NSU-Handballerinnen sind zwischen den Jahren voll gefordert

Handball  Nach der WM-Pause startet die Neckarsulmer Sport-Union mit zwei Spielen in drei Tagen durch. Zum Auftakt am Freitagabend in Blomberg ist das Team von Trainer Pascal Morgant klarer Außenseiter.

Email
Neckarsulmer Bundesliga-Handballerinnen sind zwischen den Jahren voll gefordert

Auf Seline Ineichen (am Ball) und die Neckarsulmerinnen wartet gegen den Dritten Blomberg-Lippe eine aufreibende Aufgabe.

Foto: Archiv/Veigel

Ein verspätetes Weihnachtspräsent? Nein, das möchten die Neckarsulmerinnen am Freitagabend in der Blomberger Halle an der Ulmenallee ab 19 Uhr keineswegs überreichen. "Wir werden das Spiel sicher nicht herschenken", betont NSU-Trainer Pascal Morgant.

Auch wenn nach sechswöchiger WM-Pause mit dem Bundesliga-Dritten HSG Blomberg-Lippe eine "Riesenaufgabe" auf seine Mannschaft wartet. Und die deutlich wichtigere Pflichtaufgabe bereits am Sonntag (17 Uhr) zu Hause gegen die Kurpfalz Bären aus Ketsch folgt.

Volle Konzentration auf beide Bundesligaspiele

"Wir haben uns dazu entschieden, die volle Konzentration auf jedes einzelne Spiel zu legen", sagt Morgant, der weiß: "Die Vorbereitung auf Ketsch hinkt dadurch natürlich ein bisschen hinterher." Doch die Ideallösung für zwei Spiele in drei Tagen gibt es eben nicht. Zudem kennen die Neckarsulmerinnen Aufsteiger Ketsch bereits aus dem DHB-Pokalspiel Anfang November, als sich die Sport-Union nach großem Kampf mit 27:26 durchsetzten konnte. Und auch die Kurpfalz Bären sind heute schließlich gegen das Topteam des Thüringer HC stark gefordert.

In Tableau noch vor dem THC steht allerdings Blomberg-Lippe mit 12:2 Punkten. Im direkten Duell musste sich die HSG vor der Pause mit 32:34 nur ganz knapp geschlagen geben. "Die haben dem THC das Leben richtig schwer gemacht. Blomberg ist die Mannschaft der Stunde und verfügt über viel Tempo und Aggressivität", lobt Pascal Morgant den Kontrahenten: "Eigentlich haben wir da gar nichts zu verlieren. Die sind Favorit und haben sich das wohlverdient."

Gut gelaunt an Weihnachten im Training

Bei aller Anerkennung möchte sich die Sport-Union aber trotzdem nicht verstecken. "Wir wollen zeigen, dass wir mithalten können", gibt der NSU-Trainer die Marschroute des Außenseiters vor.

Statt der abschließenden Völlerei stand für die Sport-Union deshalb am Mittag des zweiten Weihnachtfeiertags nach nur drei freien Tagen und einer Einheit am Mittwochabend das Abschlusstraining an. "Die Mädels haben das mit der Weihnachts-Situation super gemacht. Klar ist das für niemanden toll, trotzdem waren alle gut gelaunt - großes Lob", sagt Morgant.

Auch nach dem Spiel in Blomberg würde der NSU-Coach seine Mädels gerne loben. Am liebsten für eine verbesserte Abstimmung. Denn daran wurde in Neckarsulm in großem Umfang gefeilt: "Das blinde Verständnis hat uns oft noch gefehlt. Das haben wir versucht zu optimieren und keine großartig neuen Dinge gemacht."

Neckarsulm fehlen nach wie vor die drei Langzeitverletzten

Weil es mit einigen neuen Schlüsselspielerinnen auch vor der Saison schon recht schnell um Abläufe gehen musste, stand nun zuletzt auch verstärkte Arbeit an der Neckarsulmer Kondition an. Die Wert seiner Spielerinnen hätten sich stark verbessert, unterstrich der Trainer. Für zwei Spiele in drei Tagen bestimmt kein Nachteil. Auch, dass gegen die HSG nur die Langzeitverletzten Chantal Wick, Lucija Zeba und Michelle Goos fehlen, hilft der Sport-Union.

Blomberg-Lippe jedenfalls scheint gewarnt. "Wir werden nicht den Fehler machen, diesen körperlich robusten Gegner zu unterschätzen und müssen entsprechend agieren", sagt HSG-Trainer Steffen Birkner auf der Vereinshomepage. Verspätete Weihnachtspräsente soll es keine geben.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

Kommentar hinzufügen