (4), Soffel (4), Fischer (4).

Siebenmeter: NSU 7/6, FSV 1/1.

Zeitstrafen: 1/4;Zuschauer: 748.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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