Neckarsulmer Bundesliga-Frauen bleiben gegen den THC ohne Erfolgserlebnis

Handball  Die Neckarsulmer Sport-Union hält im Bundesligaspiel gegen den Thüringer HC gut mit, muss sich am Ende aber mit 20:25 geschlagen geben. Zwischenzeitlich schien sogar eine Sensation möglich.

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Für den historischen ersten Zähler reicht es den Neckarsulmer Bundesliga-Frauen noch nicht

Birna Berg Haraldsdottir war eine Bank von der Siebenmeterlinie. Die Isländerin überzeugte mit einer perfekten Quote.

Foto: Archiv/Veigel

Die Neckarsulmer Bilanz gegen den Thüringer HC bleibt frei von Erfolgserlebnissen. Seit dem Bundesligaaufstieg hat die Sport-Union alle acht Aufeinandertreffen verloren. Da bildete der Mittwochabend keine Ausnahme. Das Team von Trainerin Maike Daniels verlor in Erfurt mit 20:25 (10:13). Doch der Außenseiter hatte zumindest über nahezu die gesamten 60 Minuten einen möglichen Punkt in Sichtweite.

Kreisspiel der Gäste macht dem Favoriten zu schaffen

"In der zweiten Hälfte hätte ich mir gewünscht, dass wir noch mehr Druck auf Thüringen ausüben", ärgerte sich Daniels sogar ein wenig über das achtbare Resultat. Denn der Abonnement-Meister der früherer Jahre hatte zuvor in Metzingen und Dortmund verloren, die Meisterschaft ad acta gelegt und ist auch personell gebeutelt.

Die ebenfalls mit nur neun Feldspielerinnen angereiste Sport-Union witterte also ihre Chance. Der Plan der Gäste ging in der Anfangsphase auch voll auf. Aufmerksam und aggressiv in der Abwehr musste der Favorit für jeden Treffer hart arbeiten. Gegen die physisch enorm starke THC-Defensive war auf der anderen Seite das Kreisanspiel die erste Wahl. Bekam Jill Kooij den Ball verwandelte sie sicher. Wurde sie am Abschluss gehindert, war Birna Berg Haraldsdottir von der Siebenmeterlinie eine Bank. "Wir haben das im Vorfeld eine Million Mal angesprochen und es trotzdem nicht in den Griff bekommen", ärgerte sich THC-Coach Herbert Müller.

Schwierig wurde es für die Sport-Union nur, wenn das Kreisanspiel nicht gelang. Dann fehlten die Optionen. In den ersten 15 Minuten erzielten die Gäste kein einziges Tor aus dem Rückraum. Trotzdem stand nach 18 Minuten ein 6:6 auf der Anzeigetafel. Der THC agierte im Angriff zu statisch und fehlerhaft. Müller stauchte sein Team bereits in der 18. Minute in einer Auszeit zusammen.

Torhüterin Wachter ist einmal mehr der große Rückhalt der Neckarsulmerinnen

Danach lief es bei seinem Team etwas besser. Dank mehr Agilität im Angriff und der starken Rückraumschützinnen zogen die Gastgeberinnen auf 13:9 (28.) davon. Haraldsdottir verkürzte mit ihrem dritten sicher verwandelten Siebenmeter noch zum 10:13-Halbzeitstand aus Sicht der Gäste.

Neckarsulm kam stark zurück aufs Feld, war beim 14:15 (39.) durch Haraldsdottirs erstem Feldtor sogar wieder auf Tuchfühlung. Doch selbst die einmal mehr überragende Sarah Wachter im Tor vermochte nicht so viele Würfe zu parieren, dass tatsächlich noch einmal der Ausgleich gelang. Trainerfuchs Müller bescheinigte der Neckarsulmer Keeperin eine "super Leistung". Bei solche Komplimenten läuten bei der Sport-Union gleich die Alarmglocken, schließlich stand beim THC mit Ann-Cathrin Giegerich eine ehemalige Neckarsulmerin im Kasten.

"Mit den 25 Gegentoren am Ende können wir leben", lobte Daniels einmal mehr die starke Defensive. "Vorne haben wir den Ball leider nicht so laufen lassen, wie ich mir das und wie die Mädels selbst sich das wünschen." Sonste wäre der historische erste Zähler gegen den THC wohl greifbar geworden.


Neckarsulmer Sport-Union: Wachter (15 Paraden), Kaminska - Kalmbach, Wolf, Hendrikse (3), Knippenborg (3), Wick, Zeba, Haraldsdóttir (7/5), Reimer (4), Espinola Perez, Kooij (3).

Beste Werferin des THC: Scheffknecht (8/2).

Siebenmeter: THC NSU

Zeitstrafen: 1/0

Zuschauer: 763.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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