Dusel-Sieg in Zwickau: Neckarsulmer Pokal-Drama mit Happy End

Handball  Sport-Union verspielt bei Zweitligist Sachsen Zwickau Sieben-Tore-Führung und rettet sich erst nach doppelter Verlängerung. Trainer Pascal Morgant erklärt, was aktuell nicht passt.

Von unserer Redaktion
Dusel-Sieg in Zwickau: Neckarsulmer Pokal-Drama mit Happy End

Mit erstauntem Blick: Neckarsulms Trainer Pascal Morgant war verärgert darüber, dass seine Spielerinnen sich zwischenzeitlich "auf die faule Haut" legten.

Foto: Veigel

84 Tore, 17 Zeitstrafen und drei rote Karten - allein diese Zahlen zeigen, wie dramatisch das DHB-Pokalspiel der Neckarsulmerinnen beim BSV Sachsen Zwickau abgelaufen ist. Dabei verspielte die Sport-Union zwischenzeitlich eine Sieben-Tore-Führung, macht das Spiel unnötig spannend und schaffte erst nach doppelter Verlängerung mit einem 45:39 das Happy End.

Strenge Reflektion des Trainers

"Zwickau hat uns das Leben richtig schwer gemacht und auch beim größten Rückstand niemals aufgegeben. Den größten Fehler, den wir auch bei dem 16:13 zur Halbzeit schon gemacht haben, war, dass wir die Führung nicht über die gesamte Spielzeit mitgenommen und uns zwischenzeitlich unnötigerweise auf die faule Haut gelegt haben", sagte Trainer Pascal Morgant und monierte: "Wir sind einfach zu schnell mit etwas zufrieden und können uns genau so etwas aber in keinem Spiel erlauben."

Ein Klassenunterschied zwischen beiden Teams war nicht erkennbar

Dabei war schon die erste Hälfte gegen selbstbewusste und eingespielte Zwickauer Zweitliga-Frauen lange auf Augenhöhe. Ein Klassenunterschied? Nicht zu erkennen.

Ab der 20. Minute konnte sich der Bundesligist dann erstmals wirklich von den Gastgeberinnen absetzen und somit immerhin eine 16:13-Führung in die Kabine nehmen. Danach dominierte die Sport-Union in der Sporthalle Neuplanitz komplett und lag nach einem perfekten Start in die zweite Hälfte nach 37 Minuten mit sieben Toren in Front.

Zu früh einen Gang zurück geschaltet

Anstatt die Führung weiter auszubauen, schaltete Neckarsulm gegen fightende Zwickauerinnen zu früh einen Gang zurück. Klara Schlegel verkürzte mit einem Dreierpack und brachte Zwickau emotional damit komplett zurück in die Partie. Die Gastgeberinnen wittern die Chance auf eine Überraschung und drehten das Spiel beim 28:27 mit einem 6:0-Lauf. "Dann kommt Zwickau mit großem Willen und Kampfgeist zurück in dieses Spiel und hat uns wirklich über 80 Minuten komplett gefordert. Ich denke trotzdem, dass wir einen sauberen Fight abgeliefert haben", sagte Morgant.

Achtelfinalgegner wird am Mittwoch ausgelost

Auch seine Neckarsulmerinnen kämpften und wehrten sich gegen Zwickau und retten die Partie in die Verlängerung. Auch dort hatte die Sport-Union die Chance, das Spiel nach den ersten zweimal fünf Minuten Zuschlag für sich zu entscheiden, konnte den letzten Angriff aber nicht erfolgreich abschließen. In der zweiten Verlängerung waren die Neckarsulmerinnen spielerisch erneut oben auf und konnten diesen Vorteil nun auch für sich nutzen. Unterstützt von einer sicheren Abwehr mit Torhüterin Oliwia Kaminska setzte sich Neckarsulm erstmals in der Verlängerung mit vier Toren ab und gab diese Führung bis zum 45:39-Endstand dann auch nicht mehr ab.

"Wir können als glücklicher Gewinner zurück nach Neckarsulm fahren. Wir haben eigentlich über die gesamte Spielzeit vorgelegt und der Partie unseren Stempel aufgedrückt. Daher auch großen Respekt an Zwickau für eine starke Leistung heute Abend", sagt NSU-Trainer Morgant.

Auf wen seine Sport-Union im Achtelfinale trifft, entscheidet sich am Mittwoch im Anschluss an die Bundesliga-Partie der HSG Blomberg-Lippe. sg

Spiel-Infos

Neckarsulmer SU: Wachter, Kaminska (1) - Kalmbach (2), Wolf (3), Hendrikse (7/1), Knippenborg (7), Wick, Goos (1), Ineichen (3), Reimer (14/4), Espinola Perez (2), Kooij (4), Kretzschmar (1).

Beste Werferinnen BSV: Stojkovska (10/1), Choinowski (7/2), Schlegel (5).

Siebenmeter: BSV 4/7, NSU 5/8.

Zeitstrafen: 10/7. Disqualifikation: Pavlovic, Nagy/Ineichen.


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