Erneut verlässt eine Torhüterin die Sport-Union

Handball  Wieder ist es März und wieder muss der abstiegsbedrohte Bundesligist einen vorzeitigen Abschied im Tor bekanntgeben. Nicole Roth zieht ihre Vertragsoption und verlässt die Sport-Union nach Saisonende Richtung Metzingen.

Von Dominik Knobloch
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Größere Aufgaben vor Augen: Nicole Roth verlässt Neckarsulm vorzeitig.

Foto: Veigel

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr zog bereits Ann-Cathrin Giegerich eine Option in ihrem Vertrag, um sich nach Saisonende und einer starken Runde bei der Sport-Union Branchenriese Thüringen anzuschließen.

Nachfolgerin Nicole Roth hat diesen herben Verlust als absolut verlässlicher Rückhalt schnell vergessen gemacht. Weckt nun aber Erinnerungen. Denn auch die 23-Jährige verlässt die Neckarsulmerinnen nach nur einer Saison mittels Option vorzeitig, weil bei der TuS Metzingen Größeres wartet.

Auch ein positives Zeichen

"Das ist natürlich schade, aber die Entscheidung muss man akzeptieren", sagt NSU-Trainer Pascal Morgant. Für ihn ist der Abgang aber auch ein positives Zeichen: "Wir können froh sein, dass Topclubs Interesse an unseren Spielerinnen haben. Es zeigt auch, wie sich Nici bei uns entwickelt hat." Wie schon Giegerich schaffte die gebürtige Nürnbergerin in Neckarsulm ihren großen Durchbruch in der Bundesliga.

Die Sport-Union als Torhüter-Sprungbrett - es gibt schlechtere Attribute, um in Vertragsverhandlungen zu gehen. Denn natürlich braucht Neckarsulm für die nächste Saison einen Ersatz im Tor, der mit Sarah Wachter das neue Duo im NSU-Kasten bildet. "Wir wissen das Ganze ja nicht erst seit gestern und haben schon eine vielversprechende Auswahl", sagt Morgant zur Roth-Nachfolge.

Ausstiegsoption gehört zum Business

Auch künftigen Ausstiegsoptionen in Verträgen blickt er gelassen entgegen: "Das ist eine Mode, die es mittlerweile überall gibt - das gehört zum Business." Und zu einem Transfer gehört natürlich auch eine Ablösesumme. Im Fall von Nicole Roth haben die beiden Vereine darüber Stillschweigen vereinbart. Sie dürfte der Sport-Union aber ein stattliches Sümmchen für Reinvestitionen bringen.

"Nicole hat die Saison bei uns als sportliche Plattform genutzt und sich wirklich gut präsentiert. Sie hat sich bei uns im Tor zur Nummer eins entwickelt und möchte mit dem Wechsel nach Metzingen den nächsten Schritt in das internationale Geschäft wagen", sagt NSU-Geschäftsführer Kai Stettner in der offiziellen Pressemitteilung des Vereins: "Natürlich wären wir gerne mit ihr und Sarah Wachter in die kommende Saison gegangen. Wir haben aber den Markt bereits sondiert und sind uns sicher, dass wir ein gutes Pendant zu Sarah finden werden."

Viele NSU-Verträge laufen aus

Nicht das einzige, was auf der Neckarsulmer Geschäftsstelle in Sachen Handballerinnen momentan zu tun ist. Gleich mehrere Spielerverträge laufen am Saisonende aus. Die der Integrationsfiguren Selina Kalmbach und Svenja Kaufmann, sowie der Leistungsträgerinnen Seline Ineichen und Nele Reimer. Nicht auszuschließen, dass die Topclubs in Neckarsulm auch weiter zugreifen werden.

Noch in dieser Woche will der Verein weitere personelle Neuigkeiten verkünden. Und im Idealfall mit Verlängerungen für ein erfreuliches Déjà-vu sorgen.

 


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