Auf dem Weg zum Final Four: Knifflige Pokalpflicht für Neckarsulm

Handball  Neckarsulm muss im Achtelfinale bei den Kurpfalz-Bären aus Ketsch Kampfstärke beweisen. Keeperin Sarah Wachter fehlt mit einem Muskelfaserriss. Trotzdem ist das Weiterkommen beim Bundesligakonkurrenten Pflicht.

Email
Auf dem Weg zum Final Four: Knifflige Pokalpflicht für Neckarsulm

Oliwia Kaminska muss den NSU-Kasten in Ketsch alleine sauber halten. Sarah Wachter fehlt verletzt, Ersatz aus der Zweiten darf nicht eingesetzt werden.

Foto: Archiv/Veigel

Die Erwartungshaltung ist eindeutig. "Das klare Ziel ist es, eine Runde weiter zu kommen", sagt Neckarsulms Trainer Pascal Morgant vor dem Achtelfinale des DHB-Pokals an diesem Samstag (18 Uhr) beim Bundesliga-Konkurrenten Kurpfalz-Bären aus Ketsch.

Aus der Verantwortung stehlen will sich die Sport-Union nicht, aber auch nicht zu große Töne spucken. Bei Morgant klingt das dann so: "Wir sind schon in einer kleinen Favoritenrolle, es wird aber kein Selbstläufer." Mit Sicherheit sei sein Team individuell besser besetzt und verfüge über mehr Erfahrung, das Ketscher Kollektiv sollte man aber nicht unterschätzen.

Das Team aus Ketsch lebt von der Kampfstärke und Geschlossenheit

Das Team von Katrin Schneider ist nach dem Aufstieg komplett zusammen geblieben und lebt besonders von seiner Kampfstärke. Die hat in der Bundesliga bereits Bad Wildungen zu spüren bekommen, als die Kurpfalz-Bären Mitte Oktober mit einem 30:27 ihren ersten Saisonsieg feierten. Doch auch wenn der Kontrahent eine etwas knifflige Aufgabe sein mag, müssen die Neckarsulmerinnen die Pokalpflicht erfolgreich erledigen. Alles andere wäre eine Enttäuschung.

Eine zusätzliche Herausforderung stellt sich der Sport-Union zwischen den Pfosten. Bei Stammkeeperin Sarah Wachter ist eine alte Verletzung wieder aufgebrochen. Eine MRT-Untersuchung hat ergeben, dass sie sich gegen Dortmund einen Muskelfaserriss im Bein-Beuger zugezogen hat, wie Pascal Morgant berichtet. Wie lange Wachter fehlen wird, sei extrem schwer zu sagen. Gegen die Kurpfalz-Bären fällt sie aber definitiv aus. Oliwia Kaminska ist damit auf sich allein gestellt, weil potenzielle Nachrückerinnen aus der zweiten Mannschaft bereits im Verbandspokal zum Zug gekommen sind und somit nicht eingesetzt werden dürfen. Auch Rechtsaußen Lucija Zeba wird der Sport-Union weiterhin fehlen.

Schnelligkeit und Abwehrarbeit standen in Neckarsulm auf dem Trainingsprogramm

Ansonsten ist die Länderspielpause für die Neckarsulmerinnen aber vielversprechend verlaufen, wie der Trainer betont: "Wir haben viel an der Schnelligkeit gearbeitet." Neben der klassischen 6:0-Abwehr schraubte die Sport-Union zudem weiter an einer offensiveren Variante die künftig "sicher sitzen" soll. Auch die Übungen für mehr Härte habe das Team gut umgesetzt. "In diesem Bereich wissen wir um unsere Schwierigkeiten. Wir müssen den Kampf jetzt annehmen und dagegen halten. Dann müsste sich unsere Qualität auf Dauer durchsetzen", gibt Morgant die Marschroute vor.

"Wie es mit dem Kampf funktioniert, kann man aber nie zu hundert Prozent beantworten. Das bleibt auf dem Feld immer eine kleine Überraschung", gesteht der Trainer. Große Überraschungen in der Aufstellung kündigt er hingegen nicht an. Ohnehin sei es "nicht wirklich wichtig, wer anfängt und wer aufhört". Für Experimente sei die Partie ebenfalls zu wichtig. Schließlich ist der Schritt zum Final Four nicht mehr allzu weit.

Das Final Four in Stuttgart winkt

Nach den Kurpfalz-Bären stünden mit dem Viertelfinale schließlich nur noch eine weitere Hürde auf dem Weg gen Stuttgarter Porsche-Arena. "Natürlich ist das bei der ein oder anderen Spielerin vielleicht im Hinterkopf. Jetzt liegt der Fokus aber auf Ketsch", sagt Morgant. Mit eindeutiger Erwartungshaltung.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

Kommentar hinzufügen