Michelle Goos und Lynn Knippenborg reisen mit der Sport-Union in die Vergangenheit

Handball  Für zwei Bundesliga-Spielerinnen der Neckarsulmer Sport-Union ist die Partie am Sonntag in Buxtehude ein ganz persönliches Spiel.

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Michelle Goos und Lynn Knippenborg reisen in die Vergangenheit

Michelle Goos glaubt daran, an alter Wirkungsstätte jubeln zu können.

Wenn Michelle Goos sich an ihren jüngsten Auftritt in Buxtehude erinnert, "dann bekomme ich sofort eine Gänsehaut". Als die Linksaußen der Neckarsulmer Sport-Union Mitte März in die Halle des BSV einlief, "sind alle aufgestanden und haben meinen Namen geschrien". Nach einem Kreuzbandriss, sieben Monaten harter Arbeit am Comeback und gerade einmal 15 Bundesliga-Minuten für die Sport-Union war das Wiedersehen an alter Wirkungsstätte damals ein extrem emotionaler Moment. Auch am Sonntag (15 Uhr) ist das Bundesliga-Duell mit Buxtehude wieder "ein ganz persönliches Spiel - für mich und für Lynn", sagt die 29-Jährige.

Dass Spielmacherin Lynn Knippenborg im Sommer nach Neckarsulm gekommen ist, lag auch an Vermittlerin Goos. Und den besonderen Jahren, die die beiden Niederländerinnen von 2016 bis 2018 gemeinsam beim BSV erlebt haben. Mit dem Gewinn des DHB-Pokals 2017 als Höhepunkt. "Immer, wenn wir darüber reden, kribbelt es. Sowas passiert einem nicht oft. Aber dieses Jahr ist die Chance da, dass wir und damit Lynn und ich nochmal das Final Four schaffen", sagt Michelle Goos.

Natürlich hat die Teamälteste "den Mädels schon erzählt, wie geil es ist, das zu erleben - wenn wir ein bisschen Glück bei der Auslosung haben, dann werden sie es sehen".

Michelle Goos und Lynn Knippenborg reisen in die Vergangenheit

Nicht drei, sondern zwei Jahre war Lynn Knippenborg beim BSV.

Fotos: Archiv/Veigel

Einen Anteil daran, dass die Neckarsulmerinnen nach einem 27:26 gegen den Bundesliga-Konkurrenten Kurpfalz-Bären Ketsch überhaupt noch im Rennen sind, hatte sie allerdings nicht: "Fünf haben im Pokal gar nicht gespielt, ich war eine davon." Zufrieden ist die Ehrgeizige damit natürlich nicht. Doch letztlich sei die Aufstellung Sache des Trainers. Und so lange die Ergebnisse stimmen auch kein Thema.

BSV fehlen verletzte und schwangere Spielerinnen

Für Michelle Goos zählt ohnehin der Erfolg der Mannschaft, nicht die Befindlichkeiten von Einzelnen: "Wir sind bereit, füreinander zu kämpfen. Auch wenn wir nicht zum Einsatz kommen, sind wir bereit, die anderen anzufeuern - es ist egal, wer spielt." Wie gespielt wird, ist allerdings entscheidend. Goos warnt: "Gegen Buxtehude wird das, was wir am Samstag gemacht haben, nicht reichen. Aber es hat gezeigt, dass wir fighten können und wollen." Und unbesiegbar sei der BSV gerade sicher nicht: "Die haben ganz viele Verletzungen und wichtige Spielerinnen, die schwanger sind. Ich glaube, dass wir Buxtehude schlagen können."

Ein Erfolg, auf den auch NSU-Trainer Pascal Morgant hofft. "Wir wollen bis zur Pause nach Bietigheim noch Punkte erreichen", hatte er Mitte Oktober vor der jüngsten 26:39-Ligaschlappe gegen Dortmund gesagt. Dafür bleibt jetzt nur noch der BSV. Oder aber der Meister am Mittwoch.

Gute, weil bessere und härtere Vorbereitung

Zuversichtlich macht Michelle Goos die Vorbereitung: "Wir trainieren viel besser und härter als letztes Jahr. Ich glaube, das hilft auch, dass wir konditionell besser werden und körperlich stärker." Genau das will sie an alter Wirkungsstätte auch sich selbst beweisen: "Ich hoffe, dass ich Spielanteile bekomme. Ich möchte Buxtehude zeigen, dass ich nach meinem Kreuzbandriss gut drauf bin. Wenn ich meine Chance bekomme, kann ich zeigen, was ich kann."

Beim BSV zu einem Neckarsulmer Sieg beitragen - es wäre ein Gänsehautmoment für Goos.

 

Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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