NSU-Frauen verpflichten niederländische Nationalspielerin Knippenborg

Handball  Mit Oranje raus aus dem roten Bereich: Neckarsulm holt Lynn Knippenborg als Taktgeberin für die neue Bundesliga-Saison und setzt damit erneut auf Hilfe aus Holland.

Von Dominik Knobloch
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NSU-Frauen verpflichten niederländische Nationalspielerin Knippenborg

Nur schwer zu halten: Lynn Knippenborg bringt internationales Durchsetzungsvermögen mit nach Neckarsulm.

Foto: dpa

Oftmals vergeblich suchte die Sport-Union in dieser Bundesliga-Saison ihre Mitte. Mit dem Kreuzbandriss von Regisseurin Louisa Wolf Anfang Februar kam Neckarsulm in der Rückrunde empfindlich aus dem Gleichgewicht. Es war klar: Auf der Spielmacherposition muss sich etwas tun.

Verzichteten die Verantworlichen direkt nach dem schmerzhaften Ausfall noch auf eine Notverpflichtung und setzten lieber auf interne Lösungen, ist für die neue Runde nun Verstärkung gefunden. Svenja Kaufmann und Simona Stojkovska konnten die Wolf-Lücke schließlich nur schwerlich schließen. Schaffte NSU-Joker Kaufmann trotz reduzierter Trainingsumfänge zuletzt auf der Schlüsselposition immer bessere Auftritte, kam Stojkovska gar nicht mehr zum Einsatz. Nach dem letzten Saisonspiel an diesem Samstag (18 Uhr) in Leverkusen werden beide den Verein wie berichtet verlassen.

Um auf Rückraum-Mitte künftig aus dem roten Bereich zu kommen, setzt die Sport-Union einmal mehr auf Oranje. Mit Lynn Knippenborg konnte der Bundesliga-Zwölfte sogar eine aktuelle niederländische Nationalspieleringewinnen. Derzeit spielt die 27-Jährige beim dänischen Erstligisten TTH Holstebro. Von 2016 bis 2018 stand sie zwei Jahre beim Buxtehuder SV unter Vertrag. Und zwar gemeinsam mit Landsfrau und NSU-Linksaußen Michelle Goos. "Wir kennen einander schon lange. Sie ist nicht nur eine gute Spielerin, sondern auch ein guter Mensch und ich habe sie gefragt, was sie nächste Saison eigentlich macht", berichtet Goos von der ersten Kontaktaufnahme mit der alten Bekannten.

Schon früh liefen Gespräche zwischen Knippenborg und der Sport-Union. "Einen Nationalspielerin kommt aber natürlich nicht, um 2. Liga zu spielen", erklärt Pascal Morgant. Erst als der Neckarsulmer Klassenerhalt sicher war, wurde der Zweijahresvertrag mit Option fest fixiert.

Vierte Niederländerin in Neckarsulm

"Ich freue mich auf eine neue Herausforderung mit Neckarsulm und werde dafür kämpfen, um mit dem Verein die zukünftigen Ziele zu erreichen. Dazu benötigt man eine kontinuierliche Mannschaftsleistung, zu der ich unbedingt meinen Teil als Spielmacherin beitragen möchte", sagt Knippenborg in einer Neckarsulmer Pressemitteilung.

Dass mit ihr bereits die vierte Niederländerin nach Neckarsulm kommt, kommentiert Michelle Goos mit einem Augenzinkern: "Alles Gute kommt aus Holland - Käse, Blumen und Handballspielerinnen."

Oranje-Ansprechpartnerin

Natürlich sei die Integration der Zugänge in erster Linie Teamangelegenheit, aber Goos stelle sich auch gerne als persönliche Oranje-Ansprechpartnerin zur Verfügung. Übersetzen muss sie zumindest für Lynn Knippenborg nicht: "Sie spricht besser Deutsch als ich. Und weil Holland nicht weit weg ist, glaube ich auch nicht, dass sie Heimweh bekommt. Sie war ja außerdem schon im Ausland und weiß, wie es geht."

Auch wie das Handballspielen geht, weiß die 27-Jährige. "Sie bringt internationale Erfahrung mit und macht uns variabler. Sie hat einiges erreicht und kann das einbringen", sagt Pascal Morgant. Mit Oranje soll es raus aus dem roten Bereich gehen. Auch tabellarisch.


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