NSU-Handballerinnen kommen gegen Thüringen unter die Räder

Handball  Der Meister aus Thüringen zeigt Neckarsulm gnadenlos die Grenzen auf: Am Samstagabend verliert die Sport-Union gegen den THC 19:34. Bereits in der neunten Minute humpelt NSU-Spielmacherin Simona Stojkovska vom Feld.

Von Dominik Knobloch

NSU-Handballerinnen
Am Samstagabend kamen die NSU-Handballerinnen gegen den Meister aus Thüringen böse unter die Räder. Foto: Mario Berger

Spaß wollte die Sport-Union im ungleichen Duell gegen das Spitzenteam des Thüringer HC haben. Als am Samstagabend aber die Schlusssirene durch die Neckarsulmer Ballei schrillte, war die Stimmung gedrückt. Zumindest bei den Neckarsulmerinnen. Mit 19:34 (11:20) hatten sie gegen den Meister die bisher höchste Saison-Niederlage kassiert. Besonders in der Offensive zeigte die Sport-Union nicht genug, um Schritt zu halten.

Mit dick bandagiertem rechtem Oberschenkel humpelte Simona Stojkovska über das Feld. Und taugte damit zum Sinnbild einer schmerzhaften Bundesliga-Partie für Neckarsulm. Schon bevor die NSU-Spielmacherin in der neunten Minute einen Schlag abbekommen hatte und nicht mehr weiter machen konnte, hinkte die Sport-Union hinterher.

„Dass es hart wird, wussten wir. Und das morgen einiges weh tut, ist auch klar“, sagte NSU-Kapitänin Seline Ineichen: „Um gegen den THC zu bestehen, braucht es von jeder einzelnen Spielerin einen perfekten Tag. Das haben wir heute nicht erreicht, auch wenn es ein absoluter Wunsch gewesen wäre.“

NSU-Offensive fehlt der Druck

Gerade der Angriff ließ zu wünschen übrig. Als Neckarsulm das erste mal aus dem Spiel heraus traf, waren bereits zwölf Minuten vergangenen. Nach einem Siebenmeter-Tor machte Nele Reimer auch das 2:6. Zuvor hatte sich die Sport-Union zu oft in der massiven THC-Deckung festgerannt. Die Offensive zeigte viel zu wenig, um den starken Meister ins Wanken zu bekommen. Befreit aufspielen? Fehlanzeige.

Als Stojkovska vom Feld humpelte, wurde es für den Außenseiter nicht einfacher. Zumindest in der Defensive stand die Sport-Union zunächst immerhin aber recht stabil.

Bölk ist für Neckarsulm nicht zu halten

Gerade Thüringens Toptalent Emily Bölk bekam aber immer wieder zu viel Raum und nutzte diesen eiskalt aus. Beim 13:7 (22. Minute) erzielte sie bereits ihren siebten Treffer.

Mit der Einwechselung von Birna Berg Haraldsdóttir für die unglückliche Irene Espinola Perez kam aber auch in den NSU-Rückraum etwas mehr Zug. Genug, um die knallharte THC-Deckung wirklich in Verlegenheit zu bringen, war es nicht. Zumal die Schiedsrichter sich nicht gerade als Fan des Underdogs verdächtig machten. Daran lag der 11:20-Pausenrückstand aber nur in kleinen Teilen.

THC mit sieben Feldspielerinnen

Auch in der zweiten Hälfte fand die Sport-Union nicht zu der Leistung, die es braucht, um Thüringen zu ärgern. Mit einer siebten Feldspielerin drängte der THC auf die endgültige Vorentscheidung. Spätestens beim 27:16 von Starstrategin Iveta Luzumova war sie eine Viertelstunde vor dem Ende gefallen.

Zumindest die Option mit zwei Kreisläuferinnen in der Offensive war einer der wenigen NSU-Lichtblicke an einem ansonsten recht finsteren Abend. Punkte gab es beim 19:34 wie erwartet keine. Aber auch die Chance auf etwas Lockerheit ließ Neckarsulm liegen.


Kommentar hinzufügen