NSU-Handballerinnen halten nur eine Halbzeit lang mit dem Favoriten Schritt

Handball  Bei Leverkusen starten die Neckarsulmer Handballerinnen mit einem 16:24 trotz klarem Ergebnis manierlich in die Bundesliga. Offensiv muss die Mannschaft von Pascal Morgant aber noch zulegen.

NSU-Handballerinnen halten nur eine Halbzeit lang mit dem Favoriten Schritt

Pascal Morgant sah seine Neckarsulmerinnen in der ersten Hälfte auf einem guten Weg, offensiv aber auch noch Schwächen.

Foto: Archiv/Veigel

Auch der Schlusspunkt der zweiten Hälfte wollte Neckarsulm in der Leverkusener Ostermann-Arena nicht gelingen. Statt im Bayer-Tor landete Michelle Goss" letzter Heber an der Latte. Es blieb beim deutlichen 16:24. Kein Beinbruch beim klaren Favoriten, nach einem 8:9 zur Pause und der Chance zu deutlich mehr aber letztlich doch ein kleiner Knacks trotz vieler NSU-Schritte in die richtige Richtung. "Es war ein minimal Schritt, der gefehlt hat, damit es richtig gut ist, aber man muss in eben gehen", ärgerte sich der NSU-Trainer Pascal Morgant darüber, "dass uns die Chancenverwertung letztlich das Genick gebrochen hat".

Ein Fehlstart war der Bundesliga-Auftakt bei den Werkselfen von Bayer Leverkusen für sein Team sicher nicht. Die Defensive stand bis zum 11:13 (40.) sehr solide, zudem fiel das Ergebnis viel zu deutlich aus. Offensiv müssen sich die Neckarsulmerinnen aber steigern.

Im rechten Rückraum fehlt die Durchschlagskraft

Auf Nele Reimer war im Angriff gewohnt Verlass. Doch Irene Espionla Perez und Birna Berg Haraldsdóttir fehlte es auf der anderen Rückraumseite noch gehörig an Durchschlagskraft. Auch das Kreisspiel auf die rechtzeitig wiedergenesene Seline Ineichen wollte noch nicht recht funktionieren. Nach der Zwangspause für die Kapitänin keine Überraschung.

Die Neckarsulmerinnen fanden deutlich besser in die Partie. Bereits nach sechs Minuten hatte Bayer-Coach Robert Nijdam genug gesehen und griff verärgert zur Auszeit. Mit dem 1:2 war sein Team bis zu diesem Zeitpunkt bestens bedient. Der fahrige Favorit zeigte zu wenig, um die dichte Neckarsulmer Deckung in Verlegenheit zu bringen, auch nach einer taktischen Umstellung. In der NSU-Offensive lenkte Lynn Knippenborg die beweglichen Angriffe als Regisseurin gekonnt und band immer wieder auch die Außen mit ein. Trotz Neckarsulmer Unterzahl sorgte Nele Reimer mit einem Doppelschlag für das hochverdiente 4:2 des Underdogs (9. Minute). Sie war im Rückraum der erfrischende Aktivposten.

Bayer wird nach gutem NSU-Start besser

Im Anschluss ließ die Sport-Union vorne aber zu viel liegen, doch Reimer hielt ihr Team mit zwei weiteren Treffern zum 7:5 (17.) weiter auf Überraschungs-Kurs. Mit den ersten Wechseln war der gute Neckarsulmer Spielfluss dann allerdings etwas dahin. Louisa Wolf tat sich in den ersten Bundesliga-Minuten nach ihrem Kreuzbandriss verständlicherweise noch etwas schwer mit dem Rhythmus. Außerdem wurde Bayer langsam besser und belohnte sich mit dem 8:7 (21.) - der ersten Favoriten-Führung. Nach dem Neckarsulmer Ausgleich zum 8:8 durch Seline Ineichen schaffte die Sport-Union die restlichen sechs Minuten des ersten Durchgangs keinen Treffer mehr. Besonders von halbrechts kam nicht genug. Weil aber auch Leverkusen weiter nicht richtig in die Spur fand und immer wieder an der beherzten NSU-Abwehr scheiterte, ging es mit einem 8:9 in die Pause. Aus Neckarsulmer Sicht hätte es mehr sein müssen.

Auch nach dem Seitenwechsel kam der NSU-Angriff nicht mehr so recht ins Rollen, spielte gegen die nun deutlich humorlosere Bayer-Deckung nicht mehr so befreit wie in den Anfangsminuten. Eine Doppelte Unterzahl der Leverkusenerinnen beim Stand von 10:13 (39.) war eigentlich der Steilpass für eine Neckarsulmer Aufholjagd, doch der Gast stolperte selbst über eine recht harte Zeitstrafe und war beim 12:17 eine Viertelstunde vor der Schlusssirene ziemlich am Boden.

Leverkusen zieht gnadenlos davon

Morgant versuchte seine junge Mannschaft mit einer Auszeit nochmals aufzurichten, doch die Leverkusenerinnen zogen, angetrieben vom starken Zugang Svenja Huber, gnadenlos auf 20:13 (50.) und der endgültigen Vorentscheidung davon. "Die Phase in doppelter Überzahl hat offen dargelegt, dass uns der Mut, Durchschlagskraft und die Kaltschnäuzigkeit gefehlt hat", gestand Morgant

Von Lehrgeld für seine in vielen Teilen unerfahrene Mannschaft wollte der Neckarsulmer Trainer dennoch nicht sprechen: "Wir waren ja nicht schlecht. Hätten wir die Chancenverwertung im Griff gehabt, dann wären wir sogar richtig gut gewesen."


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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