NSU-Frauen verlieren bei Derby-Achterbahnfahrt einen Punkt

Handball  Neckarsulm kommt nach einer komfortablen 21:13-Pausenführung noch gehörig ins Wackeln und lässt beim TV Nellingen mit 35:35 einen Zähler im Abstiegskampf liegen.

Von Dominik Knobloch

Als die Pausensirene durch die Sporthalle 1 in Nellingen schrillte, standen die mitgereisten Neckarsulmer Fans. Frenetisch feierten sie ihre Sport-Union. Mit einem 21:13 schien das Derby eigentlich schon nach 30 Minuten entschieden.

Doch die Neckarsulmerinnen sollten ihrem Anhang noch jede Menge unerwünschte Spannung bieten. Nach einem 0:5-Lauf wackelte die Sport-Union bis zum Ende. Dreieinhalb Minuten vor der Schlusssirene schaffte der TVN beim 32:32 erstmals den Ausgleich, brachte den letztlich verdienten Punkt über die Zeit und diesmal die Nellinger Fans zu jubeln. „Die erste Halbzeit war richtig gut, die zweite richtig scheiße von uns. Am Ende ist es wahrscheinlich ein gerechtes Unentschieden“, sagte NSU-Coach Pascal Morgant.

NSU-Zwischenspurt nach neun Minuten

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase mit kleinen Unsicherheiten auf beiden Seiten setzte die Sport-Union nach neun Minuten zum ersten Zwischenspurt an. Angetrieben von einer gefährlichen Nele Reimer legte der Gast einen Drei-Tore-Lauf aufs Parkett. Und der Nellinger Coach beim 4:7 (10.) seine erste Auszeit.

Die Nellingerinnen konterten mit einem Doppelschlag, waren beim 13:7 (21.) von Simona Stojkovska aber erstmals deutlich abgehängt. Fast jeder Neckarsulmer Wurf war ein Treffer. Die künftige NSUlerin Sarah Wachter erlebte im Nellinger Tor einen bitteren Abend. Nach 28 Minuten musste sie nach dem Neckarsulmer 19:13 vom Feld. Trotzdem schlug es bis zur Pause noch dreimal im TVN-Kasten ein.

Mit Nervenflattern aus der Kabine

Neckarsulm war kaum zurück auf dem Feld, da waren die kämpfenden Nellingerinnen auch schon wieder voll da. Wieder war es eine Manndeckung gegen Reimer, die beim Rest des Teams für Nervenflattern sorgte. Nach fünf Gegentoren in Folge griff Morgant zur Auszeit.

Eine doppelte Zeitstrafe gegen den TVN brachte Neckarsulm zumindest wieder etwas in die Spur, aber keine Sicherheit. Aus einem 23:18 wurde schnell wieder ein 21:23 (41.). Die Halle brodelte, angeheizt von fragwürdigen Pfiffen auf beiden Seiten.

Am Ende fehlt die Führung

In der hektischen Endphase fehlte Neckarsulm dann die verletzte Regisseurin Louisa Wolf schmerzlich. Birna Berg Haraldsdottir konnte diesmal auf der Mitte nicht den entscheidenden Impuls bringen. Auch die Abwehr war viel zu fahrig. Hinten wie vorne stolperte die Sport-Union immer wieder über Kleinigkeiten.

Dreieinhalb Minuten vor der Schlussirene schaffte Nellingen dann nach wildem Hin und Her mit dem 32:32 erstmals den Ausgleich. Die gesundheitlich angeschlagene Seline Ineichen sorgte zumindest für etwas Sicherheit. Doch auch das 34:32 (58.) brachte Neckarsulm nicht ins Ziel. Stattdessen blieb ein Zähler auf der Strecke.

 


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