NSU-Handballerinnen müssen Niederlage einstecken

Handball  Neckarsulm fehlen beim 25:31 gegen die Flames Bensheim/Auerbach Mut und Feuer und damit wichtige Punkte im Kampf um die Klasse.

Von Dominik Knobloch

Jede Silbe schmerzte. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, hallte am Samstagabend durch die Neckarsulmer Ballei. Zurecht feierten sich die Flames der HSG Bensheim/Auerbach. Vor allem in der zweiten Hälfte hatte die Sport-Union den 968 Zuschauern beim 25:31 (13:13) zu wenig gezeigt, um Abstiegssorgen zu vertreiben.

Selina Kalmbach bei einem ihrer Treffer
Selina Kalmbach von den NSU-Handballerinnen bei einem ihrer Treffer. Foto: Andreas Veigel

Klar zu sehen: Das Team von Trainer Pascal Morgant stolperte vor allem über den eigenen Kopf. Die Chancen waren da, aber die Neckarsulmerinnen ließen im Abschluss einiges liegen, verloren dadurch gegen den Vorletzten mehr und mehr den Kopf und letztlich wichtige Zähler.

Sport-Union startet stark

Dabei erwischte die Sport-Union einen guten Start. Vor allem Selina Kalmbach war auf Linksaußen gleich voll da. Als die HSG-Trainerin Heike Ahlgrimm nach acht Minuten zur Auszeit griff, hatte Kalmbach bereits fünfmal getroffen und mit hundertprozentiger Quote maßgeblichen Anteil an der 6:2-Führung. Auch Simona Stojkovska steuerte auf der NSU-Mitte stark.

Mit dem Time Out schaffte es Ahlgrimm allerdings, das Feuer bei ihren Flames zu entfachen. Die Sport-Union verbrannte sich hingegen in der Abwehr immer wieder die Finger. Und sah nach zwei Zeitstrafen in Unterzahl die Führung langsam schwinden.

Nicole Roth gibt Rückhalt

Feuerwehrfrau war einmal mehr Nicole Roth im NSU-Kasten. Ihr war es zu verdanken, dass Neckarsulm trotz zwei verworfener Siebenmeter nach 17 Minuten noch mit 8:6 vorne lag. Doch die vergebenen Möglichkeiten im Angriff brachten alte Zweifel zurück. Einen Doppelschlag von Bogna Sobiech später war der Vorsprung endgültig futsch. Morgant griff zur Grünen Karte. Sein Team blieb aber auch nach der Auszeit zu fahrig im Angriff. Völlig neben der Spur war Svenja Kaufmann, die nach wenigen unglücklichen Minuten und dem 10:11 (22.) wieder von der Platte musste.

Die Sport-Union stabilisierte sich etwas. Fand aber bei weitem nicht zur Konsequenz der Anfangsminuten. Im Angriff fehlte der Mut. Nele Reimer musste Verantwortung und viele Halbchancen nehmen. Und scheiterte. Mit 13:13 wankten die Neckarsulmerinnen in die Halbzeitpause.

Goos mit Comeback

Erstmals nach ihrem Kreuzbandriss in der Vorbereitung kam in der zweiten Hälfte Michelle Goos. In der 37. Minute durfte sie ihren ersten NSU-Treffer ins leere HSG-Tor bejubeln. Es war der 15:16-Anschluss. Denn auch nach dem Seitenwechsel fehlte der Sport-Union im Angriff Mut und Konsequenz.

Nur Reimer versuchte Verantwortung zu übernehmen. Machte dabei jedoch mit zahlreichen Fehlwürfen keine allzu gute Figur. Beim 16:19 (41.) betrug der NSU-Rückstand erstmals drei Tore. Neckarsulm fachte mit immer mehr Fehlern den Siegeslauf der Flames geradezu an.

Keine Konsequenz für die Trendwende

Zwar waren die Neckarsulmerinnen auch bei Birna Berg Haraldsdottirs 21:23 (48.) nicht abgehängt. Um die Trendwende zu schaffen, fehlte aber schlichtweg die Konsequenz. Als auch die Abwehrleistung immer schlechter wurde, lag die Sport-Union nach einem 0:3-Lauf 21:26 (51.) hinten.

Hätte Selina Kalmbach in der 56. Minute frei am Kreis mit einem Aufsetzer ins Tor statt an die Latte getroffen, wäre mit dem 25:28 im Schlussspurt vielleicht noch etwas möglich gewesen. Doch der 25. Treffer gelang erst in der 60. Minute. Als Ana Pavkovic das 25:31 machte, hatten die Flames an der Seitenlinie längst begonnen, sich für den verdienten Sieg zu feiern.

 


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