Hessischer Härtetest für die NSU-Frauen

Handball  Bei bissigen Bad Wildungen Vipers lauert der Bundesligist Neckarsulmer Sport-Union auf die ersten Zähler.

Von unserem Redakteur Dominik Knobloch

Hessischer Härtetest für die NSU-Frauen

Nicht runterziehen lassen: Auf Nele Reimer (Mitte) und ihre Sport-Union wartete gegen Bad Wildungen eine aggressive Abwehr. Foto: Archiv/Veigel

 

Bad Wildungen und Bundesliga-Punkte? Ja, da kann es durchaus klingeln im Neckarsulmer Hinterkopf. Viele positive Erinnerungen an die Vorsaison sind dort zwar nicht gespeichert - mit einem der wenigen Erfolgserlebnisse sind aber die hessischen Vipern verknüpft. Ende April sprangen die Mädels der Sport-Union jubelnd durch die Ballei. Es war der erste Sieg nach einer vier Monate langen Durststrecke. "Spielerisch können beide Mannschaften nicht allzu viel mitnehmen, aber uns reichen die Punkte", sagte Maike Daniels damals.

Beim Wiedersehen an diesem Samstag (19 Uhr) steht Daniels nicht mehr als Spielmacherin auf dem Feld, sondern sitzt als Neckarsulmer Co-Trainerin auf der Bank. "Gegen zwei Punkte hätte ich aber auch diesmal nichts", sagt sie lachend. NSU-Coach Pascal Morgant betont vor dem Auftritt bei der HSG: "Wir wollen immer Punkte."

Stolz nach dem 24:30 gegen Metzingen

Der Auftakt seiner neuformierten Mannschaft gegen Metzingen "hat uns Hoffnung gegeben - aber erst am Samstag sehen wir, wie weit wir wirklich sind". Denn das 24:30 bei Morgants Pflichtspieldebüt war eine Niederlage, die keinem in Neckarsulm wirklich weh tat. Viel mehr überwog der Stolz, gegen ein Topteam des Klassements defensiv über weite Strecken stand gehalten zu haben.

Bei Bad Wildungen ist die Ausgangslage eine andere. Auch wenn Pascal Morgant den Vipern ob der personellen Notlage in Neckarsulm die Favoritenrolle zuspricht - insgeheim lauert die Sport-Union gegen den Vorjahreszehnten auf die ersten Zähler: "Man kann schon von einem Härtetest sprechen - das trifft es ganz gut."

Giftige Abwehr

Schließlich stellen die Bad Wildungen Vipers eine richtig giftige Abwehr. Zu spüren bekam das die Sport-Union bereits während der Vorbereitung. In der Finalrunde des Lotto-Cups trafen die beiden Bundesligisten Ende August in Ludwigsburg aufeinander. Und die HSG setzte sich mit 14:11 durch. "Das positive an der Niederlage war aber, dass wir es nach und nach noch geschafft haben, die Bundesliga-Härte anzunehmen", attestierte Pascal Morgant damals.

Mit einem "intensiven Spiel" rechnet Morgant auch diesmal: "Bad Wildungen will nach der Auftaktniederlage um jeden Preis gewinnen." Schon beim 25:28 in Blomberg schlängelten die Vipern nur knapp an Punkten vorbei. "Wir haben die beiden Videos verglichen - sehr viel ist gleich geblieben", sagt Morgant.

Anouk Nieuwenweg im Fokus

Hauptdarstellerin in der Bad Wildunger Offensive war gegen Blomberg-Lippe Anouk Nieuwenweg. Neunmal netzte die niederländische Halbrechte ein. "Vor ihr müssen wir auf der Hut sein. Um nur sie aus dem Spiel zu nehmen, ist der Kader aber zu ausgeglichen", weiß der Neckarsulmer Trainer. Das Team von Tessa Bremmer kennt sich gut und ist eingespielt. Der Abgang von Tamara Haggerty an den Metzinger Kreis wurde mit Annika Ingenpaß gut kompensiert. Zudem sorgt Zugang Maxime Struijs für weitere Gefahr aus dem Rückraum der Vipern.

Musste sich Neckarsulm gegen Metzingen noch eingestehen, dass der Gegner "eine Nummer zu groß ist", erwartet Pascal Morgant in Bad Wildungen von seiner Truppe, "dass wir über 60 Minuten Paroli bieten". Dafür muss Neckarsulm unbedingt die Zähne zeigen.

Irene Espinolla Perez überrascht

Viel Biss zeigte bei ihrem Debüt gegen Metzingen bereits Irene Espinolla Perez. Nicht nur mit acht Feldtoren, sondern auch in der Defensive. "Irene hat uns alle sehr überrascht. Wir wissen um ihr Potenzial - es ist wegen der Sprache aber schwierig zu sagen, wie alles bei ihr ankommt. Zu Hause hat es schonmal super geklappt", sagt Morgant mit Blick auf seine Spanierin. Gerne würde sie sich langfristig in den Neckarsulmer Hinterkopf spielen.