Integrationsfigur Tissekker verlässt die Sport-Union nach 13 Jahren

Handball  Trauriger Abschied nach 13 Jahren: Isabel Tissekker und die Neckarsulmer Sport-Union haben den gemeinsamen Vertrag mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Von Stephan Sonntag

Daumen hoch? Zwischen der NSU und Tissekker passt nicht mehr alles. Foto: Veigel  

In der D-Jugend wechselte Isabel Tissekker von ihrem Heimatverein Gundelsheim zur Neckarsulmer Sport-Union. Seitdem hat die seit Montag 24-Jährige alle Erfolge der Handball-Frauen miterlebt: Die deutsche Meisterschaft der B-Juniorinnen, den Aufstieg der ersten Frauenmannschaft von der Württembergliga bis in die 1. Bundesliga.

Immer war die Rückraumspielerin ein Aushängeschild des Vereins, eine Integrationsfigur des Vereins, die Verkörperung der starken Jugendarbeit. Unrühmlich trennen sich nun die Wege. Am vergangenen Freitag wurde der Vertrag mit Tissekker offiziell aufgelöst. Die Rechtshänderin war schon in den vorangegangenen beiden Heimspielen gegen Göppingen und Oldenburg nicht mehr berücksichtigt worden.

Zuletzt nicht mehr im Kader

Laut der offiziellen Pressemitteilung des Vereins habe Tissekker nach der Auswärtsniederlage in Leverkusen Anfang Januar, um die Auflösung ihres bis Saisonende datierten Vertrags gebeten. Offenbar war sie unzufrieden, mit ihren geringen Einsatzzeiten in der laufenden Saison. Über die Details der Trennung haben Verein und Spielerin Stillschweigen vereinbart.

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„Die Vereinsführung und ich haben uns auf eine Aufhebung meines Vertrags geeinigt. Für meine sportliche Weiterentwicklung war das für mich der richtige Schritt. Der Neckarsulmer Sport-Union möchte ich noch einmal ausdrücklich Danke sagen für die tollen Jahre. Seit der D-Jugend war ich Teil des Vereins und habe alle Jugendmannschaften durchlaufen. Vielen Dank für diese Erinnerungen! Sportlich wünsche ich der Mannschaft und dem Verein weiterhin alles Gute“, wird Tissekker in der offiziellen Vereinsmitteilung zitiert

Knapp fällt das Statement von Trainer Emir Hazimuhamedovic aus: „Natürlich bedauern wir diese Entwicklung, bedanken uns aber selbstverständlich bei Isi für die schöne Zeit mit ihr in Neckarsulm und wünschen für die persönliche und sportliche Zukunft nur das Beste.“ Wohin Tissekker wechselt wurde nicht bekanntgegeben.

Keine würdige Verabschiedung 

Nach der Vertragsauflösung müsste ein neuer Verein allerdings keine Ablöse mehr für sie bezahlen. Das war wohl der Hauptgrund, warum zwischen dem letzten Spiel und der jetzt bekannt gegebenen Trennung vier Wochen vergingen. Zudem blieb die Frage offen, warum es nicht möglich war, mit einer so verdienten Spielerin eine würdige Verabschiedung am Saisonende zu vereinbaren.