Maike Daniels appelliert an die Elementar-Tugenden ihrer Neckarsulmerinnen

Handball  Leidenschaft und Mut sollen der Neckarsulmer Sport-Union zum Sieg im Kellerduell gegen Bad Wildungen verhelfen. "Wir müssen an uns glauben", fordert Trainer Maike Daniels vor ihrem Heimdebüt.

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Mit dem "festen Glauben an den Sieg", wie ihn Neckarsulms Trainerin Maike Daniels fordert, will nicht nur Birna Berg Haraldsdottir im Kellerduell gegen Bad Wildungen Berge versetzen.

Foto: Andreas Veigel

Genau solche Spiele wollte die Neckarsulmer Sport-Union in dieser Saison nicht mehr bestreiten. Kellerduelle, Abstiegsgipfel, sportlicher Überlebenskampf. Spiele, die über Kampf, Einstellung und Leidenschaft gewonnen werden müssen. Spiele, in denen es auf Nervenstärke und Teamgeist ankommt.

Doch durch die jüngsten Ergebnisse befindet sich der Unterländer Bundesligist wieder mittendrin im Abstiegskampf. Am Samstag (18 Uhr) ist der Tabellendrittletzte Bad Wildungen zu Gast in der Ballei. Die Hessen haben vier Punkte auf dem Konto, die Neckarsulmerinnen sechs. Ein klassisches "Tod-oder-Gladiolen"-Spiel.

Ausführliche Analyse des desolaten Auftritts in Göppingen

"Selbstvertrauen, Mut und mannschaftliche Geschlossenheit", nennt Maike Daniels als entscheidende Tugenden für ihr Team, um das Spielfeld als Sieger zu verlassen. Genau die Attribute, die die Sport-Union bei Daniels" Trainerdebüt in Göppingen vermissen ließ. "Jede Spielerin muss um ihre Fähigkeiten wissen und dass sie nicht per Zufall in der Bundesliga spielt", fordert Daniels ein selbstbewusstes Auftreten ein.

"Da wir keine Spielerinnen haben, die ein Spiel alleine entscheiden können, kann der Erfolg nur über den Zusammenhalt des Teams gelingen", propagiert sie die Geschlossenheit. "Das Wichtigste ist aber, dass wir 60 Minuten an den Sieg glauben", appelliert sie an die individuelle Entschlossenheit.

Die 22:33-Klatsche in Göppingen haben Trainerin und Team am Montag ausführlich aufgearbeitet - in einer konstruktiven Diskussion, wie Daniels betont. "Aus meiner Sicht bringt es keinen Mehrwert, auch noch auf die Mädels draufzuhauen. Ebenso wenig hilft es, wenn ich eine Predigt halte. Wir haben die Fehler intensiv, aber sachlich besprochen." Offensiv ging es vor allem darum, dass gute Gelegenheiten, die Göppinger Abwehr aus den Angeln zu heben, im Spiel nicht gesehen und daher verpasst wurden. Durch technische Fehler, aber auch "weil die Vollendung suboptimal war", wie Daniels sagt.

Bad Wildungens Trainerin ist bekannt für taktische Überraschungen

Defensiv gelang es nicht, die einlaufende zweite Kreisläuferin zu verteidigen. Einige Umstellungen in der Abwehr funktionierten in der Praxis ebenfalls noch nicht wie angedacht. Daran wurde im Training weiter gearbeitet.

Sich konkret auf den kommenden Gegner einzustellen, ist dabei gar nicht so einfach. Denn Bad Wildungens Trainerin Tessa Bremmer ist bekannt für überraschende, taktische Winkelzüge. Die Vipers agieren gerne mit wechselnden Abwehrformationen. Offensiv taucht gerne auch mal eine Rückraumspielerin wie Sabine Heusdens plötzlich am Kreis auf. "Wie ihr Spitzname schon verrät, spielen die Vipers immer sehr bissig und sehr hart", weiß Daniels, dass sich ihr Team nicht den Schneid abkaufen lassen darf.

Vipers haben bereits zwei Neuzugänge für nächste Saison verpflichtet

Aus Nordhessen ist dagegen viel Understatement zu hören. "Neckarsulm ist auf dem Papier die klar bessere Mannschaft", sagt Vipers-Trainerin Bremmer. Für diese These hat die 36-Jährige nicht zuletzt ihre niederländischen Landsfrauen Lynn Knippenborg, Nathalie Hendrikse und Jill Kooij im Blick. "Gerade im Rückraum ist Neckarsulm breit aufgestellt und schwer ausrechenbar. Das gilt umso mehr nach dem Trainerwechsel", betont Bremmer.

Trainersuche

Auf der Suche nach einem Übungsleiter ist man fündig geworden. Zumindest in Mainz. Florian Bauer übernimmt das Amt beim Vorletzten der Bundesliga von Thomas Zeitz, der vor Wochenfrist seinen Wechsel zum Zweitligisten VfL Waiblingen bekannt gegeben hatte. Zwei mögliche Kandidaten weniger für den Trainerstuhl in Neckarsulm. Dort herrscht zurzeit Schweigen in dieser Frage. 

Im Gegensatz zur Sport-Union haben die Vipers in dieser Woche bereits erste Neuverpflichtungen bekanntgegeben Von der HSG Blomberg-Lippe wechseln die belgische Nationalspielerin Munia Smits - Schwester der deutschen Nationalspielerin Xenia - und Kira Schnack zur neuen Saison nach Bad Wildungen. Zudem verlängerte Spielmacherin Maxime Struijs ihren Vertrag um ein weiteres Jahr.

 

 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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