Neckarsulmer Bundesliga-Frauen gehen mit Ruhe in die Rückrunde

Handball  Gegen das starke Team aus Leverkusen starten die Frauen der Sport-Union in der heimischen Ballei ohne Druck in die zweite Saisonhälfte der Handball-Bundesliga. Gespielt wird am Samstag um 18 Uhr.

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Maike Daniels (Mitte) hat bei der Sport-Union um den Vereinsvorsitzenden Rolf Härdtner erst einmal für Erleichterung gesorgt.

Foto: Andreas Veigel

Maike Daniels kann eigentlich mit aller Ruhe in die Bundesliga-Rückrunde starten. Durch ihren ersten Sieg im zweiten Spiel als Neckarsulmer Cheftrainerin zuletzt gegen Bad Wildungen hat sie den ganz großen Druck von der Mannschaft genommen. Und wesentlich steigen sollte der auch an diesem Samstag nicht. Denn dann kommt mit den Werkselfen von Bayer Leverkusen um 18 Uhr ein Topteam in die Ballei, gegen das die Neckarsulmerinnen kaum etwas zu verlieren haben.

Mit 34:25 hat die Truppe von Renate Wolf und Michael Biegler in der vergangenen Woche Pokalsieger Thüringen von der Platte gefegt.

Die Sport-Union kann also völlig befreit in die Partie gehen. Zählbares gegen den Sechsten erwartet niemand. "Die Favoritenrolle liegt klar bei Leverkusen. Sie spielen im Moment sehr, sehr gut. Das muss man neidlos anerkennen. Wir möchten das Spiel trotzdem so lange wie möglich offen halten", sagt Daniels.

Maike Daniels fürchtet den Schritt zurück nicht

Auch, dass die Trainer-Frage in Neckarsulm für die kommende Saison unter der Woche offiziell geklärt worden ist, dürfte der Mannschaft Ruhe geben. "So hängen die Spielerinnen nicht so in der Luft", sagt die Chefin auf Zeit, die noch für 13 Spiele den Hut auf hat, ehe sie an Tanja Logvin übergibt und wieder zur Co-Trainerin der Sport-Union wird.

Den Schritt zurück fürchtet Maike Daniels nicht: "Der Verein soll insgesamt einen Schritt nach vorne machen, da bin ich im Moment nicht auf meine Person aus." Was zählt, sei schnellstmöglich den Klassenerhalt klar zu machen, betont sie. Vor der Saison schienen die Ziele in Neckarsulm noch deutlich höher gehängt.

Was die bloße Punktausbeute betrifft, hat die Sport-Union sich in der abgelaufenen Hinrunde nur unwesentlich weiterentwickelt. 8:18 Zähler sind zwar der bisherige Bestwert der Bundesliga-Historie, jedoch nur eine minimale Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren. 6:20 lautete jeweils die Bilanz der ersten Saisonhälfte 2018/19 und 2016/17. Auf 7:19 Punkte kamen die Neckarsulmerinnen 2017/18 nach den ersten 13 Partien.

Die Schlüsselspiele gegen das aktuelle Schluss-Trio des Klassements hat die Sport-Union beim ersten Aufeinandertreffen in der laufenden Runde immerhin allesamt gewonnen, zuletzt Verfolger Bad Wildungen mit einem 26:23 auf Distanz gehalten und damit den elften Platz gefestigt.

Erneut gegen die direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt zu punkten, ist auch die öffentlich erklärte Vorgabe für die Rückrunde. Weitere Ziele für die zweite Saisonhälfte wurden am Mittwoch ebenfalls intern kommuniziert, nach außen tragen möchte sie Maike Daniels aber nicht.

Das Neckarsulmer Team muss Antworten finden

Zum Fahrplan gegen Leverkusen verrät sie immerhin ein bisschen mehr: "Wir wissen, dass sie sehr beweglich und aggressiv in der Abwehr sind, damit haben sie dem THC den Schneid abgekauft. Im Angriff spielen sie sehr viele Übergänge und lange." Darauf müsse ihr Team Antworten finden. Maike Daniels ist durchaus bewusst: Beim jüngsten 26:23 gegen Bad Wildungen war bei ihrem Team "nicht alles Gold, was glänzt - aber dass da die B-Note keine Rolle spielen wird, war auch vorher schon klar."

Ein, zwei Leverkusenerinnen kennt Daniels noch aus ihrer aktiven Zeit als Spielmacherin und "ich denke nicht, dass sie uns unterschätzen werden, auch wenn sie mit gutem Selbstvertrauen kommen". Auch, wenn nicht mit Werkselfen im Schongang zu rechnen ist, habe ihr Team die Woche über hart gearbeitet, "aber auch mit sehr viel Spaß". Denn eigentlich kann Neckarsulm mit Ruhe in die Rückrunde gehen.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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